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Effiziente Antriebe

Elektrische und pneumatische Antriebe sind oft Energieverschwender

| Autor/ Redakteur: Christa Friedl / Stefanie Michel

Ohne Antriebsenergie bewegt sich kein Roboterarm und kein Greifer, weder Pumpe noch Ventilator. Effizienz allerdings ist in der Automatisierungstechnik noch längst nicht automatisiert: Elektrische und pneumatische Antriebe vergeuden vielfach 50 % an Energie.

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An ihrem Prüfstand entwickeln die Forscher am Institut für Systemdynamik (Isys) der Universität Stuttgart mithilfe unterschiedlicher pneumatischer Antriebe energieeffiziente Betriebsmodi.
An ihrem Prüfstand entwickeln die Forscher am Institut für Systemdynamik (Isys) der Universität Stuttgart mithilfe unterschiedlicher pneumatischer Antriebe energieeffiziente Betriebsmodi.
(Bild: Universität Stuttgart, ISYS)

Die beste Energie ist immer diejenige, die gar nicht verbraucht wird. In der Automatisierungstechnik spricht sich diese Erkenntnis aber nur langsam herum. Das Einsparpotenzial in der industriellen Automatisierung liegt laut Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bei 88 Mrd. kWh pro Jahr – das entspricht der Stromproduktion von mehreren Steinkohlekraftwerken der 400-MW-Klasse.

Während bei Kraft- und Arbeitsmaschinen die Energieeffizienz inzwischen durchaus eine Rolle spielt, ist der sparsame Umgang mit Energie in der Handhabungstechnik noch nicht verankert. Ein Grund dafür: Es fehlt an Richtlinien für Maschinenbauer, die pneumatische, mechanische oder elektromechanisch arbeitende Aggregate vergleichbar machen.

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Keine Kenntnisse über den eigenen Energieverbrauch

Warum in der Automatisierungstechnik noch immer viel Energie vergeudet wird, hat noch andere Ursachen. Es mangelt beispielsweise an Kenntnissen über den eigenen Energieverbrauch und die -kosten. Wenn ein Unternehmen den Energieverbrauch optimieren will, fokussieren die Maßnahmen meist auf einzelne Aggregate statt auf den Prozess in seiner Gesamtheit.

Anlagen und Komponenten werden nach wie vor allein auf Basis der Investitionskosten angeschafft, längerfristige Betriebskosten bleiben unberücksichtigt. Auch die pauschale Zurechnung von Energiekosten zu einzelnen Kostenstellen setzt innerhalb des Unternehmens falsche Anreize. „In der Praxis stößt man auf viele Hürden“, sagt Michael Ohmer, Leiter Research Mechatronics bei Festo in Esslingen. „Die wichtigste aber: Es fehlt häufig schlicht am Bewusstsein, welche großen Potenziale Energieeffizienz birgt.“

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