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Konkrete Vorstellungen, in welche Richtung eine Richtlinie gehen sollte, hat Jäschke: „Wir erwarten eine Umsetzung, die möglicherweise nicht oder nicht nur Labeling umfasst, sondern auch Mindestanforderungen an die Effizienz der Kompressoren. Durch die Mindestanforderungen könnten Maschinen mit einem sehr schlechten Wirkungsgrad vom Markt gehalten werden.“
Hersteller sollen belastbare Angaben zum spezifischen Arbeitsbedarf der Maschinen angeben
Einen anderen Vorschlag hat Karl Morgenbesser, Geschäftsführer der KMO Turbo GmbH: „Die Betreiber von Großanlagen müssten vor der Investition in neue Maschinen erst einmal von einem fachkundigen und neutralen Experten über die Möglichkeiten aufgeklärt werden. Die Experten sollten sich nicht nur mit den weit verbreiteten Schraubenverdichtern beschäftigen, sondern auch die Vorzüge der alternativen Kompressoren kennen.“
Er plädiert dafür, dass Hersteller verpflichtet werden, belastbare und vergleichbare Angaben zu dem spezifischen Arbeitsbedarf ihrer Produkte über dem Betriebsbereich abzugeben. Aufgabe der herstellerunabhängigen Experten könnte es dann sein, den Betreibern die Unterschiede in den Lebenszykluskosten vor Augen zu führen. „Der Anschaffungspreis ist dabei von absolut untergeordneter Bedeutung“, verdeutlicht Morgenbesser.
Definition eines energieeffizienten Kompressors lässt sich nur eingeschränkt festlegen
Kopfzerbrechen bereitet allerdings den befragten Fachleuten, auf welche Weise ein Labeling oder Mindestanforderungen definiert werden können. „Ein Kompressor für die industrielle Anwendung ist ein so komplexes System und das Einsatzspektrum so differenziert, dass ein einfaches Labeling, wie wir es von Kühlschränken oder Waschmaschinen kennen, nicht zu erwarten ist“, sagt Carstensen. „Die Definition eines energieeffizienten Kompressors oder auch anderer Druckluftsystem-Komponenten lässt sich nur eingeschränkt festlegen, da das Zusammenspiel des Gesamtsystems zu betrachten ist“, ergänzt Markus Höhne.
Die einzelnen individuellen Anforderungen des Anwenderbedarfsprofils, wie der Betriebsdruck, die Druckluftqualität, das Lastprofil oder auch die Betriebs- und Installationsbedingungen, würden den bestmöglichen und den gegenwärtig erreichten Wirkungsgrad als Benchmark bestimmen. „Andernfalls wäre es notwendig, für Kompressoren eines jeden Typs eine Festlegung zu treffen“, befürchtet er.
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