Werkzeuge Doppelte Werkzeugstandzeit beim Abstechen

Autor / Redakteur: Christian Thiele / Rüdiger Kroh

In der Fertigung von Präzisionsdrehteilen in großer Variantenvielfalt wurden Stechschwerter durch ein flexibles Abstechsystem ersetzt. So konnte die Standzeit der Schneide im Durchschnitt um den Faktor zwei bis drei erhöht werden. Zudem wurde die Oberflächenqualität verbessert.

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Die Drehmaschine Index C100 wurde mit dem Abstechsystem 940 bestückt, das die bisherigen Stechschwerter ersetzt.
Die Drehmaschine Index C100 wurde mit dem Abstechsystem 940 bestückt, das die bisherigen Stechschwerter ersetzt.
(Bild: Horn)

Auf CNC-Drehmaschinen fertigt die Fassondreherei Hermann Blum GmbH (FHB) Präzisionsdrehteile für Kunden aus verschiedenen Branchen. Service, Flexibilität und Qualität müssen stimmen, um diese zufriedenzustellen. Zum Abstechen der Werkstücke setzt das Unternehmen aus dem badischen Gutach auf die Systeme 940 und 960 von Horn. Damit konnten die Produktionsprozesse verbessert und die Werkzeugstandzeiten deutlich erhöht werden.

36 CNC-Einspindelmaschinen im Einsatz

Hermann Blum hat das Unternehmen 1948 gegründet. Es fertigte zunächst Zylinder- und Kegelstifte. In den folgenden Jahren erweiterte FHB sein Fertigungsprogramm kontinuierlich. Die stetige Modernisierung des Maschinenparks und eine konsequente Fokussierung auf Präzision, Qualität und Flexibilität ließen den Kundenkreis schnell wachsen. Heute stellt das Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitern auf einer Fläche von 1800 m2 Drehteile für Hersteller von Medizintechnik, Maschinenbau, Büromöbeln, Sensoren sowie Motorrädern und Nutzfahrzeugen her. Auf CNC-Lang- und -Kurzdrehmaschinen wird ausschließlich Stangenmaterial aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kunststoff, Titan und Messing verarbeitet. Im Dreischichtbetrieb fertigt man auf insgesamt 36 CNC-Einspindelmaschinen Stückzahlen zwischen 1000 und 40.000.

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Frühzeitige Mitarbeit an Kundenprojekten

Die aktuellen Anforderungen an einen mittelständischen Zulieferbetrieb beschreibt Thomas Albrecht, der das Familienunternehmen als geschäftsführender Gesellschafter leitet: „Die Kunden verlagern immer mehr Tätigkeiten nach außen. Das fordert von uns hohe Flexibilität.“ Nicht selten holten sie Zulieferer wie FHB schon in der Planungs- und Entwicklungsphase mit ins Boot, weil sie bezahlbare Qualität brauchen. Deshalb arbeite man häufiger aktiv an Kundenprojekten mit. Eine weitere Herausforderung sei die veränderte Auftragslage. Immer mehr gut planbare Rahmenaufträge würden durch kurzfristige Orders mit geringeren Stückzahlen und kurzer Reaktionszeit ersetzt. Für Albrecht führte dies zur Erkenntnis: „Wir müssen unsere Produktionsprozesse optimieren.“

Auf der Suche nach besseren Lösungen wurde auch das Werkzeugsystem unter die Lupe genommen. Dabei fiel auf, dass die bisherige Abstechlösung aufwendig war. FHB setzte Stechschwerter und Abstechstähle ein. „Durch unsere große Variantenvielfalt mussten wir ständig die Werkzeuge wechseln. Das kostete Zeit“, schildert Martin Moser, Technischer Leiter bei FHB. Außerdem unterlagen die Stechschwerter einem hohen Verschleiß. Ihre Kühlung war nicht immer zuverlässig und es drohte Werkzeugbruch oder es kam gar zu Kollisionen im Arbeitsraum. „Wir brauchten ein flexibles, zuverlässiges Abstechsystem“, bringt es Moser auf den Punkt.

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