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Im Unternehmen gesellschaftliche Randbedingungen integrieren

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Die Strategie eines Unternehmens ist im hohen Maß abhängig von der Struktur und der Vision der Eigentümer. Auch die Marktsituation spielt in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle. Ausgehend von den genannten Aspekten gibt es zahlreiche Herangehensweisen zum Ableiten einer Unternehmensstrategie. Speziell für den produzierenden Mittelstand können beispielsweise die Ausprägungen der Kostenführerschaft, der Kompetenzführerschaft, des Spezialisierers sowie des Innovationschampions angeführt werden [4]. Bereits in dieser Phase der Strategiebildung ist es sinnvoll Aspekte gesellschaftlicher Randbedingungen mit zu berücksichtigen. Denn letztlich gibt bereits die grundsätzliche Ausrichtung des Geschäftsmodells die Anforderungen an die Wertschöpfungsketten und somit den Korridor sämtlicher Randbedingungen vor.

Überdurchschnittlichen Anteil langfristiger Sicherungsziele

Die Ausprägung kurzfristiger Renditeziele und langfristiger Sicherungsziele werden durch die Eigentümerstruktur und die Wahl der Unternehmensstrategie bestimmt. So besitzen mittelständisch geprägte Produktionsunternehmen mit starkem Anteil an Wertschöpfung in Deutschland ausgehend von ihrer Eigentümerstruktur, ihrer Historie und ihrer meist technologischen Ausrichtung einen überdurchschnittlichen Anteil langfristiger Sicherungsziele gegenüber kurzfristigen Renditezielen. Gerade diese Zielrichtung bietet, insbesondere vor dem Hintergrund des nachhaltigen Wirtschaftens einen Ansatzpunkt, gerade das soziale Element gezielt, durch gesellschaftliche Aspekte zu stärken. Abhängig von der Marktsituation wird in dieser Phase der finanzielle Spielraum hinsichtlich Investitionen jeglicher Art reguliert. Auch die grundsätzliche Zielrichtung künftiger Investitionen kann in dieser Phase durch eine frühzeitige Gewichtung der künftigen Mittelverwendung festgelegt werden.

Für die Ausprägung der operativen Ziele in Produktionsbereichen werden häufig die fundamentalen Zielgrößen Produktivität, Liefertreue, Bestände und Qualität herangezogen [5]. Abgeleitet von dem jeweils spezifischen Charakter einer Produktion zum Beispiel auf der Basis der Systematik der Merkmalsausprägungen einer Produktion nach Eversheim [3] und unter Berücksichtigung von Zielkonflikten der Elementarzielgrößen, erfolgt die Ausprägung eines optimalen Zielesystems [5]. Besonders auf dieser Ebene des Zielemanagements ist die Verzahnung zwischen der Ausprägung elementarer Produktionszielgrößen und gesellschaftlicher Gesichtspunkte von größter Bedeutung. Dadurch kann die Integration gesellschaftlicher Randbedingungen strategisch gefasst und zielgerichtet in das Unternehmen umgesetzt werden. MM

Literatur:

[1] Friedli, T.; Schuh, G.: Wettbewerbsfähigkeit der Produktion an Hochlohnstandorten. 2. Auflage. Berlin: Springer-Verlag, 2012.

[2] Westkämper, E.; Zahn, E.: Wandlungsfähige Produktionsunternehmen. Berlin: Springer, 2009.

[3] Luczak, H.; Eversheim, W.: Produktionsplanung und -steuerung. Berlin: Springer-Verlag, 1997.

[4] Meffert, J.; Klein, H.: DNS der Weltmarktführer – Erfolgsfaktoren aus dem Mittelstand. Heidelberg: Redline Wirtschaft, 2007.

[5] Roeren, S.; Mannke, C.: Ansatz zur systematischen Zieleableitung für Produktionsbereiche Unternehmensstrategie und Produktionsmerkmale als Ausganspunkt für Zielfokussierungen in der Produktionsplanung. In ZWF – Zeitschrift für wirtschaftliche Fabrikplanung: 10/2012, S. 712-716.

[6] Pfeifer, T.; Schmitt, R.: Masing Handbuch Qualitätsmanagement. 5. Auflage. München: Carl Hanser Verlag 2007.

* Sven Roeren ist Professor für Produktionssystematik und Dekan der Fakultät Maschinenbau an der Hochschule in Landshut in 84036 Landshut, Tel. (01 51) 22 99 76 64, sven.roeren@haw-landshut.de; Vinzenz Jeglinsky ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Produktionssystematik an der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Landshut.

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