VDI Jahrestagung Spritzgießen 2018

Fachkräftemangel erfordert erhöhte Produktivität

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Mehr Pepp im Prozessgeschehen

Wolfgang Czizegg, Geschäftsführer der Waldorf Technik GmbH in Engen, wird in Baden-Baden über die Hochleistungsautomation sprechen, Stolperfallen aufzeigen und einen Ausblick dazu geben. „Um das Wirtschaftswachstum trotz stagnierendem Bevölkerungswachstum auch in Zukunft aufrecht zu erhalten, ist eine permanente Produktivitätssteigerung unabdingbar. Dies ist nur über radikal vereinfachte oder automatisierte Prozesse möglich“, so Czizegg.

Neu sei, dass eine Vernetzung der Datenströme die Prozesse deutlich beschleunigt. Eine Vervielfachung von Sensorik liefert hierzu die Daten, so dass Prozessfehler wesentlich früher erkannt und in realtime abgestellt werden könnten. „Gleichzeitig erklimmt man hinsichtlich der Performance immer neue Höhen, sei es bei Kavitätenzahlen im Spritzguss, bei der Prozesszeitenverkürzung oder auch bei der Miniaturisierung der Anlagen. „Bei der Herstellung von Pipettenspitzen mit dem Vario TIP-Verfahren können wir auf der gleichen Reinraumfläche heute etwa 24 mal mehr Teile herstellen als noch vor 6 Jahren. Dies ist das Ergebnis aus einer Vervierfachung der Kavitätenzahl im Werkzeug von 32 auf 128 Kavitäten, einer Reduzierung der benötigten Fläche um 75 % und einer Zykluszeitreduzierung von mehr als 30 % seit 2011“, nennt Czizegg ein Beispiel von Waldorf Technik.

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Kunststoffteile-Herstellung in einer Zelle

Als direktes Bindeglied zwischen Mensch und Bauteil spielt die Oberfläche von Spritzgießteilen eine wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren ist dabei der Fokus von rein optischen über haptische Anforderungen mehr und mehr in Richtung Funktionsintegration gegangen, wie zum Beispiel bei Touch-Oberflächen. Um bei der Produktion dieser anspruchsvollen Komponenten nachgelagerte Fertigungsschritte sowie ein aufwändiges Teilehandling mit erhöhtem Produktionsrisiko und der Gefahr hoher Ausschussraten zu vermeiden, werden mehr und mehr Fertigungsschritte in den originären Spritzgießprozess integriert.

„In modernen Touch-Displays vereinen sich die Forderungen nach exzellenter Oberflächenbeschaffenheit und einem hohen Maß an Funktionsintegration. Die Integration verschiedener Fertigungsschritte in die Spritzgießmaschine macht den Herstellprozess insgesamt beherrschbarer und senkt Investitions- und Produktionskosten sowie die Ausschussraten deutlich“, erklärt Thomas Brettnich, Leiter Anwendungstechnisches Zentrum der Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH in Schwaig. Die attraktiven Produktions- und Stückkosten würden integrierte Dekorationslösungen für viele Bereiche interessant machen. „Neben dem fast schon klassischen Einsatz im Automobilbereich dominieren mittlerweile Anwendungen aus der Mobilfunk-, Informations- und insbesondere auch Haushaltstechnik die Projekttätigkeit“, so Brettnich weiter. Auf der VDI Jahrestagung Spritzgießen wird Brettnich generelle Trends im Bereich der Oberflächendekoration darstellen sowie die Herausforderungen an den Spritzgießer, Praxisbeispiele für Automationslösungen und die Vorteile integrierter Prozesse.

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