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Drehmaschinen Gildemeister Italiana erweitert Produktprogramm um Drehmaschine

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Nach umfassenden Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen wird bei Gildemeister Italiana (Gital) neben den angestammten Produktions- und Automatendrehmaschinen auch das Maschinenmodell NLX 2500 | 700 aus dem Universalportfolio des japanischen Kooperationspartners gebaut.

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Auf der diesjährigen BI-MU in Mailand präsentiert DMG Mori die in Brembate di Sopra gebaute Universaldrehmaschine NLX 2500 SY | 700.
Auf der diesjährigen BI-MU in Mailand präsentiert DMG Mori die in Brembate di Sopra gebaute Universaldrehmaschine NLX 2500 SY | 700.
(Bild: DMG Mori )

Nach erfolgreichem Anlauf der Baureihe NLX 2500 erweitert Gildemeister Italiana sein Produktprogramm um eine weitere Modellvariante. Über die Hintergründe der Transfergeschichte und die Highlights der NLX-Baureihe und speziell der NLX 2500 | 700 sprachen wir mit Dr. Marcus Rennekamp, Produktionsleiter bei Gital in Brembate di Sopra.

Die NHX-Serie wird bereits seit einiger Zeit von Deckel Maho Pfronten für den europäischen Markt gebaut. Dasselbe gilt für die NLX 2500 bei Gildemeister Italiana. Wie fällt die Bilanz aus?

Grundsätzlich kann ich sagen, dass der Bereich Produktion innerhalb der Kooperation intensiviert worden ist und die Strategie „Im Markt für den Markt“ konsequent fortgesetzt wird. Bezogen auf Gildemeister Italiana konnten wir beispielsweise im Geschäftsjahr 2015 die Produktionsstückzahl der Universaldrehmaschine NLX 2500 SY | 700 unseres Kooperationspartners an unserem Standort in Brembate di Sopra auf fast 80 Maschinen erhöhen. An diesen Erfolg wollen wir auch in 2016 anknüpfen und haben daher im März 2016 unser Angebot um die NLX 2500 Y | 700 als Einstiegsmaschine mit Reitstock erweitert.

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Was sind die Vorteile solcher Produktverlagerungen?

Durch die gegenseitige Nutzung globaler Produktionsstandorte innerhalb der Kooperation der DMG-Mori-Gruppe nutzen wir gezielt Transport- und Beschaffungskostenvorteile in unserem Produktionsnetzwerk aus. Unsere Kunden profitieren davon durch ein wettbewerbsfähiges Pricing. Gleichzeitig bieten wir durch die Endmontage im Zielmarkt unseren Kunden minimale Lieferzeiten trotz individueller Möglichkeiten zur Konfiguration. Zudem können wir als Hersteller natürlich den technischen Support weitaus besser, weil in unmittelbarer Nähe zu unseren Kunden, leisten.

Gildemeister Italiana galt bisher als Kompetenzzentrum für Mehrspindler, Produktionsdrehautomaten und Produktionsdrehzentren. Ändert sich der Status mit den Universaldrehmaschinen der NLX-Baureihe?

Die Kompetenzen innerhalb der Kooperation sind klar verteilt. Die Entwicklungshoheit über die NLX-Baureihe hat unser Kooperationspartner in Japan. Aber natürlich werden die Erfahrungen aus Italien und Europa allein schon aufgrund der Vielzahl verkaufter Maschinen dieser Baureihe und auf Basis gemeinsamer Produktentwicklungsgespräche in zukünftige Entwicklungen einfließen. Was darüber hinaus den Service anbelangt, werden wir gemeinsam mit DMG Mori Italia und den anderen europäischen Vertriebs- und Servicegesellschaften ein gewohnt perfektes Dienstleistungsportfolio auf höchstem Niveau anbieten.

Geht die Produktion der NLX auf Kosten anderer Produkte am Standort?

Im vergangenen Jahr ist das Produktionswerk in Brembate di Sopra in der Nähe von Bergamo komplett modernisiert und ausgebaut worden. Zum einen haben wir eine neue Montagehalle mit über 1200 m² gebaut. Zum anderen ist auf knapp 1000 m² ein neues Technologiezentrum entstanden, in dem kundenspezifische Vorführungen und Applikationslösungen entwickelt werden. Nach Ausbau und Modernisierung werden derzeit rund 400 Produktions- und Automatendrehmaschinen sowie zusätzlich 140 NLX-Maschinen pro Jahr in Brembate di Sopra gebaut. Darüber hinaus gibt es Reserven, sodass wir gegebenenfalls entsprechend reagieren können. Unter dem Strich sind wir in der Lage, hier circa 700 Hightechmaschinen pro Jahr auf höchstem Niveau zu fertigen.

Warum hat man sich gerade die NLX 2500 | 700 als „Transfermaschine“ ausgesucht?

Ganz einfach – weil die NLX 2500 | 700 mit 460 mm Drehdurchmesser und Drehlängen von 728 mm bei der Zwei-Achs-Variante respektive 705 mm bei den mehrachsigen Versionen in Europa im Vergleich zu ihren Schwestermaschinen und bezogen auf die Stückzahl die größten Absatzchancen hat.

Wo sehen Sie die Stärken der NLX-Baureihe generell und speziell des neuen Maschinenmodells?

Die insgesamt zwölf Modelle der NLX-Baureihe differenzieren sich im Prinzip allein durch ihre Baugröße beziehungsweise ihre Arbeitsbereiche und bieten allesamt eine Vielzahl genereller Stärken. So sorgen die Flachführungen zusammen mit größeren Kugelgewindetrieben für eine gegenüber der Vorgängerserie um bis zu 30 % höhere Steifigkeit im Prozess. Besonders hervorzuheben ist zudem die integrierte Kühlmittelzirkulation im Maschinenbett für verbesserte thermische Stabilität und mithin höchste Präzision und Dauergenauigkeit. Ebenfalls eine Spezialität ist der Einsatz äußerst robuster magnetischer Längenmesssysteme der Magnescale Europe GmbH mit einer Auflösung von bis zu 0,01 μm für höchste Genauigkeitsanforderungen auch im harten Dauereinsatz. Ein anderer gemeinsamer Nenner der NLX-Baureihe ist natürlich die neue Ergoline-Multitouch-Steuerung und hier speziell Celos mit Mapps V von DMG Mori für maximale Benutzerfreundlichkeit und Steigerung der Profitabilität in der Fertigung.

Sie haben Celos angesprochen. Was macht dieses System in Ihren Augen zu etwas so Besonderem?

Mit Celos und dank der vielen unterschiedlichen Celos-Apps hat DMG Mori eine enorme Systemintelligenz an die Maschinen und damit auch an die NLX 2500 | 700 gebracht. Dem Bediener werden dadurch viele Problemstellungen abgenommen, indem er beispielsweise über die hinterlegten und visualisierbaren Auftrags- und Arbeitspläne perfekt durch seine tägliche Arbeit geführt wird. Gerade junge Menschen haben mit der dialogorientierten App-Bedienung überhaupt keine Probleme. Auch ältere und neue Bediener finden sich intuitiv und ohne großen Trainingsaufwand sehr schnell in der Struktur zurecht. Außerdem bietet Celos die Möglichkeit, über einen Smartkey individuelle Zugriffsrechte so zu organisieren, dass jedem Mitarbeiter entsprechend seiner Qualifikation nur ausgewählte Celos-Apps zur Verfügung stehen.

DMG Mori bewirbt Celos auch als Schlüssel zu Industrie 4.0 ...

... weil DMG Mori mit Celos einen reibungslosen Übergang in das Industrie-4.0-Zeitalter gewährleistet. Denn mit Celos lassen sich unter einer einheitlichen Oberfläche für Werkstatt und Büro sowohl Auftrags- und Prozess- als auch Maschinendaten verwalten, dokumentieren und visualisieren. Zusätzlich haben wir dafür einen offenen Informationsaustausch mit übergeordneten Netzwerkstrukturen über definierte Schnittstellen realisiert. Celos ermöglicht demnach die vollständige Integration einer DMG-Mori-Maschine in die Betriebsorganisation und ebnet, wie schon erwähnt, den Weg zur Integration unserer Werkzeugmaschinen in cyberphysische Produktionssysteme der Zukunft. Celos baut demnach in der Tat eine Brücke in die Produktionswelt von morgen – übrigens für Maschinen und Mitarbeiter gleichermaßen.

Ein anderes Stichwort, das mir unklar geblieben ist, ist die Bezeichnung BMT im Zusammenhang mit den Revolvern.

BMT steht für „Built-in Motor Turret“, also für einen Revolver mit integriertem Direktantrieb der Werkzeuge. Bei Drehzahlen bis 10.000 min-1 und hohen Drehmomenten bis 54 Nm ist damit eine Fräsperformance erreicht worden, die der vieler Bearbeitungszentren gleichkommt. Je nach Bedarfsfall bieten wir darüber hinaus optional sowohl Revolver mit zehn oder 20 Stationen als auch einen Revolver mit Trifix-Schnellwechselsystem für VDI-Werkzeugaufnahmen.

Bleibt abschließend nur noch die Frage nach den Möglichkeiten der Automation.

Hier zeigt sich die gesamte NLX-Baureihe in den verschiedenen Ausbaustufen offen für eine Vielzahl unterschiedlicher Automatisierungssysteme für die Be- und Entladung. Aus dem eigenen Haus beziehungsweise über DMG Mori Systems sind wir in der Lage, sowohl schnelle Portalladersysteme mit diversen Werkstückspeichern zu realisieren als auch unterschiedliche roboterbasierte Lösungen. Hier richtet sich die Auswahl einzig und allein nach den Vorgaben des Kunden beziehungsweise nach dem zu fertigenden Teilespektrum und den zu realisierenden Stückzahlen und Varianten. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich die Möglichkeit der Stangenbeladung für Werkstückdurchmesser bis 80 mm.

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