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Messtechnik 2019 war für Endress + Hauser ein gutes Jahr

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Die auf Mess- und Automatisierungstechnik für Prozess und Labor spezialisierte Endress + Hauser AG steigerte 2019 trotz abflauender Konjunktur den Nettoumsatz um 8,0 % auf 2,652 Mrd. Euro.

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Matthias Altendorf, CEO der Endress + Hauser AG, ist mit dem Jahr 2019 zufrieden: „ Unser Wachstum war breit abgestützt und ausgewogen.“
Matthias Altendorf, CEO der Endress + Hauser AG, ist mit dem Jahr 2019 zufrieden: „ Unser Wachstum war breit abgestützt und ausgewogen.“
(Bild: Endress + Hauserer)

Das Unternehmen hat sich 2019 über alle Arbeitsgebiete, Branchen und Regionen gut entwickelt. Die Firmengruppe mit 14.328 Mitarbeitern hat 400 Arbeitsplätze geschaffen, mit 231 Mio. Euro in Rekordhöhe investiert und sich in der Nachhaltigkeit verbessert. CEO Matthias Altendorf zufolge könne das Familienunternehmen damit den Herausforderungen der Coronakrise aus einer Position der Stärke begegnen. „2019 war ein gutes Jahr für Endress + Hauser“, so Altendorf. „Unser Wachstum war breit abgestützt und ausgewogen.“ Getrieben worden sei diese Entwicklung nicht von Großaufträgen, sondern kleineren und mittleren Projekten, erläuterte der Firmenchef auf der Bilanzmedienkonferenz in Basel. Allerdings sei dies auch dem schwächer werdenden Euro geschuldet. würde man dies herausrechnen, wäre das Wachstum laut Finanzchef Luc Schultheiss etwa bei 6,6 % gelegen. l

Auf Nachfrage des MM sagte Altendorf: Der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie brachte teilweise eine Lieferverzögerung, so habe man bis zu 6000 Lieferungen puffern müssen, nach den Lockerungen könne man diese aber wieder nach und nach auflösen. Zwar seien auch Aufträge etwas zögerlicher gekommen, aufgrund der guten Auftragslage und der guten Liquidität müsse man aber keine staatlichen Zuschüsse oder Kurzarbeit beantragen Außerdem betont Dr. Klaus Endress, dass man solche Maßnahmen, solange es geht, nicht ergreifen werde, weil man den Staat nicht zusätzlichen belasten wolle.

Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus

Der Erfolg beruht dem CEO zufolge auch auf der ungebrochenen Innovationskraft. 318 Entwicklungen meldete Endress + Hauser 2019 erstmals zum Patent an. 7,6 % des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Mehr als 1100 Beschäftigte arbeiten an neuen Produkten, Lösungen und Dienstleistungen.

Fortschritte erzielte das Unternehmen auch auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Im jährlichen Ecovadis-Audit habe Endress+Hauser 72 Punkte, 4 mehr als 2018, und platziere sich damit unter den Top 2 % der weltweiten Vergleichsgruppe. Durch die Umstellung auf Ökostrom in der Produktion senkte Endress + Hauser den CO2-Ausstoß um mehr als ein Drittel. Neue Gebäude erfüllen durchweg höchste Standards. Derzeit errichtet die Gruppe in Kanada ein Kundenzentrum, das energieautark arbeiten soll.

USA weiter größter Markt, China überholt Deutschland

Starke Wachstumsimpulse kamen 2019 aus Asien. Europa entwickelte sich gut, Südamerika sehr gut. Nordamerika blieb dagegen hinter den Erwartungen, während das Geschäft in Afrika und dem Nahen Osten rückläufig war. China überflügelte beim Umsatz Deutschland und liegt nun knapp hinter den USA, die weiter der größte Absatzmarkt für Endress + Hauser sind. Chief Financial Officer Dr. Luc Schultheiss zufolge konnte die Firmengruppe Marktanteile gewinnen.

Das veränderte Marktumfeld zeigt sich im Betriebsergebnis (EBIT) von 343,4 Mio. Euro (plus 3,9 %). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) wuchs um 9,9 % auf 346,9 Mio. Euro. Dahinter steht ein gegenüber 2018 deutlich verbessertes Finanzergebnis. Die Währungsabsicherung verursache zwar weiterhin hohe Kosten, doch warfen die Finanzanlagen im positiven Börsenumfeld des Jahres 2019 eine gute Rendite ab. Die Umsatzrendite (ROS) kletterte um 0,2 Punkte auf 13,1 %.

Starkes Finanzpolster trotz hoher Investitionen

Das Ergebnis nach Steuern stieg 2019 um 14,3 % auf 265,9 Mio. Euro. Dies spiegelt einen auf 23,4 % gesunkenen effektiven Steuersatz wider – die Folge eines einmaligen Effektes durch die Unternehmenssteuerreform in der Schweiz. Die Eigenkapitalquote erreichte 75,6 %,

in der Pressekonferenz erklärt Altendorf, dass für Endress + Hauser aufgrund der Corona-Krise zwei Grundsätze gelten: „Die Gesundheit von Menschen hat höchste Piorität und wir möchten Kunden in dieser Situation unterstützen.“

Durch den Umbau des Unternehmens Richtung Digitalisierung sei der Umstieg ins Homeoffice fast problemlos verlaufen. Und trotz dieser Herausforderungen sei es dem Unternehmen laut Altendorf gelungen, die Kunden weiter zu beliefern. Wie bei Onlineshops gewohnt, könne man die Produkte über das Portal bestellen. Mehr als 1 Mio. Interessierte besuchen monatlich das Portal. Die Bestellungen im Onlineeingang stiegen laut Altendorf um 90 % im Vergleich zum Vorjahr. Desweiteren könne das Tochterunternehmen Analytik Jena dazu beitragen, die Corona-Virenstämme zu analysieren und somit aktiv helfen, die Pandemie zu bekämpfen.

„Insgesamt zeigt die Strategie 2020, der wir seit 5 Jahren folgen, dass diese die richtigen Akzente setzt“ , so Altendorf. Wäre man mit der Digitalisierung in den vergangenen Jahren nicht soweit vorangeschritten, hätte man dies so nicht leisten können. Deshalb werde man an diesen Schwerpunkten weiterarbeiten.

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