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Produktetrend Für eine ruhige Fahrt

Autor: Simone Käfer

Wenn Metall auf Metall reibt, muss ordentlich geschmiert werden. Ordentlich, also nicht zu viel und bitte auch geräuscharm. Diese drei Schmiersysteme für Antriebe erfüllen die Kriterien.

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Die neue Wuppertaler Schwebebahn fährt mit einem Schmiersystem von SKF wesentlich leiser als vorher.
Die neue Wuppertaler Schwebebahn fährt mit einem Schmiersystem von SKF wesentlich leiser als vorher.
(Bild: Wuppertaler Stadtwerke / Stefan Tesche-Hasenbach)

Nicht nur die Reibung gleicher Materialien fordert ein Schmiersystem. Auch Lagerströme können bei Wälzlagern deutliche Beschädigungen der Innen- und Außenringe sowie der Wälzkörper hervorrufen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass durch den Energieeintrag der Schmierstoff geschädigt und somit in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Neben den Schmierstoffen selbst hängt viel vom Auftrags- und Dosiersystem ab. Zum Beispiel forderten die Wuppertaler für ihr berühmtes öffentliches Verkehrsmittel eine leise Variante, für die Anwender sollte das Schmiersystem auch individuell einstellbar sein.

Die Schwebebahn transportiert seit 1901 Fahrgäste in 12 m Höhe quer durch das Stadtgebiet. Derzeit befindet sich eine Verjüngungskur der alten Dame in vollem Gange. Zug für Zug wird die komplette Fahrzeugflotte gegen moderne Waggons und ein Zug­sicherungssystem mit fernfahr-erprobter Funkkontrolle ausgetauscht. Im Pflichtenheft steht aber auch die Verwendung einer effizienten Spurkranz-Schmier­anlage. Da die Schwebebahn Wohnhäusern oft recht nahe kommt, soll sie besonders leise sein. Aufgrund guter Erfahrung entschied sich Rolf Barnat, Meister in der Schwebebahn-Fahrzeugwerkstatt, für ein Schmiersystem von SKF.

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Die Wuppertaler Schwebebahn

Sie transportiert seit 1901 Fahrgäste in bis zu zwölf Metern Höhe quer durch das Stadtgebiet. Dabei kommt sie oft Wohnhäusern recht nahe und soll deswegen besonders leise sein.

Am vordersten Drehgestell der neuen Bahn ist das Spurkranzschmiersystem SKF EasyRail Airless montiert.
Am vordersten Drehgestell der neuen Bahn ist das Spurkranzschmiersystem SKF EasyRail Airless montiert.
( Bild: Wuppertaler Stadtwerke / Stefan Tesche-Hasenbach )

Die Einschienenhängebahn fährt auf einem durchlaufenden Stahlgleis in eine Richtung und wendet an den Streckenenden in Schleifen. Die Waggons hängen an ihren Drehgestellen darunter. Radien ab 120 m durchfährt sie mit bis zu 60 km/h und damit wesentlich schneller als Straßenbahnen. Die auf der Schiene rollenden Antriebseinheiten bestehen aus jeweils paarweise hintereinander angeordneten Rädern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schienenfahrzeugen haben die Räder der Schwebebahn zwei Spurkränze, und zur Lärmreduzierung sind die Räder mit speziellen Schallabsorbern ausgestattet.

Dass die Väter dieser eisenbahntechnischen Sonderlösung „in die Luft gegangen“ sind, liegt an den knappen Platzverhältnissen: Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der Stadtkern von Wuppertal sehr eng bebaut. Raum für ein öffentliches Verkehrsmittel gab es somit nur über dem Fluss. Die Technikbegeisterung der damaligen Zeit und die Aufbruchstimmung im Stahlbausektor führten schließlich zur Umsetzung des ehrgeizigen Projekts. Heute misst das Streckennetz 13,3 km, zehn davon liegen direkt über dem Fluss. In der Rushhour fahren alle zehn Minuten drei Fahrzeuge, insgesamt 22 Waggons. Das Traggerüst besteht aus 468 schräggestellten Stützen, zwischen denen die spurführenden Brücken eingebaut sind.

Elektromagnete sind leiser als Druckluft

Beim Spurkranz-Schmiersystem SKF Easy Rail Airless wird von einer Behälterpumpe aus das Schmiermittel der elektromagnetischen Dosierpumpe über eine Ringleitung zugeführt. Letztere bringt das Schmiermittel in einer vorbestimmten Menge ohne Druckluft auf die Spurkränze, in Dosen von 40 mm3 pro Düse und Hub in unter 0,5 s. Damit auch bei eisigen Temperaturen alles geschmiert läuft, gehört zur Pumpen-Düsen-Einheit auch ein Heizsystem. Ein Steuergerät übernimmt die Dosierung. Dieses ist mit einem Kurvensensor versehen und reagiert auf Tempo und Kurvenfahrten. Der Anwender kann den Kurvensensor individuell einstellen und festlegen, wann genau gespritzt wird. Das spricht für eine sparsame und umweltfreundliche Anwendung des Schmiermittels.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe