Flexible Fertigung

Fertigung im Wandel: Neue Perspektiven für Produktion und Logistik

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Automobilproduktion ohne Band und Takt

Schon jetzt überholt die rasant steigende Zahl von Varianten eines Produkts die Massenfertigung. „Eine Revolution“ fordert deshalb beispielsweise Karl-Heinz Wehking, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Logistik (IFT) der Universität Stuttgart, ansonsten fahre beispielsweise die Automobilproduktion mit der Logistik an die Wand. Nicht zuletzt durch die explodierende Modellvielfalt sind die Lagerkapazitäten am Band nicht mehr in der Lage, alle benötigten Bauteile bereitzustellen.

Darauf muss sich die Intralogistik vorbereiten. „Eine Autoproduktion ohne Band und Takt“ erwartet Wehking – also eine neue Ära, – ohne die Vorgaben von Henry Ford oder Frederic Taylor. Das Verbundprojekt Arena 2036 erforscht die Bedingungen für eine komplette Neugestaltung der Automobilproduktion und der dafür nötigen Intralogistik.

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Ziel der entstehenden Forschungsfabrik ist es, „ein radikal neues, ganzheitliches Produktionskonzept“ zu entwickeln, ergänzt Thomas Bauernhansl, einer der Ideengeber des Projekts. Der Leiter des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung stellt die künftige Wandlungsfähigkeit für einen funktionsintegrierten Leichtbau in den Vordergrund, um am Beispiel des Fahrzeugbodenmoduls ein Konzept für die Fahrzeugproduktion ohne Takt und ohne Linie zu entwickeln. Neben der Fraunhofer-Gesellschaft sind weitere Partner aus Forschung und Industrie engagiert, um das Jubiläum 150 Jahre Automobil vorzubereiten, das 2036 ansteht.

Eingekeilt zwischen Montage und Zulieferer hat die Automobilproduktionslogistik wenig Chancen, sich zu entwickeln, zumal die Kapazitäten vollkommen ausgeschöpft sind. Während einige noch darüber philosophieren, ob es nun Revolution oder Wandel heißen soll, bedeutet die völlige Änderung der Produktionstechnik, dass eine Montage „nicht am Band, sondern an freien Modulen“ stattfindet, so Wehking. Bereits jetzt müsse die S-Klasse von Mercedes mit Losgröße 2 oder die 7er Serie von BMW mit Losgröße 1,5 zurechtkommen. Zur neuen Produktion gehören sowohl die mobilen Roboter, die „ohne Zaun“ mit dem Werker in der Montage zusammenarbeiten, als auch neue Geräte der Förder-, Lager- und Handhabungstechnik. Die Produktion bewegt sich von der festen Taktung zum Modulwerk.

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