Flexible Fertigung

Fertigung im Wandel: Neue Perspektiven für Produktion und Logistik

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Neue Chancen für autonome Transportfahrzeuge

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Diese einst philosophische Frage stellen sich wohl bald die autonom agierenden Transportsysteme. Denn sie sollen – auf sich gestellt – Aufgaben selbstständig durchführen. Autonom heißt im industriellen Umfeld allerdings nicht, allein auf dieser Welt, sondern bereit, auch im Verbund und ohne Unterstützung von außen zu agieren. Der Mensch greift dann nur noch steuernd ein. „Leider wurde der Begriff autonome Transportfahrzeuge missverständlich verwendet, da die Aussage in der Vergangenheit nur eingeschränkt stimmte“, sagt Kai Furmans, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme am Karlsruher Institut für Technologie.

Die Beschäftigung mit autonomen Transportsystemen ist bereits zwei Jahrzehnte alt, aber „jetzt stehen die Chancen für eine Realisierung besser“, erläutert der Logistikexperte, „denn es gibt echte autonome Fahrzeuge mit mehr Umgebungsverarbeitung und besserer Sensorik.“ Zumal der Bedarf da ist. Selbst Audi lässt manche Sportwagen autonom von einer Montagestation zur nächsten fahren: Fahrerlose Transportsysteme tragen Karosserien durch die Halle und ersetzen, erstmalig im Volkswagen-Konzern, die Fließbänder.

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Ein Schlüssel dazu ist die höhere Flexibilität, da die neuen Transporter auf Leitschienen verzichten. Bessere Scanner und Sensoren erkennen mögliche Wege, und die Verbindung zwischen Antrieb und Sensor sorgt für eine sichere Lösung, die selbst die Berufsgenossenschaft zustimmen lässt. „Wir werden bald neue Fahrzeugkonzepte sehen“, dessen ist sich Furmans sicher.

Die Fahrzeughersteller haben das Thema schon einmal fast verschlafen, jetzt werden es seiner Ansicht nach die Komponentenhersteller richten. Das betrifft Sensoren, Antriebe und vor allem Sicherheitssteuerungen. Insbesondere die sicherheitsrelevanten Bauteile treiben den Preis nach oben. Davon könnten auch die Pkw-Hersteller lernen: „Die Kollegen für Fahrzeuge auf der Straße beginnen jetzt erst zu verstehen, dass die EU-Maschinenrichtlinie gilt, wenn sie Autos ohne Fahrer auf die Straße schicken“, betont Furmans. Folglich muss der Hersteller ausschließen, dass etwas schief gehen kann. Dafür wird beispielsweise der richtige 3D-Sensor benötigt, der mit einer sicheren Bremse durch sichere Signale verbunden ist. Einen Weg dafür hat das vom Karlsruher Institut entwickelte System Karis Pro aufgezeigt. Der kleine Transporter vereint Wandlungsfähigkeit mit Kosteneffizienz und Sicherheit.

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