Bikar Metalle Formen- und Werkzeugbauer benötigen gegossene Platten

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Bei Bikar, Bad Berleburg, hat der Erfolg bei Gussplatten einen Namen: Formodal. Unter diesem Markennamen hat das Unternehmen am Markt gegossene Aluminiumplatten eingeführt.

Firma zum Thema

Ausgangsmaterial für Zuschnitte sind spannungsarme Gussblöcke der Größe 4000 mm × 2200 mm × 600 mm und 3400 mm × 1650 mm × 1020 mm.Bild: Bikar Metalle
Ausgangsmaterial für Zuschnitte sind spannungsarme Gussblöcke der Größe 4000 mm × 2200 mm × 600 mm und 3400 mm × 1650 mm × 1020 mm.Bild: Bikar Metalle
( Archiv: Vogel Business Media )

Aufgrund des Gussgefüges und thermischer Glühverfahren handelt es sich bei Formodal um eine spannungsarme Legierung mit Festigkeitseigenschaften, die gewalzten Platten nahekommen. Außerdem wird verhindert, dass sich feine Konturen verwerfen, sie bleiben stabil – im Gegensatz zu gewalzten Platten, die aufgrund einer längskristallinen Struktur leicht zu Spannungen neigen können.

Darauf haben Formen- und Werkzeugbauer gewartet. Seit drei Jahren ist Bikar Metalle mit diesen gegossenen Aluminiumplatten am Markt. „Seitdem hat bei uns der Gussbereich enorm an Größe zugelegt“, berichtet Konstantin Bikar, der zusammen mit seinem Bruder Aleksandar in zweiter Generation das Familienunternehmen führt. Seit der Gründung 1962 hat man bei Bikar Metalle nur Wachstumsphasen erlebt. Vor zwei Jahren betrug der Umsatz 45 Mio. Euro. 2007 waren es 50 Mio., in diesem Jahr werden es laut dem Bikar-Geschäftsführer 57 Mio. Euro sein.

Mit diesem Wachstum hat das Unternehmen auch an Größe gewonnen. 2006 wurden rund 70 Mitarbeiter beschäftigt, inzwischen sind es 125. Heute ist die Anarbeitung und Lagerung von Halbzeugen am Standort in drei Werkgebäude unterteilt: in den Press- und Ziehbereich (Stangen, Rohre und Profile), den Walzbereich und den Gussbereich – mit Aluminium als Hauptwerkstoff, dazu Kupfer, Messing, Bronze, Kunststoffen und anderen Sonderwerkstoffen. Rund 13 000 Halbzeugprodukte hält man auf Lager. Auf der Euromold 2008, Anfang Dezember in Frankfurt am Main, präsentiert man sich daher als Komplettanbieter für den Formen- und Werkzeugbau in Sachen NE-Metalle.

Euromold machte Formodal im Formenbau populär

Diese Messe trug laut Konstantin Bikar wesentlich zum Erfolg der gegossenen Aluminiumplatten bei. Auf Anfrage erhielt man Proben zum Ausprobieren und Testen. Auf diesem Weg wurden viele Formen- und Werkzeugbauer vom Halbzeugprodukt Formodal überzeugt. In diesem Jahr werden nach Einschätzung des Bikar-Geschäftsführers rund 3000 t gegossene Aluminiumplatten ausgeliefert. 2009 sollen es etwa 4000 t sein.

Entsprechend wurde in den vergangenen beiden Jahren in den Gussbereich investiert: Vor zwei Jahren waren es 2,5 Mio. Euro für ein zusätzliches Sägezentrum, weil man die Kapazität bereits mehr als ausgeschöpft hatte. 2007 wurde für 1,5 Mio. Euro eine Kreis- und Bandsäge angeschafft. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf der weiteren Durchdringung aller Bereiche mit automatisierten Abläufen. Ziel ist die weitere Verkürzung der zeitlichen Auftragsabwicklung.

IT-System verbindet Glieder der Prozesskette

So verbindet ein selbst entwickeltes IT-System alle Glieder der Prozesskette: von der Auftragsannahme bis zum Vertrieb, inklusive der Lagerwirtschaft und dem Zuschneiden der Halbzeuge auf den Maschinen, je nach Anforderung des Kunden. Die Abmessungen der Zuschnitte sind sehr unterschiedlich. Als Ausgangsmaterial sind Blöcke der Größe 4000 mm × 2200 mm × 600 mm und 3400 mm × 1650 mm × 1020 mm.

Daraus können einerseits „Suppenwürfel“ gesägt, andererseits Platten für „Telefonzellen“ hergestellt werden, wie Konstantin Bikar scherzhaft das Größenspektrum charakterisiert. In vielen Fällen werden Sonderwünsche erfüllt. So können aus großen Blöcken teils zweidimensionale Konturen vorgesägt werden. Ob U-, T- oder L-Form, Ronde oder Ring, die Anarbeitung erspart dem Kunden eine Menge Zeit und Kosten.

Einen weiteren Vorteil bieten plangefräste Platten. Auch sie sind aus Lagervorrat lieferbar. Dickentoleranzen im Bereich eines Zehntels sind dabei Standard. Diese Produkte basieren auf der Legierung 5083 (AlMg4.5Mn0.7).

(ID:277090)