Produktpiraterie Gesucht: Die dreistesten Fälschungen 2021

Redakteur: Melanie Krauß

Auch 2021 wird wieder der Negativpreis „Plagiarius“ vergeben. Unternehmen, deren Produkte dreist kopiert wurden, können noch bis Ende Januar ihre Unterlagen einreichen.

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Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg.
Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg.
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Der Negativpreis „Plagiarius“ wird seit 1977 jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen verliehen. Ziel der Aktion Plagiarius ist, die skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Darüber hinaus soll die Wertschätzung für geistiges Eigentum gesteigert werden. Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase.

Unternehmer, Designer und Erfinder, die sich über dreiste Plagiatsfälle ärgern, haben wieder die Möglichkeit, ihre Originalprodukte sowie die vermeintlichen Nachahmungen zum Plagiarius-Wettbewerb einzureichen und den Plagiator – sei er Hersteller oder Händler – als Preisträger des Negativpreises vorzuschlagen.

Info

Zum Wettbewerb einzureichen sind:

  • Das Originalprodukt
  • Das vermeintliche Plagiat
  • Das ausgefüllte Anmeldeformular
  • Korrespondenz mit dem Plagiator, sofern erfolgt
  • Kopien von eingetragenen gewerblichen Schutzrechten, falls angemeldet
  • Optional: weitere Hintergrundinformationen, die der Jury behilflich sein könnten
  • Optional: Gegenüberstellung Original / Plagiat (Text, Fotos, Video)
Aufgrund des Lockdowns wurde der Einsendeschluss um eine Woche nach hinten verschoben. Neue Frist: 29.01.2021

Zur Anmeldung

Bevor die jährlich wechselnde Expertenjury aus allen Einsendungen die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren von der Aktion Plagiarius schriftlich auf ihre Nominierung hingewiesen und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Preis schreckt Produktfälscher regelmäßig ab

Die große Medienreichweite und der hohe Bekanntheitsgrad des „Plagiarius“ haben über die Jahre hinweg regelmäßig eine abschreckende Wirkung gezeigt: Die Angst vor öffentlicher Blamage hat der Aktion zufolge schon so manchen Plagiator dazu gebracht eine Einigung mit dem Originalhersteller zu suchen. So seien zum Beispiel Restbestände vom Markt genommen worden. Auch haben Plagiatoren Unterlassungserklärungen unterschrieben oder Lieferanten preisgegeben.

„Wir sind von der abschreckenden Wirkung des Negativpreises „Plagiarius“ angenehm überrascht. Die Auszeichnung mit dem Schmähpreis hat den asiatischen Nachahmer dazu gebracht den Verkauf der Fälschungen zu stoppen und sich bei uns zu entschuldigen“, berichtet beispielsweise Ulrich Demuth, Leiter Patent & Marken bei Wika SE Klingenberg. „Dadurch sind Wika weitere Rechtsverfolgungen und damit verbundener Zeit- und vor allem Kostenaufwand erspart geblieben! Und die sehr große Medienresonanz, die bis nach Asien reicht, schreckt auch andere Nachahmer ab, so dass wir immer wieder für einige Zeit Ruhe haben.“

Exklusiv

Expertentalk „Produktpiraterie“

Sie haben noch weitere Fragen an die Experten aus unserer Titelgeschichte? Kein Problem! Am 27. Januar von 14 bis 16 Uhr veranstalten wir exklusiv für einen kleinen Leserkreis einen Online-Roundtable zum Thema „Produktpiraterie“.

Zur Anmeldung

Hier ein Überblick über die Preisträger der letzten Jahre: