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Augmented Reality

Arbeiten und lernen im virtuellen Raum

| Autor / Redakteur: Annemarie Diepenbroek / Stefanie Michel

Ob gemeinsames Arbeiten über Unternehmensstandorte hinweg oder praxisnahe Ausbildung: Mit VR/AR-Anwendungen in virtuellen Räumen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Mitarbeiter.
Ob gemeinsames Arbeiten über Unternehmensstandorte hinweg oder praxisnahe Ausbildung: Mit VR/AR-Anwendungen in virtuellen Räumen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Mitarbeiter. (Bild: Honeywell)

Die Anforderungen für Mitarbeiter steigen, für Schulungen ist oft keine Zeit. Effizienter lässt sich Wissen mit Augmented Reality vermitteln. Solche Technologien sparen Zeit und steigern die Lernkurve – wenn die nötigen digitalen Daten vorliegen.

Spezialisten in industriellen Anlagen müssen heute ein breites Anforderungs- und Systemspektrum abdecken. Ihr Arbeitsumfang ist gewachsen und umfasst alte und neue sowie mechanische und elektronische Systeme. Häufig enthalten diese Systeme spezifische Softwarelösungen, die zusätzliche Kenntnisse erfordern, und das, obwohl gleichzeitig die Aussichten auf Stillstände, Schulungen und Betreuungen abnehmen. Wie also mit den Themen Effizienz, Produktivität und Sicherheit im Feld umgehen, wenn die Spezialisten vor Ort möglicherweise mit dem Tempo, in dem detaillierte Expertisen über System, Prozess und Sicherheit gefordert sind, nicht Schritt halten können? Und wie soll die drohende Kompetenzlücke adressiert werden, wenn erfahrenes Personal in den Ruhestand geht und jüngere Mitarbeiter noch nicht ausreichend geschult sind, um die anspruchsvollen Anforderungen zu erfüllen? Technische Hilfsmittel können hier helfen, nur sollte genau ausgewählt werden, welche davon auch tatsächliche Effekte mit sich bringen.

Lernmethoden verändern sich, Lernen wird wichtiger

Zwar haben sich die Lernmethoden über die Jahre wesentlich verändert, die Grundlagen in den Industrieanlagen sind aber weiterhin unverändert geblieben:

  • Die Bedeutung des Lernens über das Vertrauen zu den Ausbildern, zu Fachexperten und Kollegen wird bei zunehmender Komplexität immer wichtiger. Während ein breiteres Spektrum durch den Feldtechniker zu bearbeiten ist und gleichzeitig weniger Zeit für persönliche Schulungen oder andere Interaktionen zur Verfügung steht, fördern die im Rahmen von Industrie 4.0 bereitgestellten Möglichkeiten eine Verbesserung des sozialen Umfelds und helfen bei der Bearbeitung der Probleme.
  • Der Bedarf an praktischen Schulungen wird nicht wegfallen. „Man kann nicht Auto fahren lernen, indem man ein Buch liest“ ist ein treffendes Beispiel von Feldtechnikern, um herauszustellen, dass sie in ihrem Bereich mit ihren Händen lernen. Die Entschuldigung, keine Zeit für Schulung zu haben, ist immer noch zu hören. Dies galt vor 20 Jahren und heute ebenso, obwohl Qualifikationsdefizite bereits im Feld gesehen werden. Außerdem erwarten die Mitarbeiter aller Altersgruppen sofortigen Zugang zu Informationen zu haben. Anstatt einer langfristigen Abspeicherung und dem Aufbau der Kompetenz über Jahre hinweg möchte man sofort zum Experten werden.

Virtual und Augmented Reality für mehr Lern- und Einsatzeffizienz

Erfahrungen mit Mitarbeitern in der Industrie haben deutlich gemacht, dass praktische Schulungen gegenüber alternativen Methoden (Ausbildungskräfte passiv beobachten, Lernvideos, Handbuch lesen) bevorzugt werden. Außerdem wollen die Mitarbeiter kürzere, zielgerichtete Anweisungen, die je nach Bedarf abrufbar sind. Virtuelle und erweiterte Technologien sind ideal geeignet, diese speziellen Anforderungen zu erfüllen. Reale und virtuelle Welten (Virtual Reality = VR) verschmelzen miteinander und bilden eine neue Umgebung, in der physische (reale) und digitale (virtuelle) Objekte koexistieren und interagieren. Zusätzlich ermöglichen sie es, den Lernprozess flexibler und kürzer zu gestalten.

Ein Beispiel für diese Effizienzverbesserung gegenüber konventionellen papierbasierten Lern- und Ausbildungsmethoden liefert der Flugzeughersteller Boeing, der mit auf Augmented Reality (AR) basierten Schulungen die Produktivität und Qualität komplexer Fertigungsprozesse verbessert. In einem Versuchsprojekt wurden die Schulungsteilnehmer mit AR-Unterstützung durch die 50 Schritte geleitet, die für die Montage eines 30-Teile umfassenden Abschnitts einer Flugzeugtragfläche notwendig sind. Die Teilnehmer benötigten gegenüber einer Montage mithilfe von 2D-Zeichnungen und schriftlicher Dokumentation 35 % weniger Zeit. Darüber hinaus stieg bei den Mitarbeitern mit keiner oder wenig Erfahrung die Zahl derer, die die Aufgabe beim ersten Mal richtig erledigten, um 90 %.

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