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Die Cincom Evolution L20E wurde so verändert, dass sie den Tieflochbohrprozess schnell meistert, ohne die Bohrer zu belasten. „Dazu haben wir dem Werkzeughalter für die Rückseitenbearbeitung den Antrieb entnommen und ihn an dem Werkzeughalter für die Vorderseitenbearbeitung angebracht. Den Werkzeughalter dort haben wir dann ein Stück nach hinten versetzt, um Platz für die Tieflochbohrer zu schaffen“, sagt Björn Wied, Geschäftsführer von Wietec und Gebietsvertreter für Citizen-Produkte in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. „Zudem wurden der Kühlmitteltank und der Spänebehälter gegen eine spezielle Combistream-Anlage ausgetauscht.“ Diese Sonderkonstruktion von Müller Hydraulik liefert enormen Öldruck von bis zu 200 bar. Der wird benötigt, um die Späne mit dem Öl über eine Längsnut am Werkzeug aus der Bohrung herauszuspülen.
Zusätzlich einen gegenläufigen Antrieb für das Werkzeug
Dafür ist auch die hohe Drehzahl der Bohrer von bis zu 16.000 min-1 erforderlich. Björn Wied: „Das Lademagazin der L20E ist mit 3 m langen Stangen ausgestattet, die automatisch in die Hauptspindel vorgeschoben werden. Würde man die Hauptspindel mit 10.000 min-1 ausreizen, erzeugte das Lademagazin Vibrationen. In der Anwendung würde der Bohrer sofort brechen.“ Um solche schädlichen Einflüsse zu vermeiden, fahre die Hauptspindel lediglich mit 500 bis 1000 min-1. Wied fährt fort: „Deshalb brauchen wir zusätzlich einen gegenläufigen Antrieb für das Werkzeug an der Vorderseite. Auf diese Weise erreichen wir nun eine Drehzahl von mehr als 16.000 min-1.“ Herkömmliche Kühlschmiermittel halten dem nicht stand: Wie in einer Zentrifuge in ihre Bestandteile zerlegt, würden sie weder kühlen noch schmieren.
„Eine solche Maschine zu konstruieren, war eine große Herausforderung, die wir zusammen mit Citizen erfolgreich gemeistert haben“, so Wolfgang Nau. „Dass die Tieflochbohrungen bei uns nun auch auf einer Standardmaschine realisierbar sind, bringt uns signifikante Vorteile in puncto Flexibilität, Zeit und Kosten.“
Stromdüsen müssen besonders verschleißfest sein
Von besonderer Wichtigkeit sind konstante Fertigungsergebnisse: Bei Abicor Binzel ist eine Stromdüse wie die andere. Darüber hinaus sind die Stromdüsen besonders verschleißfest. „Vor allem bei industriellen Anwendungen mit Schweißrobotern ist das unerlässlich“, erläutert Wolfgang Nau. „Denn die Stromdüse ist das entscheidende Element beim Schweißen. Allein schon der Austausch ist sehr aufwendig, weil dafür der gesamte automatisierte Prozess angehalten werden müsste. Wenn der Anwender dann zusätzlich die Maschine auf eine neue Stromdüse einstellen müsste, würde er noch mehr wertvolle Zeit verlieren.“
Wie wichtig Stromdüsen ohne Abweichungen sind, zeigt ein Kunde von Abicor Binzel, der Unterwasser-Pipelines auf Schiffen verschweißt und direkt anschließend verlegt. Dabei ist höchste Qualität gefragt, die auf dem Schiff sofort per Röntgenaufnahmen geprüft und dokumentiert wird. Dazu Björn Wied: „Die L20E von Citizen fertigt solche Stromdüsen mit einer Mittenabweichung von nur 2/100 und gewährleistet damit höchste Präzision und Konstanz auch bei solch anspruchsvollen, speziellen Applikationen.“ MM
* Markus Reissig ist Leiter Service und Technik bei der Citizen Machinery Europe GmbH in 73728 Esslingen
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