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Remote Support

Datenbrillen speziell für den Industrieeinsatz

| Autor/ Redakteur: Robert Duchac / Beate Christmann

Die Potenziale der Digitalisierung für die Instandhaltung nutzbar machen: Mit dem Head Mounted Tablet ist nun eine Art Datenbrille speziell für den industriellen Einsatz erhältlich. Sie ist rein sprachgesteuert, sodass die Hände fürs Arbeiten frei bleiben.

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Per Sprachsteuerung bedienbar: Das Head Mounted Tablet von Realwear sorgt dafür, dass Servicetechniker stets die Hände für Wartungsmaßnahmen frei haben. So können sie beispielsweise von Spezialisten via Video-Call bei ihrer Arbeit angeleitet werden.
Per Sprachsteuerung bedienbar: Das Head Mounted Tablet von Realwear sorgt dafür, dass Servicetechniker stets die Hände für Wartungsmaßnahmen frei haben. So können sie beispielsweise von Spezialisten via Video-Call bei ihrer Arbeit angeleitet werden.
(Bild: Barcotec, Realwear)

Remote Support, Remote Mentoring oder Remote Service unter Zuhilfenahme von Datenbrillen sind in Zeiten der Digitalisierung und der damit einhergehenden Industrie 4.0 Schlagwörter, die immer dann fallen, wenn es um moderne Instandhaltungsmaßnahmen geht. Doch der praxistaugliche Einsatz für industrielle Umgebungen, die in der Regel laut, schmutzig und immer noch oft offline sind, gestaltete sich bisher eher schwierig. Dies ergab sich daraus, dass die ersten Gehversuche mit Datenbrillen erfolgten, die vorrangig für den privaten Gebrauch bestimmt waren.

Ein auf dem Kopf getragenes Tablet

Im Jahr 2017 nun hat Realwear, ein amerikanisches Silicon-Valley-Start-up und mittlerweile mittelständisches Unternehmen mit Hauptsitz in Vancouver (Washington/USA), unter anderem gemeinsam mit Barcotec, einem Anbieter von automatischer Datenerfassung aus Österreich und Vertriebspartner von Realwear in Europa, eine Lösung speziell für den industriellen Einsatz auf den Markt gebracht: das HMT-1, ein rein sprachgesteuertes Head Mounted Tablet, also ein auf dem Kopf getragenes Tablet, das auf Basis des Betriebssystems Android läuft.

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Funktionsprinzip „Say what you see“

Die Anforderungen, die an die Entwicklung gestellt wurden, lassen sich wie folgt zusammenfassen: eine praxis- und industrietaugliche Hardware für den vielseitigen Einsatz, eine offene Android-Plattform für möglichst große Flexibilität und einen schnellen und unkomplizierten Start mit dem Gerät. Daraus resultierte das Ziel, eine Hardware zu entwickeln, die nach dem einfachen Prinzip „Say what you see“ („Sage, was du siehst“) funktionieren sollte.

Zudem war es den Technikern wichtig, keine weitere Brille zu konstruieren, sondern ein individuell einstellbares Mikrodisplay. Dieses sollte kompatibel sowohl mit optischen Brillengläsern als auch mit Schutzbrillen und Sicherheitshelmen und dennoch, zugunsten der Leserlichkeit, groß genug sein. Zudem sollte die Hardware nur mit Sprachkommandos gesteuert werden, damit die Hände wirklich jederzeit frei bleiben, genauso wie die Sichtachse – und all das gepaart mit einer langen Akkulaufzeit.

Hilfestellung per Video-Call

Einer der ersten Anwender der neuen Hardware war Palfinger, ein Anbieter von hydraulischen Hebe- und Ladelösungen mit Sitz in Österreich, der vor allem für seine Lkw-Knickarmkrane bekannt ist. Palfinger integrierte das Head Mounted Tablet in sein neues Konzept Smart Box & Smart Eye für Hubarbeitsbühnen. Dort dient es seither als Unterstützung der Servicetechniker, denen zum Beispiel via Video-Call durch einen Spezialisten Hilfestellung für Reparatur- und Servicearbeiten gegeben wird. Dabei muss der Servicetechniker die Hubarbeitsbühne nicht verlassen, sondern bleibt direkt beim Problem und kann dieses gemeinsam mit dem Spezialisten bearbeiten, da er die Hände dafür frei hat.

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