Suchen

Gebäudetechnik

Alte Klima- und Lüftungsanlagen einfach sanieren und Energie sparen

| Redakteur: Rebecca Vogt

Ziehl-Abegg hat in Schwäbisch Hall seinen „1. Energieeffizienztag“ veranstaltet. Nicht nur in der Produktion lassen sich demnach Kosten einsparen, sondern auch im Bereich der Klima- und Lüftungstechnik. Große Veränderungen sind hierbei auch in alten Gebäuden meist nicht nötig.

Firmen zum Thema

Ziehl-Abegg hat einen Energieeffizienztag veranstaltet, auf dem über die Sanierung von Klima- und Lüftungsanlagen informiert wurde.
Ziehl-Abegg hat einen Energieeffizienztag veranstaltet, auf dem über die Sanierung von Klima- und Lüftungsanlagen informiert wurde.
(Bild: Ziehl-Abegg/Rainer Grill)

In Industrieunternehmen wird, wenn es um die Einsparung von Energie geht, vor allem auf die Produktion geachtet. Nebenkosten außerhalb der direkten Produktion werden hingegen oft als unabänderlich eingestuft. Nach Einschätzung von Ziehl-Abegg besteht jedoch gerade bei diesem Ausgabeposten durchaus großes Einsparpotenzial.

Wer ein altes Gebäude besitzt, wolle oft nichts Grundlegendes an Klima- oder Lüftungsanlage verändern, weil dies vermeintlich weitreichende Veränderungen am Bauwerk mit sich bringen würde, so Ziehl-Abegg. Dies sei jedoch meistens gar nicht nötig. Man könne vorhandene Systeme weitgehend übernehmen. Alles andere würde auch in keinem guten Verhältnis zu den möglichen Energieeinsparungen stehen, so der Hersteller.

Zunächst muss hierbei die Anforderungsgrundlage ermittelt werden. Veränderte Mitarbeiterzahlen oder ein modifizierter Maschinenpark wirken sich direkt auf die Anforderungen aus – ebenso wie zusätzlich installierte Solaranlagen oder Wärmepumpen. Grundsätzlich muss laut Ziehl-Abegg die komplette Anlage betrachtet und neu berechnet werden.

Verbesserte Berechnungs- und Simulationsmethoden, effizientere Neugeräte

Durch die heute viel präziseren Berechnungs- und Simulationsmethoden könnten die Gebäudesituation und die Anforderungen an die Klima- oder Lüftungsanlage sehr exakt aufeinander abgestimmt werden, heißt es. Außerdem reduziere die verbesserte Technik von Elektromotoren und Ventilatoren den Raumbedarf für diese Bauteile deutlich.

Mit den aktuellen Daten bestimmen Experten dann die passenden Komponenten. Dabei gibt es nicht die eine ideale Kombination. Dem Gebäudebesitzer wird eine vergleichende Amortisationsrechnung vorgelegt – mit mehreren Varianten von Bauteilen, die zu seinem Energiesparplan passen. Meist kann laut Ziehl-Abegg ein Großteil der alten Anlage unverändert bleiben. Im Fokus der Betrachtung stehen Elektromotoren, Regelgeräte und Ventilatoren. Diese werden in jedem Fall durch effizientere Neugeräte ersetzt.

Ventilatorsystem nach dem Baukastenprinzip

Da Großventilatoren oft umständlich in bestehende Gebäude einzubauen sind, gehe der Trend zu kleineren Einheiten, welche aber im Verbund zusammenarbeiten. Das bringe auch den Vorteil mit sich, dass Einzelkomponenten im laufenden Betrieb problemlos gewartet oder ersetzt werden könnten. Der Hersteller hat zu diesem Zweck das modulare Ventilatorsystem ZA-Cube entwickelt. Mehrere würfelförmige Elemente werden hierbei nach dem Baukastenprinzip auf- und nebeneinander gesetzt. In jeden Würfel sind aerodynamisch optimierte Ventilatoren sowie energiesparende EC-Motoren integriert.

Deutlich reduzierter Energieverbrauch

Der Hersteller liefert dazu ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Demnach war die Zuluft-Anlage (ca. 155.000 m³/h) eines Herstellers in der Halbleiterindustrie in die Jahre gekommen. Im Rahmen einer energetischen Sanierungsmaßnahme wurden drei Axial-Mitteldruckventilatoren durch ein Multiple-Fan-Arrangement ersetzt. Der Energiebedarf habe sich in der Folge um 27 % reduziert, so Ziehl-Abegg. Der Umstand, dass die 27 neuen Einzelventilatoren den Luftstrom gleichmäßiger als die drei alten Großventilatoren verteilen, wirke sich zudem positiv auf die Standzeiten der Filter aus.

Da Lärm krank macht und Menschen sensibel auf unnötige Geräusche reagieren, wird bei Sanierungen auch die Geräuschentwicklung betrachtet. Die Zuluft-Anlage des Halbleiterherstellers etwa hat laut Ziehl-Abegg vor der Sanierung ein Geräusch erzeugt, das dem einer Benzin-Kettensäge in einem Meter Abstand entsprach – nach der Sanierung dem Geräusch eines Dieselmotors in zehn Metern Abstand.

Unabhängig von der positiven wirtschaftlichen Betrachtung müsse die Sanierung von Lüftungs- oder Klimaanlagen auch unter einem generellen Umweltaspekt gesehen werden. Energie sei endlich und solle im Interesse der nachkommenden Generationen nicht verschwendet werden, appelliert der Hersteller.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45454927)