Energiescouts

Den Energieverschwendern unermüdlich auf der Spur

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Auch andere Energieverschwender blieben mit der Wärmebildkamera nicht verborgen. Beispielsweise die Tempoöfen in der Dreherei: Darin bäckt EBM-Papst bei etwa 400 °C die Statoren seiner Elektromotoren. „Bei einem der älteren Öfen war die Tür so schlecht isoliert, dass sich die Temperatur in der Umgebung des Ofens auf 200 °C erhöht hat. Jetzt haben wir einen neuen Ofen“, berichtet Bahr.

Weniger Druckluftleckagen machen Arbeitsumgebung leiser

Besonders bemerkenswert: „Den Mitarbeitern war der schlecht isolierte Ofen zunächst gar nicht aufgefallen, die hatten das als normal hingenommen. Jetzt sind sie ganz froh, dass es nicht mehr so warm ist.“ Für eine neue Lackieranlage zog dann EBM-Papst von Anfang an die Konsequenzen: Sie wurde gleich richtig isoliert.

Auch in anderen Abteilungen freuen sich die Mitarbeiter mittlerweile über die Energiescouts. „Als wir uns anfangs beim Meister oder Produktionsleiter angemeldet haben, um die Druckluftsysteme zu überprüfen, waren die Leute skeptisch. Inzwischen haben sie gemerkt, dass es leiser wird, wenn die Leckagen weg sind“, sagt Bahr.

Jetzt würden die Mitarbeiter selbst auch auf die Energiescouts zukommen, sie auf Leckagen hinweisen und auch eigene Verbesserungsvorschläge machen. „Die sind jeden Tag an ihrem Arbeitsplatz und kennen sich dort besser aus“, freut sich Hofmann über die Tipps.

Energiescouts profitieren für ihre Ausbildung

Die Energiescouts selbst profitieren ebenfalls von ihrer Tätigkeit. „Ich kenne mich jetzt mit der Produktion besser aus“, berichtet Schneider. Für die angehenden Industriemechaniker hilft es sogar in der Berufsschule: „Wir hatten vorher einen vierwöchigen Pneumatikkurs mit prüfungsrelevantem Stoff, da haben wir als Energiescouts natürlich einen Vorteil, wenn wir das Gelernte auch umsetzen können“, sagt Hofmann. Der springende Punkt liegt allerdings ganz woanders: „Diese Art von Projekt, kommt in der Ausbildung in dieser Form sonst nicht vor“, erläutert Ausbilderin Simone Germann. Der größte Vorteil liege darin, dass die Energiescouts lernen, selbstständiger zu arbeiten.

Derweil zieht das Thema Energiescouts innerhalb der EBM-Papst-Gruppe immer weitere Kreise. Nicht nur das Werk Landshut könnte die Idee ab Herbst oder Winter dieses Jahres umsetzen, sogar das Werk in Ungarn hat schon nach den Energiescouts gefragt. „Die würden das in nächster Zeit gerne einführen, vielleicht kann ein Energiescout ihnen das zeigen“, meint Bahr.

Arbeit geht den Energiescouts niemals aus

Ein Ende des Projekts bei EBM-Papst in Mulfingen ist jedenfalls nicht in Sicht. „Wenn man hinten fertig ist, kann man von vorne wieder anfangen, weil immer neue Leckagen auftreten“, berichtet Bahr – solange die Maschinen laufen, werden auch die Pneumatikleitungen belastet, was immer neue Löcher verursachen kann. „Wir könnten durchaus noch mehr Energiescouts sein, denn es ist so viel Arbeit, dass es nicht zu schaffen ist“, sagt auch Hofmann und doch hält er fest: „Das macht auch Spaß!“

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