Keine Verhandlungen Evonik lehnt Übernahmen durch BASF strikt ab

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen eine Übernahme durch den Wettbewerber BASF, wie die dpa jetzt erfahren hat. Es soll nicht einmal darüber geredet werden ...

BASF ist mit einem Übernahmeangebot mit Blick auf den Marktbegleiter Evonik gescheitert. Evonik will sich seine Eigenständigkeit offensichtlich nicht nehmen lassen ...(Bild:  Evonik)
BASF ist mit einem Übernahmeangebot mit Blick auf den Marktbegleiter Evonik gescheitert. Evonik will sich seine Eigenständigkeit offensichtlich nicht nehmen lassen ...
(Bild: Evonik)

Der Evonik-Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen fokussiert, heißt es zur Entscheidung gegen die Übernahmen durch BASF. Er sei aber zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF bereit, bei dem beide Seiten ihre Positionen erläutern könnten. BASF betonte, dass die gebotenen 24 Euro pro Aktie einer Prämie von fast 40 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs – also den vor ersten Medienberichten über ein Interesse – gleichkommen. Deshalb, sowie aufgrund umfangreicher Zusagen in Richtung Beschäftigte und Standorte, sei nicht nachvollziehbar, dass der Evonik-Vorstand nicht zu Verhandlungen bereit sei. Die Gesprächsbereitschaft der Essener werde aber zur Kenntnis genommen.

BASF spricht von einer verpassten Chance

Erst vor wenigen Tagen hatte BASF das Werben um Evonik verstärkt. Ein möglicher Zusammenschluss mit dem Spezialchemiekonzern wäre demnach ein logischer und sinnvoller Schritt zum richtigen Zeitpunkt, so die Ansicht von BASF-Chef Markus Kamieth. Das gelte nicht nur für BASF, sondern auch für die Chemieindustrie insgesamt, weil die Konsolidierung in der Branche in Europa bereits begonnen habe. Die Portfolios und die Stärken beider Unternehmen ergänzten sich außerdem sehr gut. Gemeinsam kann so, wie Kamieth es ausdrückte, ein viel wettbewerbsfähigerer und deutlich widerstandsfähigerer Global Player entstehen. Besonderes Gewicht mit Blick auf die Pläne der BASF hat die RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent der Evonik-Aktien hält, gelegt. Aufgabe der RAG-Stiftung ist die Finanzierung der Folgekosten des 2018 eingestellten deutschen Steinkohlebergbaus.

Bedenken aus der Politik gibt es außerdem

Außer einem für die Stiftung lukrativen Preis im Fall einer Evonik-Akquisition spielen allerdings auch politische Bedenken eine wichtige Rolle, die vor allem mit Blick auf Arbeitsplätze in der ohnehin schon kriselnden deutschen Chemieindustrie aufkommen. Dem Kuratorium der Stiftung gehören 13 Mitglieder an – vor allem eben aus der Politik. Fünf davon sind automatisch durch ihr Amt Mitglied: Die jeweiligen Ministerpräsidenten von NRW und dem Saarland, die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen sowie der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE. Das Kuratorium bestellt den Vorstand. Über Entscheidungen von grundlegender Bedeutung wird das Kuratorium regelmäßig informiert, heißt es auf der Internetseite der Stiftung. Um Bedenken entgegenzutreten, hatte sich Kamieth erst kürzlich in einer Video-Botschaft geäußert, was aber offensichtlich nichts genützt hat.

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