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Weconomy-Award

Aus dem Innern der Maschine

| Redakteur: Beate Christmann

Das Start-up Sensosurf der Universität Bremen erhält den Weconomy-Award 2016. Ausgezeichnet wird damit die Arbeit der jungen Gründer, Maschinenbauteile mithilfe von sensorischen Oberflächen zu digitalisieren. Dank einer selbstlernenden Software können Bauteile somit detaillierte Aussagen über ihren Zustand mitteilen.

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Das Kernteam des Start-ups Sensosurf mit intelligenten Bauteilen: Jette Winkelmann, Awais Khan, Martin Messmann und Dr. Cord Winkelmann.
Das Kernteam des Start-ups Sensosurf mit intelligenten Bauteilen: Jette Winkelmann, Awais Khan, Martin Messmann und Dr. Cord Winkelmann.
(Bild: Senosurf)

Fühlen, denken, sprechen – Fähigkeiten, die normalerweise dem Menschen zugesprochen werden. In Zeiten von Industrie-4.0 wird aber genau diese Kommunikation auch mit Maschinen immer wichtiger. Das haben auch die Gründungsmitglieder des Bremer Start-ups Sensosurf erkannt, das aus einem Forschungsprojekt am Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme an der der Universität Bremen hervorgegangen ist. Das Ergebnis sind hauchdünnen sensorischen Oberflächen mit Mikrosensoren für Maschinenbauteile, die mithilfe einer selbstlernenden Software Aussagen über den Zustand der Bauteile in Echtzeit ermöglichen. Diese Geschäftsidee begeisterte jüngst die Jury de Gründerwettbewerbs Weconomy, mit dessen Award das Start-up nun ausgezeichnet wurde.

Kommunikation in Echtzeit

Während bisher externe Sensoren an industriellen Anlagen Auskunft über den Zustand einer Maschine geben, entwickelten die Gründer von Sensosurf hochrobuste sensorische Schichten, die mit Maschinenbauteilen zu einer Einheit verschmelzen und so noch genauere Informationen aus dem Maschineninneren ermöglichen. Dadurch können Bauteile wie Kugellager oder Schrauben Belastungen direkt dort messen, wo sie auftreten. Mithilfe einer eigens hierfür entwickelten selbstlernenden Software werden die Daten des Bauteils in Echtzeit ausgewertet und direkt zu Informationen aufbereitet. Mögliche Probleme werden so frühzeitig erkannt und können aktiv gesteuert werden.

Aktuell arbeitet das Start-up an der Entwicklung einer intelligenten Linearführung. „Diese wird in der Lage sein, beispielsweise in einer Fräsmaschine die Qualität des hergestellten Produktes zu überwachen“, erklärt Geschäftsführer und Gründer Dr. Cord Winkelmann. Dank der Auszeichnung von Weconomy wird Sensosurf nun ein Jahr lang intensiv bei der weiteren Umsetzung der Geschäftsidee und beim Aufbau eines noch größeren Netzwerkes durch wichtige Partner aus der Industrie unterstützt. Zum Auftakt treffen die Gründer Ende Oktober bei einem Netzwerkwochenende Top-Manager der deutschen Wirtschaft, darunter Franz Fehrenbach (Bosch), Margret Suckale (BASF) und Wilfried Porth (Daimler). Die Jungunternehmer um Winkelmann freuen sich: „Die Kontakte bringen uns einen großen Schritt näher an unser Ziel, alle industrielle Bauteile in kritischen und anspruchsvollen Einsatzfeldern ganz im Sinne von Industrie 4.0 mit der notwendigen Intelligenz auszustatten.“

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