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Motek 2018

Für mehr Flexibilität in der Fertigung

| Autor: Stefanie Michel

Um was sich laut Sven Wenig im Moment vieles in der Lineartechnik dreht: die Digitalisierung. Durch die Nutzung von Daten soll die Produktivität und die Flexibilität in der Fertigung zu erhöht werden können.
Um was sich laut Sven Wenig im Moment vieles in der Lineartechnik dreht: die Digitalisierung. Durch die Nutzung von Daten soll die Produktivität und die Flexibilität in der Fertigung zu erhöht werden können. (Bild: Ute Drescher)

Die Lineartechnik-Sparte von SKF ist erneut Aussteller auf der Motek 2018. Welche Trends die Treiber für neue Produkte sind und warum die Motek heute eine wichtige Messe ist, berichtet Geschäftsführer Sven Wenig im Interview mit dem MM Maschinenmarkt.

Welche Trends sehen Sie jetzt und in Zukunft, auf die die Lineartechnik reagieren muss?

Wenig: Der allumfassende Trend ist zur Zeit IoT. Das heißt, dass man mit Daten – Datenverarbeitung und Datenanalyse – am Ende die Produktivität und auch die Flexibilität in der Fertigung erhöht. Das hört sich ziemlich allumfassend an, aber darum geht es im Endeffekt. Außerdem möchten unsere Kunden einfache Plug-and-Play-Lösungen, von denen sie lernen. Nehmen wir zum Beispiel einen Aktuator: Er hat gewisse Zyklen und ich will wissen, wie ich die Zyklen am effizientesten nutzen kann. Und was seit vielen Jahren ein Thema ist: Energieeffizienz. Das ist immernoch wichtig und wir haben auch das entsprechende Produktportfolio an elektromechanischen Zylindern dafür. Wenn wir einfach zusammenfassen, dann sind die wichtigen Themen die Datenanalyse zur Produktivitätssteigerung, die Effizienzsteigerung und die Erhöhung der Flexibilität.

Werden Sie auf einen dieser Trends auch mit Produkten auf der Motek reagieren?

Wenig: Auf der Motek gehen wir genau auf diese Themen ein. Wir haben beispielsweise eine sogenannte Car Transfer Unit, CTU. Das ist ein Dreiachssystem mit einer Hubsäule, das zum Beispiel für die Karosserie im Montagebereich vor der Lackiererei eingesetzt wird. Der Vorteil dabei ist, dass damit völlig unterschiedliche Karossen montiert werden können. So braucht man keine neuen Konstruktionen beim Wechsel des Modells – und auch nicht mehr den kompletten Hallenaufbau. Somit wird die Flexibilität erhöht.

Mit Systemen nehmen Sie dem Konstrukteur etwas Komplexität ab. Zeigen Sie auch neue Plug-and-Play-Systeme auf der Motek?

Wenig: Sie werden dort ein System sehen, das sich „Liftkit und Slidekit“ nennt, um den Wirkungsradius eines kollaborativen Roboters über ein Lift-System zu erhöhen. Den Cobot können Sie mit diesem System verbinden, sodass die mechanische, die elektronische und auch die Software-Anbindung vorhanden sind. Stellen Sie sich vor, ein Cobot belädt einen Tisch mit Paketen, der irgendwann voll ist. Dann belädt er die nächste Ebene darüber; der Cobot erhöht also seinen Wirkradius, indem man ihn einfach mit der Säule nach oben bewegt. Auf dem Boden in der Horizontalen funktioniert das genauso. Das ist eine Plug-and-Play-Lösung, das heißt, es sind nur überschaubare Engineering-Aktivitäten zur Inbetriebnahme nötig.

SKF verfügt ja über ein breites Know-how bei Komponenten – ein Bereich, der auf der Motek recht stark ist...

Wenig: Deshalb stellen wir auch einen Hexapod aus. Wir machen das mit elektromechanischen Zylindern, denn dort verfügen wir über ein sehr breites Portfolio von 100 N bis zu 500 kN. Diese Zylinder sind mit Kugel- und Rollengewinden ausgestattet. Wir stellen den Hexapod aus, um zu zeigen, dass wir in der Lage sind, gewisse Positionen 100.000-fach wieder zu finden. Neben der Dynamik ist hier Wiederholgenauigkeit und Steifigkeit sehr wichtig.

SKF hat sich von manchen Messen zurückgezogen und stellt vorrangig auf Branchenmessen aus. Welche Bedeutung hat die Motek für die Lineartechnik-Sparte?

Wenig: Wir haben verschiedene Messen ausprobiert und für mich ist die Motek die interessanteste in Deutschland. Was ich immer sehr charmant fand, war der Bezug zur Praxis. Ich kenne die Motek noch von Sinsheim, als wirklich Ingenieure mit Zeichnungen an den Stand kamen. Irgendwann kam dann der Punkt, dass der Return on Investment nicht mehr da war. Deshalb haben wir die Entscheidung gefällt über ein paar Jahre nicht mehr hinzugehen. Aber dann wollten wir es wieder probieren – das war letztes Jahr. Schon nach den ersten Tagen war klar: Da gehen wir auf jeden Fall wieder hin. Es ist jetzt eine andere Dynamik drin und auch beim Thema Digitalisierung ist man auf der Messe mehr am Puls der Zeit.

SKF Linearsysteme auf der Motek 2018: Halle 6, Stand 6122

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