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E-Manufacturing FKM Sintertechnik fertigt erstmals kompletten Greifer im Lasersinterverfahren

Redakteur: Josef-Martin Kraus

FKM Sintertechnik, Biedenkopf-Wallau, hat einen kompletten Greifer – inklusive Getriebe – aus Kunststoff im Lasersinterverfahren hergestellt.

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Der 35 mm hohe Greifer besteht nahezu komplett aus lasergesinterten Kunststoffteilen. Bild: FKM
Der 35 mm hohe Greifer besteht nahezu komplett aus lasergesinterten Kunststoffteilen. Bild: FKM
( Archiv: Vogel Business Media )

Laut FKM-Geschäftsführer Jürgen Blöcher ist das „ein Paradebeispiel dafür, dass E-Manufacturing längst keine Zukunft mehr ist“. So würden bereits Kleinserien und Ersatzteile bedarfsoptimiert direkt aus elektronischen Daten hergestellt (Electronic Manufacturing). Beim Greifersystem für die automatische Anlagenbeschickung zum Sandstrahlen war die Anwendung des Verfahrens jedoch eine Premiere.

Lasersintern setzt verfahrensgerechte Teilekonstruktion voraus

Abgesehen von den Schlauchanschlüssen für die Pneumatik besteht der Greifer durchweg aus Lasersinterteilen. Voraussetzung dafür war eine anforderungs-, aber auch verfahrensgerechte Teilekonstruktion. Der Greifer führt zur Werkstückpositionierung in der Anlage eine Rotations- und Auf-ab-Bewegung aus. Dazu ist das Drei-Becken-Spannfutter rotationssymmetrisch ausgelegt und über drei kleine Federbalkelemente beweglich.

Es verfügt über Wechselklemmen, in die sich je nach Werkstückgeometrie passende Backen einsetzen lassen. Die Drehbewegung des Spannfutters wird von einem mit Druckluft beaufschlagten Flügelrad im Innern des Greifergehäuses ausgelöst, das auf einem Rillenkugellager läuft. Auch dieses Kugellager ist gesintert.

Abtrieb des Getriebes läuft auf gesintertem Rillenkugellager

Zum Antriebsmodul gehört ein zweistufiges Getriebe (Übersetzung 1 zu 25), wobei dessen Abtrieb auch auf einem gesinterten Rillenkugellager läuft und dessen Zwischenwelle gleitgelagert ist. Alle Lagerstellen sind aufgrund der rauen Arbeitsumgebung verdeckt ausgeführt. Laut Blöcher kommt kein schmutzempfindliches Greiferteil direkt mit abrasivem Strahlmittel in Kontakt.

Die Zuführung der Druckluft erfolgt zentral und deren Verteilung im Greifer bis zu dessen Fingern durch interne Kanäle. Der elastische, doppelwandig ausgeführte Faltenbalg mit Anschlüssen zum Be- und Entlüften ermöglicht eine Hubbewegung bis zu 100 mm. Am Faltenbalg befindet sich ein Spannrad zur Montage des Greifers am Manipulator.

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