Kurzinterviews

Drei Fragen an den Mittelstand

< zurück

Seite: 4/6

Anbieter zum Thema

MM Maschinenmarkt: Was bedeutet es für Sie persönlich, ein Mittelständler zu sein?

Jörn Bielenberg ist Geschäftsführer bei August Rüggeberg – Pferd-Werkzeuge.(Bild:  August Rüggeberg GmbH & Co. KG)
Jörn Bielenberg ist Geschäftsführer bei August Rüggeberg – Pferd-Werkzeuge.
(Bild: August Rüggeberg GmbH & Co. KG)

Jörn Bielenberg: Mittelständler zu sein, bedeutet für mich, an genau der richtigen Stelle in der Wirtschaft zu wirken. Als Mittelständler sind wir maximal flexibel, dank flacher Hierarchien sehr schnell und hocheffizient. Unser Tun hat wenig Reibungsverluste. Die Menschen in unseren Unternehmen sind überdurchschnittlich engagiert und schätzen die oft familiäre Atmosphäre. Das alles, verbunden mit der uns eigenen regionalen Verwurzelung, der Kontinuität und dem Denken in Generationen sowie dem verantwortungsvollen Umgang miteinander – das ist Mittelstand und das macht für mich Sinn.

Wo sehen Sie die Stärken des Mittelstandes?

Es heißt immer, der Mittelstand sei das Rückgrat unserer Wirtschaft. Das klingt gut. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass jeder zweite Euro, der in Deutschland erwirtschaftet wird, in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen entsteht, dann erhält diese Redewendung Substanz. Der Mittelstand ist ein Garant für Stabilität, Fortschritt, oft auch Technologie- und Innovationsführerschaft und stützt damit auch Großunternehmen in ihrer Entwicklung. Dabei sind die Unternehmen überschaubar, meist über Generationen hinweg durch die Eigentümer geführt oder gesteuert, mit langfristigen Unternehmenszielen. Sie sind flexibel, können sich Marktanforderungen schnell anpassen und verfügen meist über solide Finanzen, die fortlaufend strategische Investitionen ermöglichen. Vor allem aber bietet der Mittelstand Unternehmenskultur, in der Menschen gerne und gut arbeiten. Das macht den Mittelstand aus.

Was sind in Ihren Augen 2023 die größten Herausforderungen als Mittelständler?

Die digitale Transformation im Bereich des Vertriebs, aber auch im Bereich der Fertigung stellt uns alle vor enorme Aufgaben. Selten hat es äußere Einflüsse gegeben, die die Industrie so stark verändert haben. Nicht minder herausfordernd sind aktuell die sprunghafte Entwicklung der Kosten, insbesondere in den Bereichen Energie und Rohstoffe, die anhaltenden Störungen in den Lieferketten und zunehmend der Fachkräftemangel. Themen, die uns Mittelständler über die Maßen beschäftigen. Das alles beeinträchtigt vor allem international unsere Wettbewerbsfähigkeit. Das alles braucht politische Reaktionen bis hin zum Bürokratieabbau, national wie international. Wir brauchen und fordern von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine für die Industrie angepasste Infrastruktur. Ohne Produktion wird es keinen Wohlstand in Deutschland geben.

(ID:49741974)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung