Sicherheitsbremsen Den Betriebszustand der Bremse immer im Blick

Redakteur: Stefanie Michel

Das Monitoring von elektromagnetischen Sicherheitsbremsen rückt immer mehr in den Fokus. Mit einem intelligenten Bremsenansteuermodul werden neue Standards gesetzt. Das Modul kann Bremsen nicht nur bestromen, sondern auch sensorlos überwachen. Es ist flexibel und einfach in bestehende Systeme integrierbar.

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Das Modul Roba-brake-checker kann Bremsen nicht nur bestromen, sondern auch sensorlos überwachen.
Das Modul Roba-brake-checker kann Bremsen nicht nur bestromen, sondern auch sensorlos überwachen.
(Bild: Mayr Antriebstechnik)

Mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen, Prozessen und Maschinen steigen auch die Anforderungen an die einzelnen Komponenten eines Antriebstrangs. Mayr Antriebstechnik stellt sich deshalb den aktuellen Herausforderungen der Industrie 4.0. und hat schon heute intelligente Produkte im Programm, die mit den übergeordneten Steuerungen kommunizieren können.

Zu den neuesten Entwicklungen zählt dabei das intelligente Bremsenansteuermodul Roba-brake-checker, das Sicherheitsbremsen nicht nur bestromen, sondern auch sensorlos überwachen kann. Es erkennt den Schaltzustand des Aktors sowie Verschleiß der Bremsbeläge und detektiert damit sicherheitskritische Zustände vor ihrem Eintritt. Mögliche Veränderungen beim Bremsmoment können somit sofort erfasst und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden – für höchste Funktions- und Betriebssicherheit.

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Ansteuermodul erkennt Zustand der Bremse

Das Modul Roba-brake-checker dient dazu, Sicherheitsbremsen mit Leistungsabsenkung zu betreiben und gleichzeitig ihren Schaltzustand zu überwachen. Es ist für eine Eingangsspannung von 24 V oder 48 V Gleichspannung vorgesehen und kann Bremsen mit einem Spulennennstrom von 10 A beziehungsweise 5 A ansteuern. Im Vergleich zu den bisherigen Schnellschaltgleichrichtern, zeichnet sich das neue Modul neben der höheren Leistung zudem durch einen größeren Eingangsspannungsbereich von 18-30 VDC beziehungsweise 42-54 VDC und eine geregelte Ausgangsspannung bei Absenkung aus. Außerdem ist eine höhere Takthäufigkeit möglich. Das Modul Roba-brake-checker erkennt zuverlässig, wenn die Bremse ihren Zustand ändert, also ob die Ankerscheibe angezogen oder abgefallen ist. Den jeweiligen Schaltzustand der Bremse gibt das Modul über einen Signalausgang aus. Mit dem Roba-brake-checker kann also der Schaltzustand von Federdruckbremsen in Maschinen und Anlagen auch ohne sonst übliche Mikroschalter oder Näherungsinitiatoren erfasst werden.

Das Modul arbeitet ohne mechanische Kontakte mit hoher Zuverlässigkeit und verschleißfrei, unabhängig von der Takthäufigkeit und -anzahl. Die zusätzliche Verkabelung und eventuelle Abdichtung der Schalter und Initiatoren entfällt somit ebenfalls. Außerdem ist es mit der sensorlosen Zustandsüberwachung möglich, wahlweise die Übererregungszeit automatisch anzupassen. So regelt eine integrierte Automatik nach einer bremsenspezifischen Übererregungszeit auf die eingestellte Absenkspannung. Mit einem DIP-Schalter kann die Automatik abgeschaltet und manuell auf bestimmte, vorgegebene Werte eingestellt werden.

Fehler und sicherheitskritische Zustände der Bremse erkennen

Durch den Vergleich von Anzugsstrom und Haltestrom kann das Modul Roba-brake-checker auf eine mögliche Verschleißreserve und Leitungsbruch schließen oder gegebenenfalls unzulässige Erwärmung erkennen. Dadurch detektiert es sicherheitskritische Zustände und Fehler vor ihrem Eintritt und gewährleistet so höchste Betriebssicherheit für Maschinen und Anlagen. Das neue Überwachungsmodul ist flexibel für ein breites Roba-stop Bremsenspektrum einsetzbar und lässt sich einfach, schnell und kostengünstig, auch in bereits bestehende Systeme, einfügen. Mit seinen kompakten Abmessungen von 30 mm Höhe, 69 mm Breite und 73,6 mm Länge kann es problemlos in Schaltschränke integriert werden.

Für Anwendungen, die zusätzlich zur Zustandsüberwachung auch eine Bremsmomentregelung erfordern, bietet Mayr Antriebstechnik das Bremsmoment-Steuermodul Roba-torqcontrol. Es teilt die Eigenschaften des Roba-brake-checker und kann darüber hinaus durch gezielte Beeinflussung von Strom und Spannung die Höhe des Bremsmoments im Betrieb verändern. Geräte und Maschinen lassen sich so gleichmäßig und sanft verzögern. Das Modul Roba-torqcontrol bietet die Möglichkeit Regelkreise aufzubauen und Bewegungen intelligent zu bremsen – ideale Voraussetzungen für den Einsatz in der smarten, vernetzten Maschine.

Mayr Antriebstechnik auf der Motek 2015: Halle 6, Stand 6325

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