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Dabei wäre jedoch zu unterscheiden zum Beispiel nach Betriebsdruck, Antriebsleistung, einspritzgekühlt oder ölfrei verdichtend, mit Festdrehzahl oder drehzahlgeregelt, luft- oder wassergekühlt, Kolben-, Schrauben- oder Turboverdichter. „Jeder der Typen hat seine Daseinsberechtigung in Abhängigkeit von seiner Anwendung. Jedoch wäre eine pauschale Kennzeichnung fehl am Platz oder nicht eindeutig möglich“, erläutert der Ingersoll-Rand-Manager.
Bei einzelnen Komponenten kann Labeling Vorteile bringen
Weniger schwierig gestaltet sich hingegen das Labeling bei anderen Komponenten einer Druckluftanlage. „Die Komponenten müssen dem höchsten Standard entsprechen. Ein Beispiel dafür sind die Energieeffizienzklassen der Elektromotoren“, fordert Carstensen. Höhne nennt als weiteres Beispiel den Einsatz von direktgetriebenen Aggregaten zur Vermeidung von Riemenverlusten.
„Da das Thema Energiekostensenkung einen immer höheren Stellenwert bei den Betreibern von Druckluftanlagen erlangt und der Aspekt der Produktlebenszyklus-Kosten vermehrt berücksichtigt wird, kann ein Labeling bei Filtern Vorteile bringen“, sagt Carstensen. „Es könnte zu einer nachvollziehbaren Einstufung der Energieeffizienz führen und dem Druckluftanwender mehr Transparenz bieten bei der Auswahl der Komponenten für eine Druckluftanlage.“ Damit wäre ein Labeling seiner Ansicht nach ein Schritt zu mehr Transparenz beim Beurteilen der Filterleistungsdaten.
Druckluftfilter als eigenständige Komponenten würden sich für eine derartige Kennzeichnung anbieten, da sie den Stromverbrauch der Kompressoren erheblich beeinflussten. „Bei Koaleszenzfiltern, die der Norm ISO 12500-1 und ISO 12500-3 entsprechen, ist zwar eine Vergleichbarkeit gegeben, jedoch könnte mit einem Label direkt die Energieeffizienz dokumentiert werden“, erläutert der Donaldson-Geschäftsführer. „Entscheidend dafür ist der Differenzdruck, der beim Filtern von Druckluft und Gasen entsteht. Bei unserer neuen Filtrationstechnologie Ultrapleat konnte der Differenzdruck um 50 % im Vergleich zur vorhergehenden Baureihe auf 180 mbar reduziert werden, und das bei ebenso guter Filtrationsleistung.“
Bei verketteten Anlagen geben einzelne Labels wenig Aufschluss
Die Frage bleibt: Lässt sich eine komplette Druckluftanlage überhaupt mit einem Labeling erfassen? „Bei der Betrachtung des gesamten Druckluftsystems stehen die Antriebe der Kompressoren und deren Regelung sowie die Komponenten für die Druckluftaufbereitung, sprich die Druckluftfilter und Adsorptionstrockner, im Fokus“, sagt Carstensen. „Auch hier hilft eine objektive Vergleichbarkeit unter Berücksichtigung der Energieeffizienz bei der Auswahl ressourcenschonender Komponenten und ist daher aus unserer Sicht ein Schritt zur Verbesserung der Gesamteffizienz einer Druckluftanlage.“
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