Sauer macht kompostig Forscher präsentieren kompostierbare Leiterplatte aus Pilzmyzel

Quelle: TU Bergakademie Freiberg 1 min Lesedauer

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Die TU Bergakademie Freiberg stellt hier eine kompostierbare Leiterplatte aus dem Pilzmyzel Aspergillus niger mycelium vor, einem Abfallprodukt der Zitronensäureproduktion ...

Jetzt gibt es kompostierbare Leiterplatten aus Pilzmyzel, um in Zukunft vielleicht Berge von Elektroschrott zu vermeiden. Hier ist eine solche im Funktionstest. Hat sie ausgedient, kann sie entsorgt werden, wobei die Elektronikkomponenten auf ihr, keinen Schaden nehmen würden ...(Bild:  TU Bergakademie Freiberg / A. Hiekel)
Jetzt gibt es kompostierbare Leiterplatten aus Pilzmyzel, um in Zukunft vielleicht Berge von Elektroschrott zu vermeiden. Hier ist eine solche im Funktionstest. Hat sie ausgedient, kann sie entsorgt werden, wobei die Elektronikkomponenten auf ihr, keinen Schaden nehmen würden ...
(Bild: TU Bergakademie Freiberg / A. Hiekel)

Leiterplatte bestehen in der Regel aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Und Elektroschrott dieser Art fällt in unseren elektronikisierten Zeiten in immer größeren Massen an, heißt es. Doch es gibt jetzt eine Alternative zu Kunststoff und Glasfaser! Forscher der TU Bergakademie Freiberg greifen dazu auf Biomasseabfall aus der Zitronensäureproduktion zu. Den statt diesen Biomasse zu entsorgen, verarbeitet das Team das Ganze in einem innovativen Verfahren zu einem dem Kunststoff ähnlichen Material. Durch Formen und Lufttrocknung macht man daraus dann eine kleine, etwa 0,5 Zentimeter dicke Platte mit einer Dichte von 1,23 Gramm pro Kubikzentimeter – vergleichbar mit der Dichte von herkömmlichen Leiterplatten. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Leiterplatte weise das Pilzmyzel einen bis zu 56 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck auf und könne am Ende einfach und ohne gefährliche Rückstände in Wasser aufgelöst werden.

Juniorprofessor Linus Stegbauer von der TU Bergakademie Freiberg zeigt hier eine Probe des im Labor pulverisierten und getrockneten Pilzmyzels, aus dem sich die kompostierbaren Leiterplatten herstellen lassen.(Bild:  TU Bergakademie Freiberg / A. Hiekel)
Juniorprofessor Linus Stegbauer von der TU Bergakademie Freiberg zeigt hier eine Probe des im Labor pulverisierten und getrockneten Pilzmyzels, aus dem sich die kompostierbaren Leiterplatten herstellen lassen.
(Bild: TU Bergakademie Freiberg / A. Hiekel)

Pilzmyzel-Leiterplatte kann Tonnen von Elektroschrott vermeiden

Mit Verfahren Direkt Ink Writing oder einem Standard-Ätzverfahren und manuellem Löten konnten die Forscher auch schon elektronische Bauteile direkt auf die aus Pilzmyzel gefertigten Leiterplatten aufbringen. In den Labortests habe sich gezeigt, dass das Alternativmaterial gute mechanische Eigenschaften und eine gute Hitzestabilität ins Feld führe. „Obwohl die elektrischen Eigenschaften noch unter denen von Standard-Leiterplatten liegen, ist Pilzmyzel für Prototypen oder niederfrequente Anwendungen ausreichend – etwa für Umweltsensoren, Verbrauchsartikel und Spielzeuge“, erklärt Nina Oehlsen, Doktorandin an der TU Bergakademie Freiberg und Erstautorin der wissenschaftlichen Publikation. Damit die Platten künftig aber wie die üblichen eingesetzt werden können, muss man noch nach Standards wie IPC-A-600 oder DIN EN 60249-1 testen und diese auch noch im Hinblick auf eine geringere Wasseraufnahme optimieren, wie die Forscher anmerken. Das kommt vielleicht zur richtigen Zeit, denn bis 2030 werden laut dem „Global E-waste Monitor“ rund 82 Millionen Tonnen üblicher Elektroschrott erwartet.

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