Flexible Fertigung

Fertigung im Wandel: Neue Perspektiven für Produktion und Logistik

Seite: 6/6

Firmen zum Thema

Reduzierte Schnittstellenvielfalt

Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Industrie 4.0 ist der sichere, zeitnahe und nahtlose Austausch von Informationen zwischen Geräten, Systemen und Menschen. Mit der durchgängigen Digitalisierung „eröffnen sich neue Möglichkeiten in industriellen Anwendungen und der gesamten Wertschöpfungskette im Lebenszyklus von Produkten und Produktionssystemen“, erläutert Frank Knafla, Master Specialist Industrie 4.0 bei Phoenix Contact Electronics. Durch die Kombination der Datenübertragung über Industrial Ethernet oder Internet sind neue, smarte Anwendungen notwendig.

Eine der wesentlichen Hilfen ist das Referenzarchitekturmodell Rami 4.0 der Plattform Industrie 4.0. Es kombiniert Lebenszyklus und Wertschöpfungskette mit einem hierarchisch strukturierten Ansatz zur Definition der Komponenten. „Die Architektur zielt auf die Reduzierung der Schnittstellenvielfalt sowie die Harmonisierung der Engineering-Sprache“, betont Knafla. Denn erst durch Interoperabilität erhält der Anwender von Industrie-4.0-Lösungen einen Mehrwert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Neben der Notwendigkeit der Datenzugänglichkeit braucht das dynamisch wachsende Spektrum der Datenproduzenten und -konsumenten in der cyberphysischen Welt vor allem gemeinsam genutzte Daten, für deren Interoperabilität und Standardisierung in der Industrieautomatisierung die OPC Foundation sorgt. Diese Daten sind nur dann nützlich, wenn sie in einheitlicher Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden. Nach zahlreichen Tests und Evaluierungen hat sich als Standard die Kommunikationstechnologie „Open Platform Communications Unified Architecture“ (OPC UA) herausgebildet, die den Anforderungen von Industrie 4.0 nach einer sicheren Datenverbindung und Zusammenarbeit gerecht wird.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Sicherheitsanalyse von OPC UA vorgenommen und bestätigt, dass das Kommunikationsprotokoll Sicherheitsaspekte berücksichtigt und keine systembedingten Sicherheitslücken enthält. „OPC UA ist einer der wichtigsten Standards zur sicheren, herstellerübergreifenden Vernetzung für industrielle Anlagen“, erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

OPC UA ermöglicht es, Maschinendaten zu erfassen, zu transportieren, zu modellieren und semantisch zu beschreiben. OPC läuft auf jedem Betriebssystem, ist in bestehende Systeme integrierbar und leicht zu warten. Mit der Unterstützung des OPC-UA-Protokolls unterstützt jetzt auch Microsoft diese Kommunikation. Industrielle Anlagen und Maschinen können künftig über die Azure-Cloud miteinander verbunden, über eine verschlüsselte Verbindung zentral gesteuert und an Geschäftsanwendungen wie ERP-Systeme ohne Umrüstung angebunden werden. Kürzere Reaktionszeiten bei Servicearbeiten, weniger Verwaltungsaufwand und niedrigere Kosten im Betrieb gehören zu den Mehrwerten. Zusätzlich erleichtern die OPC-UA-kompatiblen Telemetriedaten, die in die Cloud geschickt werden, die Umsetzung von Predictive Maintenance (vorausschauender Wartung). MM

(ID:44051318)