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Doppelte Werkzeugstandzeit beim Abstechen

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Den richtigen Ansprechpartner fanden die Drehspezialisten in Karl Schonhardt, Technische Beratung und Verkauf bei der Paul Horn GmbH. Er schlug das Abstechsystem 940 mit einer Direktaufnahme für Index-Drehmaschinen vor. Weil in Gutach aber auch Maschinen anderer Hersteller stehen, entschlossen sich die Projektpartner, eine weitere Variante mit zusätzlicher Aufnahme in Angriff zu nehmen. Sie erstellten Zeichnungen und bereits nach den ersten Entwürfen fuhren sie Versuche an den Maschinen. In enger Zusammenarbeit zwischen den Drehern an der Maschine und der Horn-Entwicklungsabteilung entstand als Prototyp schließlich das System 960 mit VDI- oder BMT-Aufnahme für den Einsatz auf Maschinen mit Sternrevolver.

Kassette ist beidseitig verschraubbar

Beide Systeme bestehen aus Grundhalter, Stechhaltestück und Kassette – Letztere ist beidseitig verschraubbar. Je nach Anwendungsfall kann die Kassette links oder rechts eingesetzt werden. Horn verfügt bei der Variante 940 über Abstechkassetten mit Breiten von 2 bis 4 mm und Stechtiefen von 16 bis 34 mm. Das System 960 gibt es in Breiten von 2,5 bis 4 mm und in Stechtiefen von 22 bis 55 mm.

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Die Schneiden werden über den Spannfinger mittels Schraube geklemmt und gekühlt. Das gewährleistet die Prozesssicherheit – auch bei großer Stechtiefe. Bei Verschleiß lassen sich die Schneiden einfach und ohne Korrekturen austauschen. Beide Varianten arbeiten mit doppelter innerer Kühlmittelzufuhr über Unterstützungskühlung von unten und Spannfingerkühlung von oben. „Der Kühlmittelstrahl wirkt dadurch direkt an der Schneide und sichert so optimale Bearbeitungsergebnisse“, sagt Schonhardt. Das Abstechsystem ist dank der neuen Auslegung mit breiter Unterstützung sehr stabil und verschleißfest. Störkonturen haben die Entwickler durch eine kompakte Bauweise reduziert.

Standzeit der Schneide um den Faktor zwei bis drei erhöht

Seitdem beide Systeme im Einsatz sind, haben sich die Prozesse bei FHB deutlich verbessert – sie sind schneller, sicherer und zuverlässiger als zuvor. Die Standzeit der Schneide liegt im Durchschnitt um den Faktor zwei bis drei höher als beim vorher eingesetzten Stechschwert. Den Werkzeugbruch haben die Fachleute auf null reduziert. Je nach Werkstoff arbeitet die Dreherei mit Vorschüben von 0,1 bis 0,25 mm pro Umdrehung und Schnittgeschwindigkeiten bis 200 m/min. Weil es keine Störkonturen zwischen Stechkassette und Stechhaltestück gibt, lassen sich auch sehr kurze Teile von 2 bis 3 mm prozesssicher abstechen und abgreifen.

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