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Energiebilanz und Umweltwirkung von CFK
Laut Timm ist die ganze Kette in Sachen Energiebilanz noch nicht erschlossen worden. Die bisher vorliegenden Daten und Zahlen seien noch nicht wirklich verifizierbar. Aber vor allem der Automobilbau ist damit beschäftigt belastbare Fakten zu präsentieren, wie Timm erklärte. Hubert Jäger ergänzte, dass die USA etwa bei der Herstellung der Fasern viel auf Wasserkraft setzen können und daher die Umweltbilanz durch den einsatz solch grüner Energie besonders gut aussieht. Allerdings optimiere der Einsatz von Carbonfasern in der Windkraft die Eigenschaften von Energiesytemen, sagte Jäger, denn ohne diese wäre der Bau von 70-Meter-Rotoren nicht möglich. Bei der E-Mobilität wirkt sich CFK auf das Gewicht und damit den Energieverbrauch aus. Im Bausektor ist es die Haltbarkeit dieses modernen Werkstoffs, der nicht wie die heute üblichen Stahlarmierungen mit der Zeit korrodiert, so Jäger.
In wie weit ist CFK recyclebar?
Hans-Wolfgan Schröder erwähnte im Rahmen dieser Frage, dass Stade bereits eine Pyrolyseanlage betreibt, mithilfe derer die Carbonfasern zurück gewonnen werden sollen. Das Projekt ist noch in der Untersuchungsphase. Man sei jedoch heute schon weiter als noch vor 10 Jahren, so Schröder.
Am Ende muss es gelingen, emotionale Produkte, die wettbewerbsfähig sein müssen zu bieten.
230 Besucher hörten den CFK-Experten zu
Mit über 230 Besuchern waren alle Sitzplätze im Hangar des Dorniermuseums belegt und die Veranstalter mehr als zufrieden. Alfred Küchle, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreis Dornier Museum, freute sich über den gelungenen Abend: „Diese Präsenz von Sachverstand in einer so hochkarätig mit Fachleuten besetzten Podiumsdiskussion gab der Veranstaltung die besondere Auszeichnung. Das Auditorium honorierte dies mit absoluter Aufmerksamkeit und fundierten Fragestellungen. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion luden die Veranstalter zu einem rege genutzten Networking mit Imbiss und einem Besuch der aktuellen Sonderausstellung „Mit Carbonfaser in die Zukunft“ ein.
Dr. Hans-Wolfgang Schröder vom Carbon Composites e.V. (CCeV) resümierte die Hauptfrage des Abends so: „Blickt man zurück, so erscheint der Einsatz von Carbon im Flugzeugbau als ein Trend, der aber immer wieder von einzelnen Hypes überlagert wurde. Seine besonderen Eigenschaften ließen Carbon inzwischen auch in andere Bereiche, wie Fahrzeug- und Maschinenbau, Bauwesen, Energie und Umwelt oder Lifestyle Eingang finden und so zu einem zukunftsträchtigen Trend werden. Eventuelle Hypes in einzelnen Anwendungsbereichen werden diesen Trend nicht stoppen.“ Egon Wirth, ehemaliger Marketingleiter bei dem Webmaschinenhersteller Lindauer Dornier GmbH, fügte hinzu: „Und wenn es gelingt, die Fertigungsschritte in der Prozesskette auf ein bis zwei Minuten zu verringern, wird es mit Sicherheit ein langfristiger Trend.“
MM
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