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Gussteile

Deutsche Gießereien gehören zur Weltspitze – aber der Druck wächst

| Autor/ Redakteur: Bernhard Kuttkat / Udo Schnell

Effiziente Produktion, hohe Qualität und marktfähige Preise sichern der deutschen Gießereiindustrie eine Spitzenposition. 4,3 Mio. t Gusserzeugnisse im Wert von über 7,8 Mrd. Euro im Jahr 2012 und ein Anstieg der Exportquote von 37 % im Jahr 2011 auf 39 % im Jahr 2012 belegen dies. Hohe Energiekosten und zunehmender Wettbewerb aus Schwellenländer gefährden aber die Wettbewerbsfähigkeit.

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Das Meuselwitz-Guss-Portfolio umfasst Gussteile mit hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte bis zu 80 t Stückgewicht, beispielsweise für den Werkzeugmaschinenbau ein Schrägbett mit Abmessungen von 11500 mm x 2270 mm x 1660 mm und einem Stückgewicht von 32.820 kg, Werkstoff: EN-GJL-250 nach DIN EN 1561, Auslieferungszustand: geputzt.
Das Meuselwitz-Guss-Portfolio umfasst Gussteile mit hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte bis zu 80 t Stückgewicht, beispielsweise für den Werkzeugmaschinenbau ein Schrägbett mit Abmessungen von 11500 mm x 2270 mm x 1660 mm und einem Stückgewicht von 32.820 kg, Werkstoff: EN-GJL-250 nach DIN EN 1561, Auslieferungszustand: geputzt.
(Bild: Meuselwitz Guss)

Tue Gutes und rede darüber – in diesem Sinne rückte die Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH, Meuselwitz, auf ihren Kompetenztagen die Leistungsfähigkeit des Unternehmens ins rechte Licht. Herbert Werner, geschäftsführender Gesellschafter, zeigte anhand einiger Daten und Fakten die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens auf. So umfasst das Produktionsvolumen mittlerweile knapp 40.000 t (2000: 13,5 kt), davon rund 90 % Gusseisen mit Kugelgraphit (GJS, Sphäroguss), der Rest Gusseisen mit Lamellengraphit (GJL). Eine Spezialität sind Gussteile mit hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte bis 80 t Stückgewicht.

Hauptabnehmerbranchen für Meuselwitzer-Gussteile sind Windkraftindustrie (55 %) und Maschinenbau (45 %). Der Exportanteil liegt bei rund 20 %. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit 300 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 81,8 Mio. Euro, davon 67,3 Mio. Euro aus eigener Fertigung, und nimmt damit in Mitteldeutschland eine Spitzenposition ein.

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Mit Investitionen und Innovationen auf Erfolgskurs

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Mit Investitionen und Innovationen steuert das Unternehmen nach wie vor auf Erfolgskurs. In den Jahren 1993 bis 2010 wurden 62 Mio. Euro in die Modernisierung und den Ausbau des Unternehmens, vor allem der Groß- und Schwergussgießerei investiert. Davon allein rund 20 Mio. Euro in den Jahren 2008 und 2009. Dieses Investitionspaket beinhaltete einen Mittelfrequenzofen mit 16,7 t Fassungsvermögen, eine neue Formereihalle mit einer Produktionsfläche von 94 m × 32 m, überspannt von zwei Brückenkranen mit 125/50 t Hubvermögen.

Die zweite Halle mit 94 m × 40 m dient dem Nachbehandlungsprozess für Putzen, Strahlen, Qualitätsprüfung, Grundieren und dem direkten Versand der Großgusssortimente. „Mit dieser Großinvestition haben wir unsere Marktposition bei der Herstellung von Großgussstücken in Mitteldeutschland konkurrenzlos ausgebaut und unsere Stellung unter den wenigen Gießereien in Europa, die dieses Marktsegment bedienen können, gefestigt“, betont Werner.

Neue Werkstoffe für den Konstrukteur

Mit dazu beigetragen haben neue Werkstoffe. Als Beispiel nennt Werner den mischkristallverfestigten Sphäroguss, der hohe Dehnungswerte und hohe Streckgrenzenwerte mit hoher Festigkeit vereint: „Damit haben wir Konstrukteuren einen Werkstoff an die Hand gegeben, mit dem sie den Leichtbau weiter vorantreiben können, belastungsorientiert und ohne die üblichen Sicherheitspuffer.“ Gerade in neuen Werkstoffen sieht er einen Weg, die Wettbewerbsfähigkeit auch künftig zu steigern.

„Unser Ziel ist es“, so Werner, „die Gebrauchseigenschaften der Gussteile in allen Bereichen zu erhöhen – über die DIN-Werte hinaus.“ Vielversprechend in dieser Hinsicht ist der mischkristallverfestigte Sphäroguss mit einer Festigkeit des perlitischen Sphärogusses und der Duktilität eines ferritischen Werkstoffs. Das ist ein Werkstoff, dem die Zukunft gehört“, ist sich der Firmenchef sicher.

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