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Rapid-Tech

Alles, was Sie über 3D-Druck wissen müssen

| Autor: Simone Käfer

Geballtes Wissen über die Additive Fertigung erwartet die Besucher der Rapid-Tech + Fabcon 3.D. An drei Tagen müssen sie zwischen einem breiten Spektrum an Vorträgen und dem Besuch der Ausstellerfläche wählen.

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Wie sich ein Spritzgießwerkzeug verbessern lässt, ist Inhalt des Vortrags von Protiq im Fachforum Additive Lohnfertigung.
Wie sich ein Spritzgießwerkzeug verbessern lässt, ist Inhalt des Vortrags von Protiq im Fachforum Additive Lohnfertigung.
(Bild: Protiq)

Das Messeduo Rapid-Tech + Fabcon 3.D erwartet am 20. Juni Charles W. Hull. Der Vater des 3D-Drucks, Mitbegründer und CTO von 3D Systems, hat mit der Erfindung der Stereolithografie vor über 30 Jahren den Weg für die Additive Fertigung bereitet. In Erfurt wird er am ersten Messetag zeigen, wie dieser Technik weiter zum Durchbruch in der Serienproduktion verholfen werden kann.

Zur klassischen Ausstellerfläche einer Messe bieten die Erfurter einen Reigen an Vorträgen. Alle drei Tage sind mit Themen gefüllt, die sich in die Foren Additive Lohnfertigung, Medizintechnik, Konstruktion, Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau, Elektronik, Automobilindustrie, 3D Metal Printing und Luftfahrt gliedern.

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Forum Werkzeug- und Formenbau

Der Werkzeugbau profitiert derzeit von der Additiven Fertigung wie keine andere Branche. Kanäle können beliebig geformt und komplexe Produkte in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Das Fachforum Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau findet am ersten Messetag statt. Vorgestellt wird beispielsweise ein Werkzeugkonzept zur Serienherstellung von Bauteilen aus Faser-Kunststoff-Verbunden (FKV), das eine oberflächennahe und homogene Temperierung des gesamten FKV-Teils ermöglicht. Aufgezeigt werden ebenso die Möglichkeiten additiver Werkzeugfertigung im Landmaschinenbau, das Optimierungspotenzial eines laserstrahlgeschmolzenen Werkzeugeinsatzes als 3D-Druck-Gießform zur Fertigung von Leichtbau-Antriebskomponenten oder die Effekte konturnaher Kühlung für Qualität und Produktivität im Spritz- und Druckguss. Die Herstellung von Hochleistungswerkzeugen für die Blechumformung mittels Laserstrahlschmelzen sowie die Applikation des Diffusionsschweißens für die Additive Fertigung großflächiger Baugruppen sind weitere Themen des Forums.

Wie sich ein Spritzgießwerkzeug verbessern lässt, ist Inhalt des Vortrags von Protiq im Fachforum Additive Lohnfertigung.
Wie sich ein Spritzgießwerkzeug verbessern lässt, ist Inhalt des Vortrags von Protiq im Fachforum Additive Lohnfertigung.
(Bild: Protiq)

In den Fachforen Additive Lohnfertigung (20. Juni) und 3D Metal Printing (21. Juni) erwarten Sie Tech­nik­anbieter und Dienstleister aus den Niederlanden, den USA, Israel, der Schweiz, der Türkei und aus Deutschland. Sie stellen neueste Material-, Produkt- und Prozessentwicklungen vor. Die Gestaltung integrierter Prozessketten von der ersten Idee über durchgängige Datensätze bis zum fertigen Bauteil sowie die Implementierung neuer Werkstoffe, Technik und Verfahren stehen im Mittelpunkt des Forums Additive Lohnfertigung.

Fachforum für Metalldruck

Im Fachforum 3D Metal Printing reichen die Aspekte des 3D-Metalldrucks von der Vorstellung unterschiedlicher Verfahren über Aspekte der vor- und nachgelagerten Fertigungsstufen, Themen der Prozessverbesserung, die Qualitätssicherung und Sicherheit bis zu applikationsbezogenen Beispielen sowie zukünftigen Entwicklungen. So enthüllt Xjet eine neue Drucktechnik: Mittels Nano Particle Jetting (NPJ) wird Metall tröpfchenweise aufgetragen und direkt flüssig verarbeitet. Dass die Integration von Simulationswerkzeugen in die Prozesskette von pulverbettbasierten Laserschmelzverfahren eine gleichbleibend hohe Qualität der Bauteile ermöglicht, ist Inhalt eines Vortrags von Additive Works. Einen Handlungsleitfaden für einen branchenübergreifenden Weg zur Serienfertigung mit Laserstrahlschmelzen stellen Wissenschaftler vom KIT vor. Über Sicherheitsaspekte berichtet ein Vertreter von Concept Laser. Wie man mittels digitaler Fertigung und 3D-Druck schneller, einfacher und günstiger zur Marktreife gelangt, ist Thema des Proto-Labs-Vortrags.

Medizinische Implantate bereits im Fertigungsprozess so zu beschichten, dass sie schneller einwachsen, oder Turbinenschaufeln so zu produzieren, dass sie noch höhere Temperaturen und dynamische Belastungen aushalten – das sind Themen für das Fachforum AM Science am 21. und 22. Juni. Insgesamt erwarten Sie 13 Vorträge von deutschsprachigen Wissenschaftlern.

Sicherheit, Integration und Kombination

Die Anwendertagung erstreckt sich über den 21. und 22. Juni. Auf der Agenda stehen Arbeitssicherheit, Wege zur Integration der Additiven Fertigung in Prozessketten, die Kombination von Additiver Fertigung und konventionellen Verfahren sowie die Vorstellung neuer 3D-Druck-Technik. „Das Vortragsprogramm ist so konzipiert, dass es möglichst viele praxisbezogene Antworten auf die Fragen gibt, welche die Anwender aktuell bewegen“, erläutert Michael Eichmann von Stratasys, Mitbegründer der Rapid-Tech und Vorsitzender des Fachbeirats.

Dieser Unterpunkt der Veranstaltung ist in vier Sessions gegliedert: neue Entwicklungen bei Prozessen, Sicherheit und Standards, Best-Practice-Beispiele sowie Innovationen im Kunststoff- und Metallbereich. Wissen zum Thema Arbeitssicherheit halten Referenten vom Laserzentrum Hannover und vom VDI bereit. Mit Entscheidungshilfen für Konstrukteure zur Auswahl additiv herzustellender Bauteile befassen sich Vorträge von Vertretern der Universität Paderborn und des Anlagenbauers Eisenmann. Beispiele aus dem Bereich hybrider Verfahren liefern Techniciency Consulting, Arconic Tital und Matthias Leininger 3D-Drucksysteme.

GE-Manager eröffnet Luftfahrt-Forum

Am 22. Juni findet das Fachforum Luftfahrt statt. Die Keynote hält Sean Keith, Manager für Produktionstechnik im neu geschaffenen Unternehmensbereich GE Additive von General Electric (GE). Er wird unter anderem davon berichten, wie mit welchen Verfahren, Materialien, Anlagen und Methoden der Konzern die Integration von Additiver Fertigung in Produktionsprozesse vorantreibt. Im Fokus stehen insbesondere Anwendungen für die Luftfahrtindustrie. Denn hier war GE Vorreiter: Ein Metallgehäuse, das einen Temperatursensor in einer Flugzeugturbine schützt, ist das erste 3D-gedruckte Bauteil, das für den Einsatz im Triebwerk eines Passagierflugzeugs zugelassen wurde. Gefertigt wird es im Elektronen-Strahlschmelzverfahren.

Das hier gezeigte selektive Laserschmelzen ist unter anderem im Forum Luftfahrt ein Thema.
Das hier gezeigte selektive Laserschmelzen ist unter anderem im Forum Luftfahrt ein Thema.
(Bild: Fraunhofer ILT Aachen, RWTH Aachen)

Außerdem stellen Ferdinand Hümmer von Concept Laser und Philip Oris von SLM Solutions vor, wie gemeinsam mit Anwendern Konzepte von der Idee zur Serienproduktion realisiert und Anlagen auf Produktionsanforderungen ausgelegt werden. Praxisnahe Beispiele verweisen auf das selektive Laserschmelzen. Eine generelle Frage vor Beginn jeder Fertigung ist, ob sich AM für ein Bauteil anbietet oder doch konventionelle Verfahren den Vorzug erhalten sollen. Antworten für ein effizientes Vorgehen gibt der Vortrag von Jan-Peer Rudolph vom LZN Laser Zentrum Nord. Im Bereich Simulation stellt Christian Zeller von der TU München eine hybride Modellierung vor, welche drei Phänomene – Schrumpfung, Wärmefluss und Prozesscharakteristik – abbildet. Welche Materialkombinationen und Integrationen beispielsweise von Sensoren sinnvoll sind und wo Grenzen derartiger Verbindungen liegen, wird Dominik Ahlers von der Universität Paderborn aufzeigen. Ein unbemanntes Luftfahrzeug steht im Mittelpunkt des Vortrags von Emanuele Grotti von CRP Technology. Das Gerüst dieses Quadrocopters wurde additiv aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt.

Termin: 20. und 21. Juni 2017 von 9 bis 17:30 Uhr; am 22. Juni von 9 bis 16:30 Uhr

Ort: Messe Erfurt

Karten: Tagesticket: 25 Euro Dauerticket: 65 Euro Kongresstickets ab 460 Euro

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