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Stimmen zur EMO Hannover 2019

Guter Hoffnung trotz Rezession

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Knapp drei Wochen liegt die Weltleitmesse für die Metallbearbeitung EMO Hannover 2019 zurück. Zeit für ein kurzes Resümee der Aussteller: was stieß auf Interesse und welcher Gesamteindruck blieb?

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Die EMO Hannover gibt Orientierung in unsicheren Zeiten.
Die EMO Hannover gibt Orientierung in unsicheren Zeiten.
(Bild: Deutsche Messe)

Shinichi Tanzawa, President & CEO Fanuc Europe Corporation

„Auf großes Interesse bei den Besuchern ist die Robotisierung von Maschinen und unsere Serie kollaborativer Roboter gestoßen. Aufmerksamkeit erhielten auch unser CNC-Bereich sowie die Service-Corner. Ein weiteres Highlight war unsere neue Industrial IoT-Plattform Field system, denn viele Werkzeugmaschinenhersteller und ihre Endkunden möchten ihre Maschinen oder Produktionslinien miteinander verbinden und robotisieren. Die gesamte Veranstaltung zeichnete sich trotz der aktuellen Konjunkturschwäche durch eine sehr positive Stimmung aus. Wir hoffen, diesen positiven Trend in Business-Chancen umzuwandeln.“

Auf die Frage, ob die Rezession spürbar war, antwortete Tanzawa: „Tatsächlich haben wir auf der EMO 2019 mehr und qualitativ höherwertigere Leads verzeichnet als bei der EMO 2017. Ein Grund dafür könnte eine Änderung unseres Standkonzepts sein, die von den Besuchern sehr positiv aufgenommen wurde. Deshalb haben wir – zumindest an unserem Stand – die Rezession nicht gespürt.“

Und wie zufrieden war man mit der Messe? „Ich war sehr zufrieden mit unserem Stand, mit der Resonanz unserer Kunden und der Anzahl und Qualität der Leads. Wir haben uns entschieden, weniger Produkte zu zeigen, und uns darauf konzentriert, die Vorteile dieser Produkte für unsere Kunden herauszustellen. Wir haben auch weniger Text verwendet, um unsere Produkte am Stand zu erklären. Stattdessen konnten sich die Besucher zusätzliche Informationen mittels QR-Codes auf unseren Produkten abrufen. Wir haben auch unsere Servicepräsentation geändert, indem wir sie mit verschiedenen Arten von Videos sehr leicht verständlich gestaltet haben. Dies war ebenfalls eine signifikante Änderung des bisherigen Konzepts, die sehr erfolgreich war.“ Dabei stieß der große Fanuc-Roboter, der Motorteile mit einem Gewicht von 2 t bewegte, wie schon auf früheren Messen auf großes Besucherinteresse – ebenso wie unterschiedliche intelligente Roboter-Applikationen und Cobots.

Shinichi Tanzawa, President & CEO Fanuc Europe Corporation.
Shinichi Tanzawa, President & CEO Fanuc Europe Corporation.
(Bild: Fanuc)

Welchen Eindruck hinterließ die EMO Hannover 2019? „Die Robotisierung ist ein starker Trend im Werkzeugmaschinen-Bereich. Ein weiterer Trend ist die Konnektivität. Wir haben Lösungen für beide Trends gefunden, die auf großes Interesse bei unseren Kunden gestoßen sind. Die Inhalte unseres Standkonzeptes einschließlich Robotisierung und unsere Industrial IoT-Plattform Field-System passten hervorragend zu diesen starken Branchentrends und zu den praktischen Anforderungen unserer Kunden. Darüber hinaus hat das Konzept unserer IoT-Platform, Daten lokal (edge heavy) zu erheben und zu verarbeiten, die Kunden angesprochen. Auch die Tatsache, dass die Plattform offen ist für Applikationen verschiedener Softwarehersteller und für Maschinen jeder Generation und jedes Herstellers hat dazu beigetragen. So haben wir eng mit 12 Partnerfirmen zusammengearbeitet, die ihre Apps für das Field-System auf unserem Stand präsentiert haben. All diese Apps sind einzigartige und sehr praktische Lösungen, die die Bedürfnisse unserer Kunden treffen. Die Reaktionen unserer Kunden haben mich sehr optimistisch gestimmt, dass die Einführung unseres Field-System im kommenden Jahr sehr erfolgreich laufen wird.“

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt? „Die Ergebnisse lagen über meinen Erwartungen. Aber noch wichtiger für uns ist, dass die Erwartungen unserer Kunden durch unsere neuen Produkte, IoT und verschiedene Serviceangebote erfüllt werden. Wir werden die Kunden nun im Anschluss an die EMO besuchen und in detaillierte Gespräche mit ihnen gehen.“

Die F. Zimmermann GmbH setzte den Fokus auf Innovationen

Frieder Gänzle, Geschäftsführender Gesellschafter der F. Zimmermann GmbH.
Frieder Gänzle, Geschäftsführender Gesellschafter der F. Zimmermann GmbH.
(Bild: F. Zimmermann GmbH)

Auch Frieder Gänzle, Geschäftsführender Gesellschafter der F. Zimmermann GmbH, kann sich dem positiven Fazit nur anschließen: „Das globale wirtschaftliche Umfeld mit Handelskonflikten, Brexit und geopolitischen Krisen dämpft derzeit den Welthandel und die Weltkonjunktur. Dies trifft auch die deutsche Industrie. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage waren wir im Vorfeld der EMO verhalten optimistisch. Doch jegliche Bedenken waren fehl am Platz. Das internationale Publikum zeigte in Hannover reges Interesse an unseren Neuheiten. Dazu gehörte unter anderem unsere Portalfräsmaschine FZU, bei der wir mit konstruktiven Veränderungen bestimmte Systemeigenschaften deutlich verbessern konnten. Dazu gehören geometrisch optimierte Maschinenkomponenten und ein thermisch symmetrischer Aufbau. Sehr viel positives Feedback erhielten wir zudem auf unseren komplett neu entwickelten Fräskopf. Mein Fazit: Die Entscheidung, den Fokus auf unsere Innovationen zu legen, war goldrichtig.

Bernd Hilgarth, Geschäftsführer Vertrieb Chiron

Bernd Hilgarth, Geschäftsführer Vertrieb Chiron.
Bernd Hilgarth, Geschäftsführer Vertrieb Chiron.
(Bild: Chiron)

„Die EMO ist für uns neben unserer Hausmesse der wichtigste Branchentreff des Jahres. Sie bietet eine ideale Plattform für den Gedankenaustausch unter Fachleuten. Neben dem anhaltenden Trend zur Digitalisierung standen bei unserem Messeauftritt vor allem die Entwicklungen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie im allgemeinen Maschinenbau im Mittelpunkt. Für diese Branchen präsentierten wir auf der EMO Hannover zahlreiche Neuheiten. Die Chiron FZ 16 S five axis wurde erstmals mit der neuen Palettenautomation VariocellPallet kombiniert. Zusätzlich zeigten wir den hochproduktiven Doppelspindler DZ 16 W five axis mit zwei Bauteilen aus dem Bereich E-Mobilität live unter Span. Speziell für die produktive Bearbeitung großer Strukturbauteile in der Automobil- und Luftfahrtindustrie präsentierten wir erstmals die doppelspindlige DZ 25 P five axis. Auch Stama hatte wieder eine Weltpremiere im Gepäck: die MT 733 one plus für das sechsseitige Fräsen und Drehen in einem Setup. Nicht zuletzt haben wir unser SmartLine-Programm für die digitale Fertigung um drei neue Lösungen erweitert, die bei unseren Besuchern sehr gut ankamen. Alles in allem hatten wir als Chiron Group einen gelungenen Messeauftritt und freuen uns schon auf die EMO Milano 2021.

Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress KG

Dr. Jochen Kress (l.), Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress KG, mit Dr. Berend Lindner (CDU), Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, auf der EMO Hannover 2019.
Dr. Jochen Kress (l.), Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress KG, mit Dr. Berend Lindner (CDU), Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, auf der EMO Hannover 2019.
(Bild: Mapal)

Als durchaus zufriedenstellend beurteilt das Mapal-Messeteam die EMO 2019 in Hannover. „Wir hatten unsere Erwartungen nicht allzu hoch gesteckt“, betont Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress KG. Die Erwartungen wurden übertroffen. Zwar meldete der Veranstalter der Messe zahlenmäßig weniger Besucher als noch vor zwei Jahren, Kress resümiert jedoch: „Die Qualität der Kontakte war dagegen erstaunlich hoch. Die Messe war gut, wir haben positive Impulse erhalten und erhoffen uns Rückenwind für die kommenden Monate.“

Blickfänger und gleichzeitig Mittelpunkt des rund 520 m² großen Mapal-Standes stellten die blau beleuchteten Spannfutter in neuem Design dar, die hinsichtlich Form, Oberfläche, Gewicht und Materialeinsatz untersucht und optimiert wurden.

Christian Thönes, DMG-Mori-Vorstandschef

Christian Thönes, DMG-Mori-Vorstandschef.
Christian Thönes, DMG-Mori-Vorstandschef.
(Bild: DMG Mori)

„Die vielen Kundengespräche auf der EMO zeigen, dass die Orientierung an der ganzheitlichen Prozesskette inklusive digitaler Services den relevanten Mehrwert für Kunden schafft. Genau diese Ausrichtung verstärkt DMG Mori mit 29 Automationslösungen sowie 30 digitalen Innovationen. Dabei bietet DMG Mori mit der Vernetzung aller Anlagen durch Connectivity eine Grundvoraussetzung. Ich freue mich über den Erfolg des offenen Standards umati, denn das ermöglicht unseren Kunden eine noch einfachere Vernetzung.“

Carsten Oberwelland, Geschäftsführer Meba Metall-Bandsägemaschinen GmbH

Carsten Oberwelland, Geschäftsführer Meba Metall-Bandsägemaschinen GmbH
Carsten Oberwelland, Geschäftsführer Meba Metall-Bandsägemaschinen GmbH
(Bild: Meba Metall-Bandsägemaschinen GmbH)

„Eine leichte Zurückhaltung der Investitionen ist derzeit aufgrund der gedämpften Konjunkturaussichten sicherlich spürbar. Gleichzeitig sind wir mit dem Verlauf der EMO sehr zufrieden. Das Interesse an unseren bewährten und erfolgreichen Doppelgehrungsmaschinen war ungebrochen hoch. Die Nachfrage nach unseren Geradschnittautomaten nahm weiter Fahrt auf. Die Steigerung der Produktivität und Senkung der Kosten pro Schnitt sind ein entscheidender Stellhebel zur Wettbewerbsfähigkeit. Folglich stand auch das Thema Automatisierung auf der EMO im Zentrum des Interesses. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fanden Gefallen an unserem flexiblen, platzsparenden 90° Automaten MEBApro 260 AP mit Robotertechnik. Darüber hinaus standen in Hannover unsere Lösungen zur Digitalisierung im Mittelpunkt. Großen Anklang fand unsere neue MEBAapp, die vielfältigen Nutzen bieten kann. Wir hatten die Chance den begonnenen Dialog mit Interessenten an digitalen Lösungen rund um das Sägen weiterzuführen und sehen uns hier auf dem richtigen Weg.“

Klaus Winkler, CEO Heller

Klaus Winkler, CEO der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH.
Klaus Winkler, CEO der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH.
(Bild: Gebr. Heller Maschinenfabrik)

„Aus Sicht von Heller verlief die EMO 2019 durchaus positiv. Registriert wurden 15% weniger Besucher als 2017, aber mit sehr qualifiziertem Interesse. Das stimmt uns positiv für das letzte Quartal in 2019.“

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