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Werkstoffe Geschäftsklima schlechter als 2009 – weiter fallend

| Redakteur: Simone Käfer

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) geht von einer länger andauernden Krisensituation aus.

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Die Stahl- und Metallbranche rechnet mit einem länger andauernden schlechten Geschäftsklima.
Die Stahl- und Metallbranche rechnet mit einem länger andauernden schlechten Geschäftsklima.
(Bild: gemeinfrei (René Schaubhut, Pixabay) / Pixabay )

Bereits Anfang April erwarteten 85 % der meist mittelständischen Mitgliedsunternehmen des Verbandes einen Umsatzrückgang im Jahr 2020 von über 10 %, fast 30 % sogar einen Umsatzrückgang von mehr als 25 %. Über 90 % der befragten Unternehmen planen oder befinden sich bereits in Kurzarbeit. Die meisten davon halbieren die Arbeitszeit, aber 15 % der Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter in die 100%ige Kurzarbeit.

Das Geschäftsklima liegt bereits unter dem niedrigsten Wert der Finanzkrise, den es im März 2009 erreicht hatte.
Das Geschäftsklima liegt bereits unter dem niedrigsten Wert der Finanzkrise, den es im März 2009 erreicht hatte.
(Bild: ifo-Institut )

Die aktuellen Daten für das Geschäftsklima der Stahl- und Metallverarbeitung, gemessen vom Ifo-Institut, verdeutlichen die Lage zusätzlich. Der Lageindikator stürzt um 39,2 Saldenpunkte auf -44,6 ab und die Einschätzungen für die nächsten sechs Monate fallen um 21,3 Punkte auf -57,2. Das Geschäftsklima rutscht dementsprechend um 29,7 Punkte auf -51 ab. Damit liegt das Geschäftsklima bereits unter dem niedrigsten Wert der Finanzkrise, den es mit -50 im März 2009 erreichte.

„Dass der Erwartungsindikator für das nächste Halbjahr so pessimistisch ausfällt, deutet auf eine längere Schwächeperiode der Branche hin“, so Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des WSM. „Dann müssten die Hilfsmaßnahmen möglicherweise deutlich in das nächste Jahr hinein verlängert werden.” Sollte die Konjunktur weiterhin stagnieren, empfiehlt Vietmeyer, Anreize zum Kauf klimafreundlicher Produkte zu schaffen. Aber: „Nur einzelne Nischenprodukte wie die E-Mobilität zu fördern, würde deutlich zu kurz greifen“, so der WSM-Hauptgeschäftsführer.

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