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Das Thema CFK mittels Impulsvortrag kennen lernen
Danach führte Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler, Vorstandsvorsitzender des Spitzenclusters MAI Carbon und Inhaber des Lehrstuhls für Carbon Composites an der Technischen Universität München in seinem Impulsvortrag tiefer in den CFK-Themenkomplex ein. Er informierte darüber, was den Werkstoff ausmacht und wie er heutzutage verwendet wird und machte Analogien zwischen der Anwendung von CFK und der Natur deutlich. Man konnte erfahren, dass CFK-Bauteile bei einem Crash etwa das Fünffache an Energie aufnehmen als Stahlkomponenten.
Faserverbundwerkstoffe reduzieren die Komponentenzahl
Auch das Carbonfasern heute durchaus aus Bio-Ausgangsstoffen hergestellt werden könnten, war ein Thema. Welche enormen Einsparmöglichkeiten der Einsatz von faserverstärkten Bauteilen mit sich bringt, war ein weiterer Aspekt seines Vortrages: So konnte an einem Roadster, dessen Rahmen bisher aus 150 Metallkomponenten aufgebaut war, durch den Einsatz von CFK, die Teilezahl auf drei reduziert werden. Allerdings, so Drechsler, muss das oberste Ziel der Zukunft sein, die CFK-Teileherstellung so günstig zu machen, dass sich ein Masseneinsatz wirtschaftlich rechtfertigen lässt. Lösungen könnten hoch funktionalisierte Preforms bieten, das prozesssichere Patchen, also Stückeln von CFK-Abschnitten bei Kleinserien, ein hohes Maß an Automation bei Großserien sowie der Einsatz von möglichst endkonturnah fertigenden Maschinen sein, wie es etwa beim Flechten der Spanten für den A 320 im CFK-Valley Stade geschieht.
Expertenrunde diskutiert das CFK-Potenzial
Direkt im Anschluss nahmen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion Stellung zur Hauptfrage des Abends, ob es sich bei Carbon nur um einen aktuellen Hype oder einen zukunftsträchtigen Trend handelt. Zahlreiche Fragen und Beiträge aus dem Publikum ließen das große Interesse an diesem Werkstoff spürbar werden.
So waren sich die Experten einig, dass der Einsatz von CFK ein sinnvoller Trend ist, der jedoch von den Medien zum Hype hoch stilisiert werde. Der breitere Einsatz dieser Werkstoffe ist ein logischer Schritt in die Zukunft, wie etwa Thomas Stute, Experte für Raumfahrt anmerkte. Dr. Hubert Jäger von SGL Carbon mahnte, das alles nur dann wirklich funktioniert, wenn die Kosten drastisch gesenkt werden können und etwa Komponenten unter 3 min gefertigt werden können; sonst bleibt CFK ein Nischenwerkstoff. Das sei ein Ziel, das nur gemeinsam und segmentübergreifend erreicht werden könne.
Dr. Lars Herbeck von Voith sieht im Moment einen Hype, getragen durch die Berichte über den BMW i3, jedoch wird sich dieser nach seiner Ansicht auf das gesunde Niveau eines Trends herunter schrauben.
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