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Doppelte Werkzeugstandzeit beim Abstechen

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Mit Umstellung auf die neue Abstechtechnik hat FHB die Variantenvielfalt der Werkzeuge deutlich verringert. Das spart Platz und reduziert die Kosten für Lagerhaltung. „Wir setzen heute zum Abstechen im Kurzdrehbereich nur noch Horn-Platten ein“, sagt Moser. Um die Qualität der Oberfläche nach dem Abstechen zu überprüfen, wurden ausführliche Tests durchgeführt. Horn wollte wissen, wie die Systeme 960 und 940 im Vergleich zum Stechschwert abschneiden.

Auf Plandrehen kann verzichtet werden

Bei der Bearbeitung eines Werkstücks aus Stahl (16MnCr5) mit einem Vorschub von 0,2 mm pro Umdrehung und einer Schnittgeschwindigkeit von 160 m/min erzielte die Horn-Kassette eine Rautiefe von Rz = 6 µm. Das Stechschwert lag früher bei lediglich Rz = 22 µm. Auch die Ebenheit ist deutlich besser: 0,01 mm bei der Kassette im Vergleich zu 0,055 mm beim Stechschwert. Bei diesen Werten kann teilweise auf die zusätzliche Operation Plandrehen nach dem Abstechen verzichtet werden.

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Nach den sehr guten Ergebnissen bei FHB wurde das System 960 für alle gängigen Maschinen mit Sternrevolver mit BMT- oder VDI-Anschluss ausgebaut und auf der AMB 2014 vorgestellt. Der Clou: maximale Flexibilität, weil die Kassetten sowohl in Normallage als auch Überkopf auf dem gleichen Haltestück eingesetzt werden können. Die Höheneinstellbarkeit gewährleistet das butzenfreie Abstechen. Grundhalter und Stechhaltestück können beliebig miteinander kombiniert werden. Beim VDI-Halter bedeutet dies vier Einbaumöglichkeiten mit einem Halter.

Das Werkzeug bleibt permanent im Revolver

Für die Lohndreherei hat sich der Einsatz der Abstechsysteme 940 und 960 ausgezahlt. „Sie haben sich als äußerst flexibel erwiesen und halten auch hoher Beanspruchung ohne Schwierigkeiten stand“, lobt Moser. Vorher mussten Stechschwerter in ungünstigen Fällen ein Mal im Monat verschleißbedingt getauscht werden. Das System 940 arbeitet seit seiner Inbetriebnahme im Dezember 2013 problemlos im Dreischichtbetrieb. Das Werkzeug bleibt permanent im Revolver, ohne dass es wie bei Stechschwertern zu Kollisionen kommt.

Die Kooperation zwischen Horn und FHB geht unterdessen in eine neue Runde. Die Experten testen den Einsatz von Schneiden mit geringerer Breite. Für Technikleiter Moser hat das einen handfesten Grund: „Aus einer 3 m langen Stange fertigen wir mit geringeren Schneidbreiten bis zu 20 Teile mehr.“ MM

* Christian Thiele ist Pressesprecher der Paul Horn GmbH in 72072 Tübingen

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