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Elektromobilproduktion WZL-Produktionsanlage für Batterien nimmt den Betrieb auf

| Redakteur: Jürgen Schreier

In diesen Tagen nimmt in Aachen eine Anlage zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien den Betrieb auf. Das System, das von der Gruppe „Elektromobilproduktion“ am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen, betrieben wird, bildet den gesamten Produktionsprozess ab.

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Die Entwicklung preiswerter Batterien zählt heute mehr denn je zu den Kernthemen auf dem Gebiet der Energiewende.
Die Entwicklung preiswerter Batterien zählt heute mehr denn je zu den Kernthemen auf dem Gebiet der Energiewende.
(Bild: WZL)

„Mit Hilfe dieses Systems sind wir in der Lage, den kompletten Fertigungsprozess zu analysieren und zu optimieren“, sagt Prof. Dr. Achim Kampker, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen, sowie Leiter der Gruppe „Elektromobilproduktion“ am WZL.

Anlage von Robert Bürkle arbeitet vollautomatisch

Herzstück der Produktionsstraße ist eine rund 8 m lange Anlage der Firma Robert Bürkle GmbH aus Freudenstadt, Baden Württemberg. Das rund 300.000 Euro teure vollautomatische System umfasst eine Abwickelstation, eine Beschichtungskabine, ein Auftragsaggregat, einen Trockner sowie die hoch komplexe elektrische Steuerung.

Im Hause Bürkle sieht man die Zusammenarbeit mit den Aachener Produktionsexperten als einmalige Win-Win-Situation. „Bei der Kooperation mit dem WZL der RWTH Aachen kann sich Bürkle nicht nur durch die langjährige Erfahrung im Bereich Beschichten am Beispiel der Lithium-Ionen-Batterie mit einbringen, sondern insbesondere den Kompetenzaufbau in den Vor- und nachgelagerten Prozessschritten der Elektrodenfertigung intensivieren. Das Zentrum für Elektromobilproduktion bietet das ideale Umfeld zur Entwicklung von Kompetenzen entlang der gesamten Prozesskette“, unterstreicht Oliver Meisriemel, Produktmanager bei Bürkle.

Preis für Speichermedien soll drastisch gesenkt werden

Die Entwicklung preiswerter Batterien zählt heute mehr denn je zu den Kernthemen auf dem Gebiet der Energiewende. „Hier handelt es sich um eine Schlüsseltechnologie, bei der wir keinesfalls den Anschluss im internationalen Wettbewerb verlieren dürfen“, betont Professor Kampker. Die technologische Herausforderung freilich ist gewaltig: „Derzeit kostet ein Speichermedium zur Bereitstellung einer Kilowattstunde Energie 400 bis 500 Euro“, ergänzt Christoph Deutskens, Gruppenleiter im Bereich „Elektromobilproduktion“ beim WZL. Ziel sei es, den Preis hierfür bis zum Jahr 2020 auf rund 160 Euro zu senken, so der Wissenschaftler weiter. Eines der Kernprobleme dabei stellen die hohen Rohstoffkosten dar. Sie machen derzeit rund 80 Prozent des Wertes einer Batterie aus. Einer der Kernrohstoffe ist Kupfer. „Gehen wir von tendenziell steigenden Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt aus, wirkt die Herausforderung noch größer“, lautet sein Fazit.

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