Kurzinterviews

Drei Fragen an den Mittelstand

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MM Maschinenmarkt: Was bedeutet es für Sie persönlich, ein Mittelständler zu sein?

Michael Hehl ist geschäftsführender Gesellschafter bei Arburg.(Bild:  Arburg)
Michael Hehl ist geschäftsführender Gesellschafter bei Arburg.
(Bild: Arburg)

Michael Hehl: Zum Mittelstand in Deutschland zu gehören, bedeutet für uns, unabhängig zu sein und keinen Konzernstrukturen zu unterliegen. Die Entscheidungen in unserem Familienunternehmen, das übrigens in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, sind langfristiger, sozialer und nachhaltiger geprägt. Wir übernehmen Verantwortung nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für unsere Mitarbeitenden und die Umwelt. Wir haben flache Hierarchien und ich behaupte, dass wir mit unseren Weichenstellungen schneller und unabhängiger unterwegs sind als mancher Konzern.

Wo sehen Sie die Stärken des Mittelstandes?

Der Mittelstand kann sehr viel flexibler und schneller auf ein sich veränderndes Marktumfeld eingehen und dabei sehr viel nachhaltiger handeln. Investitionen und Innovationen können unmittelbar und dynamisch erfolgen. Gerade in der aktuellen weltpolitischen und -ökonomischen Situation zeigen sich diese Vorteile deutlich. Als unabhängiges Unternehmen in Familienhand sind wir sehr resilient und investieren gerade auch in schwierigen Zeiten. So investieren wir auch derzeit intensiv zum Beispiel in neue Produktionsanlagen, damit wir noch schneller und individueller auf Kundenanforderungen reagieren können, und in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. 2023 haben 104 Azubis und Studierende ihre Ausbildung bei uns begonnen. Wir handeln also auch in diesem Bereich zukunftsorientiert, denn wir brauchen gut ausgebildete Spezialisten – wenn die Konjunktur wieder anzieht.

Was sind in Ihren Augen 2023 die größten Herausforderungen als Mittelständler?

Aktuell sehen wir uns mit den Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Situation konfrontiert. Die hohe Inflation wird durch höhere Zinsen bekämpft. Hinzu kommt der Ukrainekrieg, der unter anderem die weltweiten Lieferketten stört sowie Rohstoffe verteuert – und damit auch Produkte und Dienstleistungen. Das dämpft wiederum die Investitionsbereitschaft unserer Kunden. Zusätzlich beeinflussen die hohen Energiepreise und Arbeitskosten unsere Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Umfeld müssen wir uns im globalen Wettbewerb, auch gegenüber China, Indien oder den USA mit ihrem „Inflation Reduction Act“, behaupten. Wir tun das mit kontinuierlichen Effizienzsteigerungen und gezielten Zukunftsinvestitionen – bezogen auf unsere Produkte und unsere Produktion gleichermaßen.

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