Suchen

Manpower-Studie

Gute Atmosphäre und Kaffee sorgen für hohe Arbeitsmotivation

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Sie ist gut für die Arbeitsmotivation und für viele wichtiger als das Gehalt: die Arbeitsatmosphäre. Wenn sie stimmt, ist der Mitarbeiter produktiver, sagt die repräsentative Studie „Arbeitsmotivation 2018“.

Firmen zum Thema

Eine angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre sowie flexible Arbeitszeiten verstärken die Arbeitsmotivation am meisten – die Ergebnisse der Studie im Überblick.
Eine angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre sowie flexible Arbeitszeiten verstärken die Arbeitsmotivation am meisten – die Ergebnisse der Studie im Überblick.
(Bild: ©Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Wer sich gut mit den Vorgesetzten und Kollegen versteht und seine Arbeitszeit flexibel gestalten kann, ist motiviert. Ein nettes Team sowie interessante Aufgaben sind 65 % der Arbeitnehmer sogar wichtiger als eine hohe Entlohnung. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Arbeitsmotivation 2018“ der Manpower Group, für die 1022 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren im Dezember 2017 online befragt wurden. Die Ergebnisse wurde auf ganze Zahlen gerundet. Durchführendes Marktforschungsinstitut war Toluna.

Weiche Faktoren wichtiger als hohes Gehalt

Die Antworten auf die Frage, welche Faktoren sich positiv auf die Arbeitsmoral auswirken beziehungsweise auswirken würden, zeigte eine Verschiebung in den Prioritäten. Mit 46 % ist ein angenehmes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten immer noch der meistgenannte positive Einfluss auf die Motivation, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten mit 37 %, beispielsweise Gleitzeit oder Arbeitszeitkonten. An dritter Stelle nannten die Befragten eine gute Beziehung zu den Kollegen über den Arbeitsalltag hinaus (30 %) als einen der wichtigsten Faktoren im Bezug auf Arbeitsmotivation. „Eine vertrauensvolle Atmosphäre prägt die Arbeitsmoral entscheidend mit“, erklärt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland, die Ergebnisse aus der Studie. „Wer gerne mit seinen Kollegen und Vorgesetzten zusammenarbeitet und auch mal nach Büroschluss etwas gemeinsam unternimmt, ist höher motiviert. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern eine flexible Einteilung der Arbeitszeit ermöglichen, beweisen damit Vertrauen, was sich ebenfalls positiv auf die Arbeitsmoral auswirkt“, so Brune weiter.

Eine angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre sowie flexible Arbeitszeiten verstärken die Arbeitsmotivation am meisten – die Ergebnisse der Studie im Überblick.
Eine angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre sowie flexible Arbeitszeiten verstärken die Arbeitsmotivation am meisten – die Ergebnisse der Studie im Überblick.
(Bild: Manpower Group)

Guter Kaffee wichtiger als eine ansprechende Büroumgebung

Auffallend abgenommen hat das Bedürfnis, in ansprechend gestalteten Büroräumen zu arbeiten. Nur noch jeder fünfte Befragte gibt an, dass das Design des Umfelds einen positiven Einfluss auf die Arbeitsmoral hat. Der Faktor Raumgestaltung fällt damit von Platz vier im Vorjahr auf Platz sieben. Interessant ist auch, dass guter Kaffee als viertwichtigstes Kriterium für die Arbeitsmotivation genannt wurde (27 %). Gestiegen ist dagegen der Wunsch nach kleinen Aufmerksamkeiten, zum Beispiel Blumen zum Geburtstag oder einem Schokoladennikolaus im Dezember. „Kleine Gesten der Wertschätzung sind wichtiger als ein schickes Büro, denn sie zahlen auf das Verhältnis von Chef und Mitarbeiter ein. Arbeitnehmer wollen wahrgenommen werden“, so Brune. Mit 23 % liegen kleine Aufmerksamkeiten auf Platz sechs der Faktoren, die die Motivation erhöhen.

Arbeitgeber sind gefragt, mehr auf die Arbeitsatmosphäre zu achten

Nur jeder zweite Umfrageteilnehmer gibt an, allein des Geldes wegen zu arbeiten (2016: 57 %). Dazu passt, dass knapp drei Viertel der Befragten auf einen gut bezahlten Job verzichten würden, wenn dieser sie langweilt oder stresst. Der Aussage, dass nette Kollegen und die Inhalte der Arbeit wichtiger seien als ein hoher Lohnscheck am Monatsende, stimmen 65 % der Umfrageteilnehmer zu. „Arbeitgeber sind gut beraten, wenn sie mehr bieten als nur leistungsgerechte Bezahlung. Wer seine Mitarbeiter lange im Unternehmen halten möchte, sollte für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen. Dazu zählt, dass die Chemie unter den Angestellten stimmt und diese auf Positionen eingesetzt werden, die den Qualifikationen entsprechen und sie weder unter- noch überfordern“, sagt Brune.

Ganz unwichtig ist die Bezahlung dann aber am Ende dann doch nicht. Nur 39 % der Befragten (2016: 57 %) würden für einen interessanten Job temporär auf Gehalt verzichten. Arbeit dient eben auch der Sicherung des Lebensstandards und nicht nur der Lebenszufriedenheit.

Das fordern Arbeitnehmer von ihrem Unternehmen

Die Studienergebnisse der Manpower Group bestätigen den Trend am Arbeitsmarkt, dass für die Arbeitnehmer mehr und mehr die persönlichen Bedürfnisse in den Vordergrund treten. Eine gute Work-Life-Balance ist für viele Menschen Grundvoraussetzung und die Unternehmen reagieren darauf, um qualifizierte Fachkräfte auch an ihr Unternehmen zu binden.

Wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter halten können, zeigte die Stepstone-Studie „Kandidaten im Fokus“. Sie nannte fünf Gründe für den aktuellen Arbeitgeber. An erster Stelle steht auch hier die gute Beziehung zu den Kollegen, denn mit ihnen verbringen Berufstätige oft mehr Zeit als mit ihren Familien. Den zweiten Platz nimmt Wertschätzung der Arbeit ein. Wer Anerkennung und Lob für seine Arbeit erhält, entscheidet sich in der Regel dafür, seinem Arbeitgeber treu zu bleiben. Platz drei belegt die gute Beziehung zu den Vorgesetzten. Eine gute Arbeitsatmosphäre ist Fachkräften wichtig, damit sie sich in ihrem Job auch wohlfühlen, nicht nur zu den Kollegen, sondern auch zu den Chefs. Auch damit decken sich die Ergebnisse mit der Manpower-Studie.

Leben und Arbeiten unter einen Hut zu bringen, ist vor allem für Eltern eine schwierige Aufgabe; die Work-Life-Balance belegt daher Platz vier. Mitarbeiter zum bleiben bewegen können Unternehmen auch mit guten Entwicklungsmöglichkeiten sowie Weiterbildungsangeboten. Platz fünf geht also an die Aufstiegs­chancen im Unternehmen. MM

* Weitere Information: Die Studie „Arbeitsmotivation 2018“ basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Onlinebefragung von 1022 Bürgern zwischen 18 und 65 Jahren. Sie wurde im Auftrag der Manpower Group durchgeführt und kann unter www.manpowergroup.de heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45179934)