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Der unbekannte Beruf

Erst zwei Bundesländer, nämlich Baden-Württemberg und Thüringen, bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich zum Produktionstechnologen ausbilden zu lassen. Dabei umfasst die duale Lehre ein breites und damit zukunftssicheres Spektrum an Qualifikationen (Siehe Kasten).

Kennen Sie den Produktionstechnologen?
Info

Die Ausbildungsdauer beläuft sich auf drei Jahre, die Ausbildung findet nach dem dualen System im Betrieb und der Berufsschule statt.

  • Arbeitsgebiet: Produktionstechnologen arbeiten in Entwicklungsbereichen, Pilotanlagen und Produktionslinien gemeinsam mit Produktentwicklern, Konstrukteuren oder Prozessentwicklern.
  • Berufliche Qualifikation: Prozesstechnologen richten unter anderem Produktionsanlagen ein, testen und bereiten den Produktionsablauf vor, ermitteln Prozessparameter, programmieren Produktionsanlagen, Werkzeugmaschinen oder Industrieroboter oder organisieren logistische Prozesse.
  • Nach der dreijährigen Ausbildung, untergliedert in fünf Zeitrahmen, gibt es die Möglichkeit zur Spezialisierung als Prozessexperte/in oder Applikationsexperte/in oder zur Fortbildung als Prozessmanager/ín.
  • Der Produktionstechnologe wird auch als neuer Facharbeiter-Typus bezeichnet, dessen berufliche Prägung bereits im Kontext einer prozessorientierten Arbeits- und Produktionsorganisation erfolgt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.produktionstechnologe.de

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Im Jahr 2014 befanden sich 147 Personen in einer Ausbildung zum Produktionstechnologen, dazu gab es 54 Absolventen. Damit steigt die Zahl der Produktionstechnologen langsam, aber stetig; 2013 hatte es 42 Absolventen gegeben. Unternehmen wie Wittenstein, Trumpf, Kaeser oder Bosch, die diese Ausbildung anbieten, nehmen hier eine Vorreiterrolle ein.

Ein Grund für die schleppende Verbreitung ist das klassische Henne-Ei-Problem: Für die duale Ausbildung braucht es willige Unternehmen und Berufsschulen, die mitspielen. Letztere sind dabei oft personell, finanziell und fachlich überfordert. Die Unternehmen, so merkt Dr. Sabine Pfeiffer an, nehmen den Ausbildungsberuf oft auch aus der falschen Perspektive wahr. Zum einen herrscht die Meinung, das Berufsbild Produktionstechnologie bringe größere Anforderungen mit sich als die üblichen gewerblich-technischen Ausbildungsberufe. Deshalb stellen Unternehmen für diesen Ausbildungsberuf bevorzugt Abiturienten oder Hochschulabsolventen ein. Zum anderen wird das Berufsbild als zu speziell eingeschätzt, es mangelt laut Studie an Tiefgang. Entscheider sehen im Berufstechnologen einen Mechatroniker mit erweitertem IT- und Prozesswissen.

Außerdem fehlt es oft, ganz simpel, an der Kenntnis über diesen Beruf. Gut 19 % der Ausbildungsverantwortlichen kennen den Beruf des Produktionstechnologen nicht – eine erstaunlich hohe Zahl. Fast die Hälfte der Befragten der Studie, 41,1 %, sieht aktuell keinen Bedarf für dieses Berufsbild – ein Indiz dafür, dass die klassischen Ausbildungsberufe im Maschinen- und Anlagenbau sehr gut funktionieren und sich auch der Herausforderung des digitalen Wandels stellen können. Für den VDMA gibt es in puncto Produktionstechnologe Handlungsbedarf. Der Verband hat sich auf die Fahne geschrieben, Aufklärung zu leisten und mehr Unternehmen dazu zu bringen, den Ausbildungsberuf anzubieten.

Auch Heckner stimmt zu: „Schon bestehende Berufe, wie beispielsweise der Produktionstechnologe, müssen wesentlich intensiver ausgebildet werden. Andere Berufsbilder wieder, zum Beispiel der Mechatroniker, müssen überarbeitet und vor allem mit IT-Themen angereichert werden. Eine komplette Neuordnung wäre aus meiner Sicht wenig sinnvoll, da das bestehende Portfolio ausreichend Freiraum bietet, um Themen der Digitalisierung abzubilden.“

Was Azubis wollen

Wenn etwas dem eingangs erwähnten Blick in den Kopf junger Menschen innerhalb der beruflichen Qualifikation nahekommt, dann die Studie „Azubi-Re-
cruiting Trends“ der U-form Testsysteme GmbH. 2016 zum vierten Mal aufgelegt, bildet die Studie Fragestellungen rund um das Thema Azubi-Recruiting, duale Berufsbildung und Ausbildungsmarketing ab – und richtet sich dabei an Auszubildende und Ausbilder gleichermaßen. Mit 3343 befragten Bewerbern und Azubis sowie 1295 Ausbildungsverantwortlichen ist sie damit nach eigenen Angaben die größte doppelperspektivische Umfrage Deutschlands.

Das Vorurteil, dass junge Menschen nicht körperlich arbeiten müssen, macht die Branchenedition Maschinenbau, die MM MaschinenMarkt exklusiv vorliegt, schon auf den ersten Seiten zunichte. Der überwältigenden Mehrheit der Azubis und Bewerber liegt vor allem daran, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, genauso wichtig ist die Work-Life-Balance, also die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Freizeit. Und: Für mehr als die Hälfte ist es wichtig, immer mehr zu lernen. Die Aussage, körperlich nicht arbeiten zu müssen, halten gerade mal 6 % der Befragten für wichtig. Bequemlichkeit sieht anders aus.

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