Liquidmetal bei Engel

Aufbruchstimmung beim ersten Liquidmetal-Forum

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Extrem hart, aber hochelastisch

Ein dritter Partner ist der Materialhersteller und -distributor Materion mit Stammsitz in Mayfield Heights, Ohio, USA. Während der Forumveranstaltung stellten die drei Partner gemeinsam die neuen Materialien, deren effiziente Verarbeitung im Spritzguss und das Anwendungspotenzial vor.

Beeindruckt waren die Teilnehmer vor allem von den völlig neuartigen Materialeigenschaften. „Dank ihrer amorphen, nicht-kristallinen Struktur sind aus Liquidmetal hergestellte Bauteile extrem hart und gleichzeitig hochelastisch, was zu einem sehr guten Rückstellverhalten führt“, so Steffen Mack, Manager Business Development von Materion, in seinem Vortrag. „Sie haben ein geringes spezifisches Gewicht, sind korrosionsbeständig und biokompatibel.“ Dass sich die Legierungen im Spritzguss verarbeiten lassen, ist ein weiterer Vorteil gegenüber anderen metallischen Werkstoffen, denn dies ermöglicht besonders effiziente, hochautomatisierte und integrierte Fertigungsprozesse. In nur einem Arbeitsschritt liefert die Spritzgießverarbeitung einsatzfertige Bauteile mit einer sehr hohen Oberflächengüte.

Potenzial für viele Schlüsselbranchen

„Die Eigenschaften faszinieren jeden, der mit Kunststoffen oder Metallen arbeitet“, sagt Heinz Rasinger, Leiter des Geschäftsbereichs Teletronics von Engel Austria. „Jetzt geht es um die Frage, wie wir diese Eigenschaften bestmöglich nutzbar machen. Mit den Teilnehmern unseres Forums haben wir zum Teil schon sehr konkrete Ideen diskutiert. Es zeigt sich, dass es weniger darum gehen wird, die Werkstoffe bestehender Produkte zu substituieren, als vielmehr zu evaluieren, wie wir materialgerecht konstruieren können, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Was wir hier die zwei Tage erlebten, ist regelrecht eine Aufbruchstimmung, vergleichbar mit dem Aufkommen der Thermoplaste.“

Das große Interesse der Konferenzteilnehmer zeigte sich vor allem in den regen Diskussionen nach den Vorträgen und an der Spritzgießmaschine im Technikum. Dort wurden Musterteile produziert, kleine Fähnchen mit einer sehr filigranen, dreidimensional anspruchsvollen Struktur. Die Live-Demonstration stellte die Effizienz des Verfahrens, die hohe Präzision der Spritzgießmaschine sowie die herausragende Oberflächengüte der Produkte eindrucksvoll unter Beweis.

Im Panel of Experts hatten die Konferenzteilnehmer die Möglichkeit, ihre Produktideen und Fragen in einer kleinen, vertraulichen Runde mit den Experten von Engel, Liquidmetal Technologies und Materion zu diskutieren. Einige Firmen brachten hierfür Musterteile und CAD-Zeichnungen mit. „In den Gesprächen ergaben sich für einige Produkte sehr vielversprechende Ansätze“, so Rasinger. „Wir werden in Kürze mit den ersten Projekten starten.“

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