Studie 120 Mio. t CO2 sparen

Redakteur: Gary Huck

In den letzten Monaten haben wir gesehen, welche Bedeutung die Digitalisierung haben kann. In Zukunft kann sie auch dabei helfen, dass wir die Klimaziele erreichen.

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In den nächsten Jahren und Jahrzehnten soll der Kohlendioxidaustoß gesenkt werden. Eine wichtige Stellschraube ist dabei die Digitalisierung.
In den nächsten Jahren und Jahrzehnten soll der Kohlendioxidaustoß gesenkt werden. Eine wichtige Stellschraube ist dabei die Digitalisierung.
(Bild: Mike Marrah)

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat zusammen mit Accenture eine Studie durchgeführt und untersucht, wie viel CO2 durch Digitalisierung in Deutschland gespart werden kann. Laut der Untersuchung könnte der Kohlendioxidausstoß durch die Digitalisierung bis 2030 um 120 Mio. t gesenkt werden. Das entspräche ungefähr der Hälfte dessen, was man bis 2030 insgesamt an CO2 sparen will. Dieser Wert liegt der Annahme zu Grunde, dass die Digitalisierung beschleunigt und gezielt stattfindet. Für einen moderaten Verlauf liege der Wert bei 78 Mio. t.

Der nun veröffentlichte Teil der Studie widmete sich den Bereichen industrielle Fertigung, Mobilität, Gebäude sowie Arbeit und Business. Auch für die einzelnen Bereiche wurden jeweils zwei Szenarien erarbeitet. Bis zum Frühjahr 2021 sollen noch Ergebnisse zu den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Gesundheit folgen.

Größtes Sparpotenzial in der industriellen Fertigung

Meet the Poineers of a Carbon-Free Future

In der industriellen Fertigung liegt das größte Sparpotenzial von digitalen Technologien. Beim beschleunigten Szenario könnten bis 2030 so etwa 61 Mio. t weniger CO2 ausgestoßen werden. Beim moderaten Szenario liegt der Wert bei 35 Mio. t. Wichtig dabei sind nach Angaben von Bitkom die Automatisierung sowie die Vernetzung der Produktion. Darüber soll die Effizienz gesteigert und Verbräche gesenkt werden. Digitale Zwillinge wären auch ein Mittel, die Nachhaltigkeit in diesem Bereich zu steigern. Denn je mehr man simulieren kann, ohne etwas bauen zu müssen, desto mehr Material und Produktionsaufwand fällt weg.

Bei der Mobilität liegen die Werte bei 28 Mio. t für das beschleunigte und 17 Mio. t für das moderate Szenario. Die Hauptfaktoren in diesem Bereich sind die digitalisierte Verkehrssteuerung und damit einhergehend auch die Routen- und Tourenplanung in der Logistik. Car Sharing und Ride Sharing sind ebenfalls Faktoren.

Die Werte im Bereich Gebäude liegen bei 19 Mio. t für eine schnelle und 16 Mio. t für eine moderate Digitalisierung. Smart-Home-Systeme bieten hier das größte Sparpotenzial. Autonome Steuerungen für Licht, Heizung und Klimaanlagen, können sowohl in geschäftlichen Immobilien als auch in privaten den Energieverbrauch reduzieren.

In der Fertigung kann über die Digitalisierung am meisten Kohlendioxid gespart werden.
In der Fertigung kann über die Digitalisierung am meisten Kohlendioxid gespart werden.
(Bild: Bitkom)

Bei Arbeit und Business liegen die Werte bei 12 und 10 Mio t. CO2. Homeoffice und Videokonferenzen sind dabei die Haupttreiber. Der Arbeitsweg entfällt und es werden weniger Büroflächen benötigt.

Im Rahmen der Studie wurde auch die CO2 Belastung durch digitale Technologien untersucht. Endgeräte wie Computer oder Smartphones müssen hergestellt werden. Mehr Datentransfer bedeutet auch mehr Rechenzentren. Die müssen gebaut und betrieben werden. Bitkom schätzt die zusätzliche Kohlendioxidbelastung auf 16 Mio. t für einen moderaten Ausbau und 22 Mio. t für einen schnellen Ausbau. Die mögliche Zusatzbelastung wäre damit ein Bruchteil der möglichen Einsparungen.

Wenn die Energie für die Digitalisierungen mehr und mehr aus erneuerbaren Quellen kommt, könnten sie noch nachhaltiger umgesetzt werden. Da bis 2030 65 % des deutschen Stroms erneuerbar erzeugt werden soll, ist eine positive Entwicklung hier möglich.