China-Geschäft Ein Preuße sagt nein

Autor / Redakteur: Christoph Fasel / M. A. Benedikt Hofmann

Warum ein Mittelständler ein lukratives Geschäft mit China sausen lässt. Welche Chancen in Zukunft auf dem Weltmarkt sieht. Und wie er dem Ideenklau im Wettbewerb begegnen will.

Das Ehepaar Miroslava und Thomas Lotz leitet die Geschicke des Mittelständlers Haacon.
Das Ehepaar Miroslava und Thomas Lotz leitet die Geschicke des Mittelständlers Haacon.
(Bild: Haacon)

Wer mit Thomas Lotz ins Gespräch kommt, spürt: Der Mann weiß, was er will. Und er tut was er sagt. Der Unternehmer und Mit-Geschäftsführer des Traditionsunternehmens Haacon, groß, grau, athletisch, bezeichnet sich selbst als „bekennenden Preußen“: Was man trotz seiner weltgewandten Freundlichkeit ernst nehmen sollte. Denn der Führungsstil des studierten Betriebswirtschaftlers gilt in der Branche als liberal – und im Ernstfall als zupackend. Diesem Mann traut man zu, ohne Zaudern – frei nach James Bond – mit seinen Mitarbeitern auch ein „Martini-Gespräch“ zu führen. Das Kennzeichen solcher Kommunikation: „Geschüttelt, nicht gerührt.“

Haacon feiert 2022 sein 150 jähriges Jubiläum. Ein klassischer „hidden champion“ des Mittelstands, Vorreiter mit Erfindungen in der Stütz- und Hebetechnik, wendig, pfiffig und agil in seiner Entwicklung. Im Jahr 2000 übernahm Thomas Lotz das Unternehmen als Geschäftsführer, richtete es neu aus, baute die Industriesparte aus, ließ neue Produkte entwickeln, verdoppelte den Umsatz in diesem Bereich – und übernahm schließlich alle Firmenanteile des Unternehmens, das er seit zehn Jahren mit seiner Frau Miroslava Lotz, die jüngst den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen hat, führt. Ansässig ist es in einem Dörfchen am Main, dessen Namen kein Mensch kennen würde – gäbe es nicht das Unternehmen Haacon.