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Arbeit 4.0

Arbeitsplatz 2025 in der digitalisierten Produktion

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Arbeit 4.0 ist in aller Munde. Maschinenbauexperten stellten sich nun die Frage, wie der Industriearbeitsplatz 2025 aussehen könnte – und definierte zuerst einmal die „autonome Fabrik“.

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Wie sieht der Industriearbeitsplatz 2025 aus? Diese Frage stellte sich die WGP im Rahmen ihrer Herbsttagung.
Wie sieht der Industriearbeitsplatz 2025 aus? Diese Frage stellte sich die WGP im Rahmen ihrer Herbsttagung.
(Bild: ©Theerapong - stock.adobe.com)

Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen? Diese Frage stellte sich die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik WGP auf ihrer Herbsttagung in Berlin. Erstmals wurde dabei der Industriearbeitsplatz 2025 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang sind vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchungen, allerdings gehen gesamtgesellschaftliche Veränderungen damit einher.

Definition autonomer Fabriken

Auf der Herbsttagung einigte sich der Zusammenschluss deutscher Maschinenbau-Professoren zunächst auf eine allgemeingültige Definition selbstlernender Produktionssysteme beziehungsweise autonomer Fabriken. Demnach gibt es fünf Stufen der Automatisierung, von denen die fünfte und letzte nicht mehr als „vollautomatisierte Systeme“ bezeichnet werden soll, sondern – angeglichen an die Definition in der Automobilindustrie – als „bedienerlose Systeme“, die selbstlernend und ohne menschliche Bedienung den Produktionsprozess regeln. Bedienerlos hieße laut WGP aber nicht, dass der Mensch in diesen Systemen keine Rolle mehr spielen wird, vielmehr würde er immer als Supervisor beziehungsweise Gestalter gefragt sein. Zumal es auch in Zukunft darum gehen wird, unter Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten den wirtschaftlichsten Wertschöpfungsprozess zu gestalten. Das heißt aber auch, dass nicht immer das höchste Level an Automatisierung notwendig oder sinnvoll sein wird.

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Deutschlands Vorsprung bleibt

Die zunehmende Automatisierung der Produktion auch in Ländern wie China oder Südkorea hat zur Folge, dass der Vorsprung, den Hochlohnländer und insbesondere Deutschland durch ihre gut ausgebildeten und international gefragten Fachkräfte heute noch haben, künftig schrumpfen könnte. Auch steht die Frage im Raum, ob durch aktuelle Entwicklungen wie die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) künftig weniger Mitarbeiter für den Betrieb und die Instandhaltung komplexer Produktionsanlagen benötigt werden.

Eine Arbeitsgruppe, welche sich mit den Wettbewerbschancen Deutschlands in Zeiten von Industrie 4.0 befasste, kam zum Ergebnis, dass der Vorsprung Deutschlands in näherer Zukunft gehalten werden kann. Grund dafür sei, dass Länder wie China oder die USA auf eine Software-getriebene Produktion setzten, Deutschland jedoch auf eine Prozessverständnis-getriebene Produktion. Letzteres bedeutet, dass die Mitarbeiter selbst bei zunehmender Automatisierung in der Lage sein müssen, den Prozess nachzuvollziehen und wo nötig entsprechend einzugreifen.

Angesichts der rasant fortschreitenden Automatisierung der Produktionssysteme ist allerdings eine möglichst schnelle Anpassung der Ausbildung von Fach- und Führungskräften in der Industrie eine drängende Herausforderung. Denn in den Lehrbüchern spielt die Digitalisierung noch keine Rolle. Hinzu kommt, dass die Ausbilder, seien es Berufsschullehrer oder Universitätsprofessoren, keine Digital Natives sind, aber ebensolche ausbilden sollen, weshalb die WGP den Schulterschluss mit anderen Akteuren auf dem Gebiet „Digitalisierung in der Ausbildung“ sucht.

Auf der Herbsttagung bestimmten die Professoren aus diesem Grund Vertreter, die mit diesen Akteuren, namentlich der Nachwuchsstiftung Maschinenbau des VDMA, den Industrie- und Handelskammern oder auch dem Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB), das Gespräch suchen werden. Ziel ist es, die Expertise der WGP, die sämtliche Bereiche der Produktionstechnik und -wissenschaft abdeckt, in die Ausbildungsinhalte einfließen zu lassen.

* Weitere Informationen: Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik e.V. (WGP), Tel. (0 69) 75 60 81-31, kneifel@wgp.de, www.wgp.de

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