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Maschinenexporte

Chinesischer Markt hat eigene Herausforderungen

| Autor: Stéphane Itasse

Die Übernahmen von Yadon war für Schuler der Weg, um sich das mittlere Marktsegment in China und weltweit zu erschließen.
Die Übernahmen von Yadon war für Schuler der Weg, um sich das mittlere Marktsegment in China und weltweit zu erschließen. (Bild: Schuler)

Für die deutschen Maschinenbauer gehört China schon seit längerer Zeit zu den wichtigsten Exportmärkten. Doch mit dem rasanten Wandel des Landes kommen neue Herausforderungen für die Exportunternehmen.

„Das Erfolgsmodell des deutschen Maschinenbaus gerät unter Druck“, sagt Stefan Klebert, CEO des Pressenherstellers Schuler, auf der WBK-Herbsttagung in Karlsruhe. Bisher fußt nach seinen Worten der Erfolg auf drei Säulen: einem hohen Exportanteil, einer hohen Wertschöpfung im Inland und einer Premiumausrichtung. Dieses Modell werde nun von zwei Seiten bedroht: Auf der einen Seite von der US-Regierung mit ihrer Devise „America first“, auf der anderen Seite von einem aufholenden chinesischen Maschinenbau.

„In China steckt so viel Dynamik, dass es notwendig ist, sich mit allem zu beschäftigen“, erläuterte Klebert weiter. Beispielsweise hätten es die Maschinenbauer der Volksrepublik geschafft, im Jahr 2015 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) ihren Anteil weltweiten Maschinenexport auf 13,3% zu steigern und damit nahe an die 15,4 % für Deutschland zu rücken. Auch beim Umsatz hätten Chinas Branchenunternehmen ihre deutschen Konkurrenten mittlerweile deutlich hinter sich gelassen – im Jahr 2016 erwirtschafteten sie zusammen etwa 964 Mrd. Euro, die Maschinenbauer aus der Bundesrepublik nur 262 Mrd. Euro. „China will nicht länger Werkbank internationaler Konzerne sein“, sagte Klebert, sondern seine eigene Wertschöpfung. „Die Folge ist: Unternehmen werden auf dem chinesischen Markt eine immer stärkere heimische Konkurrenz erleben. Die Luft für den deutschen Maschinenbau wird dünner“, folgerte der Schuler-CEO.

Schuler erschließt neue Märkte durch Übernahme in China

Die deutschen Maschinenbauer brauchen deshalb seinen Worten nach eine neue Wachstumsstrategie: In China und vielen anderen Ländern wachse das Marktsegment der Maschinen mittlerer Qualität wesentlich stärker als das Premiumsegment – jenes müssten die deutschen Maschinenbauer für sich erschließen und gleichzeitig ihren Premiumanspruch beibehalten. „Die Frage ist: Wie kommt man in das Mittelklassesegment hinein?“, sagte Klebert weiter.

Schuler selbst beantwortete diese Frage im Jahr 2015 mit der mehrheitlichen Übernahme des chinesischen Pressenbauers Yadon – nach mehreren vergeblichen Versuchen von Schuler, selber Maschinen für das mittlere Marktsegment zu entwickeln, wie Klebert einräumte. Etwa zweieinhalb Jahre nach dem Kauf zog er auf der Tagung eine positive Bilanz. „Mit Yadon haben wir nicht nur Zugang zu über 1000 chinesischen Kunden und ihren Zulieferern erhalten, sondern auch zu einer neuen Supply Chain“, erläuterte der Schuler-CEO. Darunter seien neue Lieferanten, aber auch mit bestehenden Lieferanten habe sich Schuler auf günstigere Yadon-Konditionen einigen können. Zusammen hätten Yadon und Schuler außerdem neue Produkte entwickelt, beispielsweise ein neues Pressensortiment für das mittlere Marktsegment in den USA.

Chinas Regierung will Abhängigkeit von der Fertigungsindustrie senken

Detaillierter auf die Lage in China ging bei der Tagung Dr. Albert Heuser, früherer Chairman Greater China von BASF, ein. So sehe es die chinesische Führung als eher negativ, dass China stark von der Fertigungsindustrie abhänge, aber darin keine große Wertschöpfung habe. Auch müsse die Qualität chinesischer Produkte besser werden und eine Steigerung der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen sei nötig. Zu den Antworten darauf gehörten die Initiativen „China Manufacturing 2025“ und „Neue Seidenstraße“, außerdem der Aufbau eigener, globaler Konzerne und die Übernahme ausländischer Unternehmen.

Ein Beispiel, wie China in definierten Branchen die Führung übernehmen wolle, sei das Vorgehen in der Automobilindustrie. „Die Chinesen haben verstanden, dass sie den Vorsprung der Industrieländer beim Verbrennungsmotor nicht aufholen werden. Deshalb setzen sie auf alternative Antriebe, um an die Spitze im Automobilbau zu kommen“, erläuterte der frühere BASF-Chairman.

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