Compositeprofile Gebogene FVK-Profile durch Radius-Pultrusion

Autor / Redakteur: Klaus Jansen und Melanie Horwege / Peter Königsreuther

Beim Strangziehen werden in der Regel gerade Profile aus Thermoplasten oder Duroplasten erzeugt, wenn das weiche Material durch einen entsprechend geformten Querschnitt gezogen wird. Dreht man den Prozess jedoch um, eröffnen sich ganz neue Perspektiven für Compositeanwender.

Anbieter zum Thema

(Bild: Thomas-Technik)

Das Radius-Pultrusionsverfahren ist der Durchbruch in der Leichtbauweise von Kunststoffprofilen: Erstmals können auf diese spezielle Weise alle Profile mit einem konstanten Radius zwei- und auch dreidimensional kontinuierlich und deswegen vergleichsweise kostensparend in Serie hergestellt werden. Die ebenso geniale wie einfache Idee entstand bei Thomas Technik + Innovation quasi während einer Frühstückspause. Die Umsetzung vom Gedanken bis zum fertigen Herstellungsprozess nahm circa eineinhalb Jahre in Anspruch.

Gebogene Faserverbundprofile erweitern Anwendungsbereiche

Diese neuartige Möglichkeit zur Herstellung von Compositeprofilen basiert auf dem sogenannten Pultrusionsverfahren, das für gerade Kunststoffprofile schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts angewandt wird. Der auch „Strangziehverfahren“ genannte Prozess funktioniert denkbar einfach: Mithilfe eines Ziehwerkzeuges werden von einem stabilen Gestell aus kontinuierlich die gewünschten Verstärkungsfasern – entweder Glas- oder Carbonfasern – durch eine Pultrusionsanlage gezogen und dabei gleichzeitig mit einer Matrix getränkt. Anschließend können sie in einer Form, die dem gewünschten Profilquerschnitt entspricht, durch Wärmeeinwirkung gehärtet und danach auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden. So entstehen im Vergleich zu Profilen aus herkömmlichen Materialien besonders widerstandsfähige und leichte Komponenten, die in den verschiedensten Branchen wie der Medizintechnik oder dem Fahrzeug- und Gebäudebau erfolgreich eingesetzt werden können.

(ID:42364118)