Organoblech AVK-Innovationspreis für Crashmuffin

Redakteur: Peter Königsreuther

Im Oktober erhielt der in Saarlouis ansässige Automobilzulieferer Stadco zusammen mit seinem Partner IVW, dem Institut für Verbundwerkstoffe in Kaiserslautern, den begehrten AVK-Innovationspreis 2014 in der Kategorie „Innovative Produkte und Anwendungen“ für die Entwicklung eines effektiven GFK-Crashabsorbers.

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Sieht aus wie ein Süßgebäck-Förmchen, sorgt aber nicht für mehr Pölsterchen auf den Rippen, sondern "polstert" im Crashfall vor gefährlich hohen Kräften: Der GFK-Crashmuffin von Stadco aus Saarlouis, der zusammen mit dem Projektpartner IVW aus Kaiserslautern entwickelt wurde.
Sieht aus wie ein Süßgebäck-Förmchen, sorgt aber nicht für mehr Pölsterchen auf den Rippen, sondern "polstert" im Crashfall vor gefährlich hohen Kräften: Der GFK-Crashmuffin von Stadco aus Saarlouis, der zusammen mit dem Projektpartner IVW aus Kaiserslautern entwickelt wurde.
(Bild: Stadco)

Die AVK Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe mit Sitz in Frankfurt a. M. verleiht jedes Jahr ihren Innovationspreis in den Kategorien „Innovative Produkte und Anwendungen“, „Innovative Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“. Der Preis an Stadco und IVW wurde für die Entwicklung eines Crashabsorbers aus thermoplastischem Faserverbundwerkstoff verliehen. Dieses Bauteil soll zunächst im Bereich der Stoßfänger eines Automobils eingesetzt werden. Bei einem Unfall nimmt es einen Teil der beim Zusammenprall freiwerdenden Energie auf und erhöht somit die passive Sicherheit der Insassen.

Crashmuffin knickt nicht ein

Hergestellt wird der dreidimensionale Absorber aus einem Organoblech. Hierbei handelt es sich um eine Platte aus mehreren Glasfasergewebelagen, die mit einem Thermoplast, in diesem Fall PA6, getränkt sind. Die Umformung zur Crashbox erfolgt in einem kostengünstigen einstufigen und drapierfreien Umformprozess. Diesem Verfahren, das dem Formen eines Muffin-Papiers sehr ähnlich ist, und seiner gewellten Form verdankt das Bauteil auch den oft verwendeten Namen „Crashmuffin“. Die spezielle Form macht den Absorber enorm stabil gegen ein Einknicken beim Aufprall, auch gegen schräge, sogenannte Offaxis-Belastungen.

Halb so schwer wie ein Metallabsorber

„Der Crashmuffin absorbiert bei einer Impaktbelastung eine ähnlich hohe Energie wie die metallischen Pendants, dies jedoch bei einer Gewichtsersparnis von bis zu 50 % und einem bei weiterem geringeren Bauraum“, äußert sich Michael Hibben, Entwicklungsleiter der Stadco Saarlouis, zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Ein weiterer Pluspunkt ist das problemlose Recycling durch den Einsatz eines thermoplastischen Faserverbundstoffes. Je nach Anforderung können bei der Herstellung auch andere Fasern, wie Kohle- oder auch Naturfasern, sowie Biopolymere eingesetzt werden. Stadco und das IVW, das für den Crashmuffin ein entsprechendes Patent beantragt hat, werden auch in Zukunft gemeinsam an der Weiterentwicklung dieses sicherheitsrelevanten Produktes arbeiten. MM

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