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5. Fachtagung Carbon Composites Buntes Informations-Feuerwerk für FVK-Enthusiasten

| Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Fans von Faserverbundwerkstoffen (FVK) kamen kürzlich in Augsburg wieder voll auf ihre Kosten. Das fünfte Mal zeigte sich die Fachtagung Carbon Composites als ergiebige Erkenntnisquelle zu diesem, mittlerweile alle Schlüsselbranchen berührenden Trendthema.

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DAS war einer der absolut beeindruckendsten Hingucker bei der 5. Fachtagung Carbon Composites in Augsburg...viel Spaß beim Entdecken weiterer Highlights dieses Faserverbund-Events...
DAS war einer der absolut beeindruckendsten Hingucker bei der 5. Fachtagung Carbon Composites in Augsburg...viel Spaß beim Entdecken weiterer Highlights dieses Faserverbund-Events...
(Bild: Wengel)

Zum fünften Mal in Folge legte das Veranstalter-Team aus den Eventspezialisten des CC e. V.- und des MM MaschinenMarkt eine echt heiße Fachtagungssohle zum Thema Faserverbundwerkstoffe aufs Parkett. Letzteres befand sich diesmal aber nicht mehr in den zuvor genutzten Räumlichkeiten des Congress-Turmes, sondern erstmals auf dem Augsburger Messegelände, wo großzügigere Räumlichkeiten und bessere Zugangsmöglichkeiten zum Ort des FVK-Geschehens es erlaubten, auch große Exponate den Besucher zu präsentieren.

Einer dieser großformatigeren Eyecatcher war beispielsweise ein komplettes Segelflugzeug des Fachtagungsausstellers DG Flugzeugbau GmbH, in welches man auf FVK-Technik basierende Aktuatoren integriert hat, um so ganz neue Möglichkeiten in Bezug auf das aerodynamische Flugverhalten des Leichtbau-Sportflugzeugs eröffnen zu können.

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In jeder Fluglage am Optimum

Jelmer Wassenaar von DG Flugzeugbau klärte das Auditorium außerdem in seinem Vortrag über diese neue Art der Aerodynamikbeeinflussung bei einem Segelflugzeug näher auf. In der allgemeinen Luftfahrt und speziell bei Segelfliegern gebe es zwar schon lange komplette Strukturen aus leichten Faserverbundwerkstoffen, doch weitere Leistungsverbesserungen könnten nur durch grundlegende Änderungen und Erweiterungen der Flugzeugstruktur erreicht werden. „Aktuatoren, die situationsabhängig für Aerodynamik- anpassungen sorgen können, sind ein wichtiger Baustein zur Flugzeugoptimierung der Zukunft“, betonte Wassenaar. Gemeinsam mit dem Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) aus Kaiserslautern zeigte die DG Flugzeugbau am Beispiel sogenannter verbundwerkstoffintegrierter adaptiver Wirbelerzeuger, auch Turbulatoren genannt, wie sich eine Aktuatorik in ein Hochleistungs-Segelflugzeug implementieren lässt.

Die Funktion sieht dann folgendermaßen aus: Die Wirbelerzeuger werden für den Langsamflug auf der Flügeloberfläche ausgeklappt und vermischen so die schnellere, energiereiche Außenströmung mit der Grenzschicht. So werden langsamere und steilere Anflüge möglich, weil die dafür notwendige Mindestgeschwindigkeit deutlich verringert werden kann, erklärte Wassenaar. Diese Wirbelerzeuger sind außer für mehr Energieeffizienz noch für andere positive Effekte verantwortlich. Denn sie verringern etwa Geräuschemissionen beim Fliegen und machen den Langsamflug generell sicherer, wie es heißt.

Zur Umsetzung der Idee wird ein am IVW entwickeltes „Aktives-Hybrid-Verbundwerkstoff“-Konzept eingesetzt, mit dem man bei minimaler Bauraum- und Gewichtsbelastung für das Flugzeug eine dezentrale Aktorik einsetzen kann. Werkstoffkonform integrierte Elemente aus einer Formgedächtnislegierung können dabei mittels elektrischer Ansteuerung gezielt in sich verformt werden. Dieses Konzept erlaube es auch, sehr flache und dennoch leistungsfähige Turbulatoren zu fertigen, die, flächig integriert, mit Verformungen im einstelligen Prozentbereich bei einer Aktuatorspannung von mehreren Hundert Megapascal, die gewünschten Effekte hervorrufen.

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