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Demand Side Management

Flexibler Stromeinsatz mit Demand Side Management

| Autor/ Redakteur: Annegret-Cl. Agricola und Philipp Richard / Robert Horn

Die Vogtmühlen in Illertissen verarbeiten täglich über 300 Tonnen Getreide zu Mehl und verkaufen es an über 500 Backbetriebe. In Zukunft könnte das traditionsreiche Familienunternehmen noch ein weiteres Produkt verkaufen: Flexibilität für das Stromsystem.

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Ein flexibles Stromnetz schont die Ressourcen und hilft Unternehmen bei der Bewältigung der Energiewende. Wie das funktionieren kann, untersucht die Deutsche Energie-Agentur derzeit in einem Projekt.
Ein flexibles Stromnetz schont die Ressourcen und hilft Unternehmen bei der Bewältigung der Energiewende. Wie das funktionieren kann, untersucht die Deutsche Energie-Agentur derzeit in einem Projekt.
(Bild: Thomas Dashuber)

Die Vogtmühlen sind eins von über 50 Unternehmen, die derzeit an einem Projekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) teilnehmen, in dem der Einsatz von Demand Side Management (DSM) in Bayerischen Betrieben untersucht wird. DSM ist ein Instrument, um die Stromnachfrage von Unternehmen zu flexibilisieren und verschiebbare Stromlasten zu vermarkten. So können die Unternehmen nicht nur Gewinne erwirtschaften, sondern gleichzeitig zum Erfolg der Energiewende beitragen. Im Zuge der Energiewende gewinnt dieses neue Geschäftsfeld für viele Unternehmen an Attraktivität.

Das Stromnetz flexibler gestalten

Durch den starken Ausbau von Wind- und Sonnenenergie unterliegt ein Teil der Stromerzeugung bereits heute starken wetterbedingten Schwankungen, die ausgeglichen werden müssen, um das Stromsystem nicht zu überlasten. Dafür gilt es, das System flexibler zu machen. Hier kommt DSM ins Spiel. Es trägt dazu bei, die Stromnachfrage von Unternehmen soweit wie wirtschaftlich sinnvoll zu flexibilisieren und flexibilisierbare Stromnachfrage zu vermarkten.

Vereinfacht dargestellt verlagern Betriebe im Rahmen von DSM ihren Stromeinsatz je nach hohem oder niedrigem Angebot aus Wind- und Photovoltaikanlagen, indem sie Prozesse entsprechend steuern. Diese Lastverschiebungen kann das Unternehmen dann als Dienstleistung an verschiedenen Marktplätzen anbieten. Ein wichtiger Absatzmarkt für flexible Lasten sind beispielsweise Ausschreibungen der Übertragungsnetzbetreiber für Regelleistung, mit der durch gezielte Schaltungen von Verbrauchern und Erzeugern Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Last ausgeglichen werden. Große verschiebbare Lasten schreiben die Übertragungsnetzbetreiber darüber hinaus im Rahmen der Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLAV) gesondert aus.

Lasten gemeinsam vermarkten

Bei Gefährdungen oder Störungen der Stromversorgung können die Übertragungsnetzbetreiber die dadurch unter Vertrag genommenen Lasten gezielt ab- oder zuschalten, um das Stromnetz zu stabilisieren. Schließlich können Unternehmen mit ihren flexiblen Lasten auch am Strom-Spotmarkt (Großhandel) teilnehmen und den Bezug von Strom auf Stunden mit niedrigem Strompreis verschieben.

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