Covid-19 Zweiter Lockdown trübt Erwartungen der Ingenieure

Redakteur: Katharina Juschkat

Skeptischer Blick auf die Zukunft: Ingenieure erwarten auch 2021 noch gravierende Auswirkungen der Coronakrise auf ihre Unternehmen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen VDI-Umfrage.

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Ingenieure blicken skeptisch auf das kommende Jahr.
Ingenieure blicken skeptisch auf das kommende Jahr.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Etwas über die Hälfte der Ingenieure sagt, dass der zweite Lockdown die deutsche Wirtschaft hart treffe, das Stimmungsbild der Ingenieure und ihr Ausblick auf 2021 ist verhalten. Der VDI hat in seiner neuen Covid-19-Umfrage über 800 Ingenieure aller Branchen gefragt, wie sie die aktuelle Situation einschätzen.

Ausblick auf die Zukunft wird düsterer

Aufgrund des zweiten Lockdowns gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sich die Auftragslage in ihrem Unternehmen merklich verschlechtert hat – in jedem zehnten Unternehmen sogar dramatisch. Ein Viertel gibt dagegen an, dass die Krise keinerlei Auswirkungen auf ihre Auftragslage hat. Ein knappes Fünftel verzeichnet einen wachsenden Auftragseingang.

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Etwa die Hälfte der Ingenieure erwarten, dass die Covid-19-Pandemie noch mindestens ein Jahr Auswirkungen auf die Ingenieursbranchen haben wird – in einer identischen Umfrage im Frühjahr waren es noch acht Prozentpunkte mehr. Allerdings geht die Tendenz ins Negative: Inzwischen erwarten mehr als ein Viertel mindestens zwei Jahre lang Auswirkungen – acht Prozent mehr als noch im Frühjahr. Die Ingenieursbranche blickt der Zukunft demnach skeptischer entgegen als noch zu Beginn der Pandemie.

Digitale Weiterbildungen sind unbeliebter

Die Pandemie zwingt auch Fortbildungsangebote in die virtuelle Welt: Zahlreiche Kongresse und Weiterbildungsangebote fanden 2020 in digitaler Form statt. Auch 2021 ist abzusehen, dass sich das fortsetzen wird. Über die Hälfte der Ingenieure gibt an, künftig vermehrt Weiterbildungsangebote online zu nutzen. Begeistert sind davon jedoch die wenigsten: 37 Prozent der Ingenieure geben an, dass Online-Veranstaltungen qualitativ schlechter sind als Präsenz-Veranstaltungen. 38 Prozent halten sie nicht für vergleichbar, und nur jeder Fünfte sieht digitale Veranstaltungen als gleichwertig. Drei Prozent empfinden sie als besser.

Timo Taubitz, Geschäftsführer der VDI Wissensforum GmbH, kommentiert: „Es muss der Weiterbildungsbranche gelingen, digitale Angebote so aufzubereiten, dass sie qualitativ mit Präsenzveranstaltungen mithalten können. Das Ergebnis zeigt aber darüberhinaus, dass professionelle Präsenz- und Hybridveranstaltungen auch in Zukunft ein unverzichtbarer Baustein im Weiterbildungsmix sein werden.“

Auch wenn die digitalen Veranstaltungen in der Beliebtheit nicht gut abschneiden: Knapp 60 Prozent der Ingenieure geben an, dass das Weiterbildungsbudget im kommenden Jahr gleich bleiben wird. Eine wichtige Einschätzung, denn rund 50 Prozent sehen bedingt durch die Corona-Auswirkungen eine Lücke bei der Weiterentwicklung von fachlichem Know-how. Immerhin mehr als die Hälfte erwartet hier eine staatliche Förderung bei der Weiterbildung von Fachkräften, um die Auswirkungen der Krise abzumildern.

Hintergrund

Die Umfrage führte der VDI unter 836 Teilnehmern im November 2020 durch. Die Teilnehmer sind Ingenieure aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Maschinenbau, Automobil oder Bau.

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