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Kompakte Fertigungszellen auf der K 2019

Zwei automatisierte Fertigungszellen für die Kunststoffverarbeitung

| Redakteur: Peter Königsreuther

Lauffer präsentiert zwei durch Roboter automatisierte Produktionszellen mit kleinem Platzbedarf – eine mit der Presse KPA 200-630 UK von Lauffer und eine mit Arburg-Drehtischmaschine Allrounder 1600 T.

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Zwei Highlights bringt Lauffer zur K 2019. Dazu gehört ein System, dass komplexe Anwendungen mit nachgeordneten Bearbeitungsschritten auf kleinem Raum ermöglicht: Die Paketlösung einer Fertigungszelle rund um einen KPA-Pressautomaten von Lauffer. Halle 13 am Stand A14.
Zwei Highlights bringt Lauffer zur K 2019. Dazu gehört ein System, dass komplexe Anwendungen mit nachgeordneten Bearbeitungsschritten auf kleinem Raum ermöglicht: Die Paketlösung einer Fertigungszelle rund um einen KPA-Pressautomaten von Lauffer. Halle 13 am Stand A14.
(Bild: Lauffer)

Beim Pressautomaten KPA 200-630 UK handelt es sich um ein Fertigungssystem mit 200 t Presskraft, das einen inneren Säulenabstand von 630 mm bietet und eine von unten zufahrende Schließeinheit, wie Lauffer erklärt. Der KPA ist ein Vollautomat zum Kompressionspressen rieselfähiger Duroplaste wie beispielsweise Harnstoff und Melamin, heißt es weiter. Die Selogica-Steuerung der Maschine kommt von Arburg. Als Steuerungszentrale für komplette Fertigungszellen verfüge sie über Besonderheiten wie eine komplett grafische Ablaufprogrammierung mit direkter Plausibilitätsprüfung nach der Eingabe.

Gerade zur Herstellung dünnwandiger, flächiger Teile mit geringen Spaltmaßen, wie etwa von Lichtschaltern, oder zur Umsetzung hygienisch sensibler Oberflächen wie bei Campinggeschirr, Toilettensitzen oder medizinischem Zubehör üblich, sei die KPA-Pressenfamilie die richtige Wahl, so Lauffer. Hinzu kämen die Vorteile des damit zu verarbietenden Materials, denn Duromere seien sehr fest und wiesen eine gute Fließorientierung auf. Speziell die letzte Eigenschaft minimiert die Verzugsneigung des Bauteils und senkt die inneren Spannungen im ausgehärteten Material. Ein in allen Achsen gleiches Schwindungsverhalten sowie relativ niedrige Werkzeugkosten bei gleichzeitig hohen Standzeiten der Formen, gelten als weitere Pluspunkte.

Duromerpressteile per Roboter entgraten

Die KPA, die während der K 2019 live arbeiten wird, stellt, wie Lauffer informiert, dort weiße Müslischalen aus Melaminharz mit einem Teilegewicht von rund 160 g her, die in einer Zykluszeit von etwa 70 s entstehen. Speziell bei Duromerpressteilen komme man nach der Entforum aber um das Entgraten kaum herum, damit der Artikel gebrauchsfähig werde. Diesen Arbeitsschritt übernimmt erstmals ein in die Fertigungszelle integrierter Kuka-6-Achs-Roboter an einer speziellen Entgratungsstation, betont Lauffer, und erklärt, dass der Greiferarm die Schale dabei an einer Bürsteinheit vorbeiführt, welche die sensiblen Bereiche glättet, bevor die Schüsseln in einem Pufferlager abgestellt werden.

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Die gesamte Anlage wird außerdem als sehr kompakt beschrieben. Die integrierte OPC-UA-Schnittstelle mache sie fit für Industrie 4.0: Durch die kompatiblen Steuerungen werde ein Großteil der betrieblichen Anforderungen abgedeckt. Nur sehr spezielle Funktionen müssten individuell auf Siemens-Ebene gelöst werden. Im Endausbau ist auch die Parameterübernahme auf ein Leitrechnersystem zur Qualitätskontrolle und -dokumentation sowie auf ein übergeordnetes MES-System zur Produktions- und Auftragsplanung ohne weiteres möglich, sagt Lauffer.

Fruchtbare Zusammenarbeit mit Arburg

Das zweite auf der K 2019 ausgestellte Lauffer-Exponat ist ein Allrounder 1600 T von Arburg, eine Drehtischmaschine mit Zweikreis-Pumpentechnik T2 für gleichzeitig ablaufende Bewegungen zum ergonomischen Umspritzen von Einlegeteilen, beschreibt Lauffer. Man arbeitet, wie es heißt, schon seit mehr als 25 Jahren in enger Kooperation mit Arburg zusammen. Im Fall der Drehtischmaschinen werden Spritzeinheiten, Hydraulik und Selogica-Steuerung von Arburg zur Montage bereitgestellt. Der Maschinenständer, die Schließeinheit, das Schutzkonzept sowie mögliche Sonderlösungen werden von Lauffer realisiert. Der Vertrieb der Maschinen läuft aber vollständig und zentral über Arburg.

Trotz des servoelektrischen, hochpräzise arbeitenden Drehtischs mit 1600 mm Durchmesser benötige auch dieses Kunststoffverarbeitungs-Konzept nur relativ wenig Platz. Die Schließkraft der Maschine beträgt 2000 kN, ihre Bedienhöhe vom Boden her misst komfortabel zu erreichende 950 mm. Die wahlweise einsetzbaren Spritzeinheiten sind von Arburg in verschiedenen Euromap-Größen zwischen 70 und 2100 erhältlich.

Der Allrounder 1600 T wurde laut Lauffer, genau wie seine größeren Varianten, speziell zum gleichzeitigen Einlegen und Entnehmen von Artikeln während des Spritzprozesses entwickelt. Die Maschine sorge mit ihrer technischen Ausstattung im Vergleich zu anderen Systemen für verkürzte Zykluszeiten und damit eine höhere Produktivität.

Der rasche Einstieg in die Kunststoffteile-Serienfertigung

Eine Automatisierung bis hin zur kompletten Turnkey-Anlage ist nach Aussage von Lauffer dabei problemlos machbar, wie die Produktionszelle auf der K-Messe verdeutlichen wird. Auch in diesem Fall sorge ein in die Selogica-Maschinensteuerung integrierter Multilift V 15 von Arburg für das Aufnehmen und genaue Platzieren der Stahleinleger im Werkzeug sowie für die Entnahme und die geordnete Ablage der Fertigteile, beschreibt der Aussteller. Das Robot-System arbeitet dabei vertikal von oben in das Werkzeug und kann maximal 15 kg tragen. Die Maschine ist von allen drei Seiten zugänglich und auf der Einlegeseite über einen Lichtvorhang gesichert bedienbar, sagt Lauffer. Maschine und Robotersystem werden dabei ebenfalls als komplette Paketlösung zur Fertigung gebrauchsfertiger Spritzteile gezeigt. Auf der Messe wird man Flaschenöffner fertigen, um zu verdeutlichen, wie unkompliziert und schnell man als Anwender mit „Plug & Play“-Einheiten in die Serienfertigung von Kunststoffteilen einsteigen kann.

Alles für anspruchsvolle Turnkey-Systeme

Die linearen Multilift-Robot-Systeme von Arburg mit ihren servoelektrischen Bewegungsachsen zeichneten sich durch ihre konsequente Modulbauweise und ihre vollständige Integration in die Selogica-Steuerung aus. Die spezielle Abstützung und der individuell anpassbare Arbeitsraum erlauben dabei die freie Platzierung und flexible Einbindung aller benötigten Peripherie. Damit seien die Linearroboter von Arburg auch zum Aufbau von anspruchsvollen Turnkey-Systemen geeignet. Die erweiterte Echtzeitkommunikation bringt nach Ansicht von Lauffer mehr Funktionalität, synchrone Prozessabläufe und schnelle Zyklen. Praxisorientierte Assistenzfunktionen erleichtern das Einrichten und verkürzen die Zeit zum Anfahren der gesamten Produktionszelle, heißt es.

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