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Bei vielen klassischen Automatendrehteilen, die traditionell aus Automatenstahl oder Messing gefertigt werden, sind technische Kunststoffe zunehmend Alternativen. Das hat drei Hauptgründe:
- Kunststoffhalbzeuge unterliegen nur bedingt den zum Teil starken Schwankungen der Werkstoffpreise. .
- Im Vergleich zu Metallen ist für technische Kunststoffe eine hohe Korrosionsbeständigkeit kennzeichnend.
- Technische Kunststoffe haben nur einen Bruchteil des volumenspezifischen Gewichts im Vergleich zu den meisten Metallen. Sie sind als Leichtbauwerkstoff etabliert.
Optimierte Anschliffe als Ergebnis der Zusammenarbeit mit Zerspanern
Dazu kommt, dass die mechanische Beanspruchung von Kunststoffen vielen Metallen in nichts nachsteht. Dies alles bedeutet jedoch, dass es eine ganz andere Art von Anforderungen an die Maschinen und Werkzeuge gibt. Speziell den Werkzeuganforderungen hat sich Dieterle gestellt.
Der Grundstein, ein Werkzeugkonzept für die Kunststoffzerspanung zu entwickeln, wurde bereits vor fast zwei Jahren gelegt. Anstoß dazu gaben schon damals die steigende Anzahl an Kunststoffzerspanern und deren besondere Anforderungen. Zusammen mit Kunststoffzerspanern entwickelte man ein Werkzeugsystem mit speziellen Anschliffen, die sich im Rahmen der Zusammenarbeit als innovativ herauskristallisierten. Dazu ist ein hohes Maß an Know-how erforderlich.
Beschichtete Werkzeuge sind selten im Einsatz
Die Ergebnisse spiegeln sich in den Prozessen wider: zum Beispiel im sauberen Plan- oder Abstechen bei gleichzeitiger Spanentwicklung, die wichtig für die Wärmeabfuhr ist. Sie zeigen sich beim spanlosen „Schälen“ zum Beispiel von PTFE, aber auch beim Drehen von Konturen bis hin zum Stechen und Drehen hinterm Bund.
Diesbezüglich gibt es spezielle Anschliffe für duroplastische Kunststoffe und Elastomere. Diese Beispiele zeigen, dass in der Kunststoffzerspanung immer die Möglichkeit einer werkstoffspezifischen Gestaltung der Klinge und der Schneidengeometrie besteht.
Kunststoffzerspanung braucht scharfe Zerspanungswerkzeuge
Des Weiteren nimmt der Begriff „scharf“ in der Kunststoffzerspanung einen extrem hohen Stellenwert ein. Folglich kommen beschichtete Werkzeuge bei Kunststoffen nur sehr selten zur Anwendung. Jede Beschichtung ruft automatisch eine Kantenverrundung hervor. Die Lösung für hochabrasive Kunststoffe liegt daher oft in PKD-bestückten Werkzeugen. Für eine Beschichtung kommt somit nur sogenannter bordotierter Diamant (BDD, PKD-Beschichtung) in Betracht.
Eine weitere Problematik in der Kunststoffzerspanung liegt in der Spankontrolle. Sie wird in naher Zukunft weiterhin problematisch sein und bedarf viel Einfallsreichtum und Geschick des einzelnen Zerspaners. Lösungen dafür bleiben meist individuell. Was aber schon zum Tragen kommt, ist ein besseres Zusammenspiel von Luftkühlung und Absaugung – in Kombination mit einem funktionellen Werkzeugsystem, das von Dieterle serienreif gemacht wurde.
Michael Dieterle ist Geschäftsführer der Otto Dieterle Spezialwerkzeuge GmbH in 78628 Rottweil.
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